Hintergrund

,Hoher Grad an Unmittelbarkeit und Authentizität'

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Am Dienstagabend startet bei VOX die vierte Staffel von «Sing meinen Song». Vorab haben wir über das Format mit Executive Producer Thomas Wißmann gesprochen.

Wie muss ein gutgemachtes und zugleich massenkompatibles Musikformat im Jahr 2017 aussehen? Die Antwort auf diese Frage werden derzeit gleich mehrere Akteure in der Branche suchen. Bestes Beispiel hierfür dürfte «DSDS» sein, das erst kürzlich die schwächste Staffel aller Zeiten hinter sich gebracht hat.

Thomas Wißmann weiß, wie man mit Musik im Fernsehen Quote machen kann. In seiner Rolle als Executive Producer bei VOX verantwortet er unter anderem das noch junge Erfolgsformat «Sing meinen Song». Einen wirklichen Tipp hat der Produzent aber nicht parat. „Auch wenn Formate wie «DSDS» oder «The Voice» vielleicht teilweise nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren laufen: Fakt ist, dass sie weiterhin extrem erfolgreich sind“, relativiert Wißmann. Sprechen könne er für seine Sendung - und die zeichne sich durch einen hohen Grad an Unmittelbarkeit und Authentizität aus.

Neue Staffel, neues Glück


Für die vierte Staffel von «Sing meinen Song», die am Dienstagabend um 20.15 Uhr bei VOX startet, hat die Produktionsfirma Talpa im Auftrag von VOX acht neue Folgen produziert. Entstanden sind sie in einer Woche am anderen Ende der Welt - genauer gesagt in Südafrika, das der Sendung seit ihrem Deutschland-Start als Kulisse dient. Warum die Wahl ausgerechnet auf Südafrika gefallen ist, erklärt Wißmann wie folgt: „Zunächst einmal brauchten wir einen Ort, an dem wir schönes Wetter haben, wenn bei uns auf der Nordhalbkugel Winter ist.“ Grootbos biete das perfekte Ambiente und perfekte Bedingungen für die Show. Zudem habe sich am Set bei den Produktionsvorbereitungen trotz aller Komplexität nach drei Staffeln eine gewisse Routine eingestellt. „Das gibt uns die Möglichkeit, uns immer mehr auf die Inhalte zu konzentrieren.“

Gedreht wurde für die neue Runde der Musiksendung in Grootbos, das etwa zwei Stunden von Kapstadt entfernt ist. Die Namen der teilnehmenden Stars in diesem Jahr lauten Lena Meyer-Landrut, Stefanie Kloß von „Silbermond“, Mark Forster, Gentleman, Moses Pelham und Michael Patrick Kelly, die ihre eigenen Songs wieder gegenseitig covern werden. Als Gastgeber sollen erstmalig „The BossHoss“ fungieren, sprich Alec Völkel und Sascha Vollmer. Folge eins stellt Mark Forster in den Mittelpunkt, unter anderem erhalten seine Titel „Au revoir“ (Stefanie Kloß) und „Flash mich“ (The BossHoss) eine neue Interpretation.

«Sing meinen Song» - ein kurzer Rückblick


Dabei war es einst Xavier Naidoo, mit dem sich VOX an «Sing meinen Song» herangetraut hat. Die Sendung selbst, die aus den Niederlanden stammt, hatte der Sender tatsächlich schon länger im Blick gehabt. Bis man in Naidoo einen passenden Präsentator gefunden hatte, waren einige Jahre ins Land gezogen. Bevor das Format dann on Air ging, wurde es aber noch für den deutschen Markt angepasst. „Wir setzen in der Sendung unsere VOX-typische Erzählweise um. Das bedeutet, dass wir mehr Wert auf inhaltliche Tiefe, auf Nachvollziehbarkeit, Emotionalität und Authentizität legen“, erklärt Wißmann die Unterschiede zum Originalformat.

Bei den Dreharbeiten vor Ort ist uns schnell klar geworden, dass wir mit «Sing meinen Song» einen potenziellen Hit an der Angel haben

Thomas Wißmann zu «Sing meinen Song»
Die Deutschlandpremiere von «Sing meinen Song», die schließlich im April 2014 stattfand, entpuppte sich auf Anhieb als großer Zuschauererfolg. Sie unterhielt durchschnittlich 2,19 Millionen Zuschauer, was 11,1 Prozent der 14- bis 49-Jährigen entsprach. Dass das Interesse so hoch war, überraschte Verantwortliche wie Branchenbeobachter gleichermaßen.

„Natürlich war es schwer, für die erste Folge einen Quotentipp abzugeben“, erinnert sich Thomas Wißmann, der an «Sing meinen Song» seit Staffel eins beteiligt ist. „Aber bei den Dreharbeiten vor Ort ist uns schnell klar geworden, dass wir mit «Sing meinen Song» einen potenziellen Hit an der Angel haben“. Insofern habe sich nur die Frage gestellt, ob das Format nun auch bei den Zuschauern ankommt. Es sollte gelingen - und in den folgenden Jahren konnte «Sing meinen Song» seine Quoten sogar noch ausbauen.

2015 erreichte eine Folge während der zweiten Staffel hervorragende 14,9 Prozent der Umworbenen, bevor in Staffel drei, genauer gesagt am 12. April 2016, der bis dato unerreichte Bestwert von 2,96 Millionen Zuschauern aufgestellt wurde. 15,9 Prozent betrug der Marktanteil für besagte Ausstrahlung in der Zielgruppe - ein wahrlich fantastisches Ergebnis für VOX, das in der Regel Marktanteile von etwas über sieben Prozent einfährt. „«Sing meinen Song» beweist, dass das lineare Fernsehen die junge Zielgruppe nachwievor erreicht“, sagt Julia Kikillis, Sendersprecherin von VOX.

Besonders unter Frauen ein Hit


Dabei offenbart ein Blick auf die detaillierten Quotenauswertungen, dass «Sing meinen Song» besonders bei den 14- bis 29-jährigen Frauen sehr beliebt ist. Deren durchschnittliche Sehbeteiligung lag bei Staffel drei im letzten Jahr bei starken 14 Prozent. Zum Vergleich: Auf die gesamte Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Männer und Frauen bezogen erreichte VOX 2016 „nur“ 11,2 Prozent. Der Bestwert bei den Frauen unter 30 Jahren liegt sogar bei 22,3 Prozent, stammt allerdings aus Staffel zwei.

Hoch fällt das Interesse auch bei den weiblichen TV-Konsumenten im Alter zwischen 30 und 49 Jahren aus. Hier stellte die Sendung mit bis zu 17,8 Prozent im letzten Jahr ebenfalls einen großen Hit dar. Folglich wundert es nicht, dass VOX mit der vierten Staffel wieder besonders stark die Frauen im Blick haben wird.

„Künstler drücken Sendung eigenen Stempel auf“


Es ist 100% ‚The BossHoss‘ und trotzdem 100% «Sing meinen Song»!
Thomas Wißmann zu Staffel vier von «Sing meinen Song»
Die Latte für die neue Runde liegt also hoch, ein zweistelliges Quotenergebnis wird aus Sendersicht sicherlich wünschenswert sein. „Wir gehen davon aus, dass die vierte Staffel an die Erfolge der bisherigen Staffeln anknüpft, weil das Format an sich so stark ist. Jeder einzelne Künstler prägt die Staffel als Ganze und drückt ihr den eigenen Stempel auf. So formen selbstverständlich auch Alec und Sascha von ‚The BossHoss‘ mit ihrer ganz eigenen Art als Gastgeber die Show." Die neue Staffel sei 100% The BossHoss und zugleich trotzdem 100% «Sing meinen Song», betont Wißmann.

Wie sich die Neuen schlagen werden, bleibt gewiss abzuwarten - und dennoch machen die Gastgeber schon vor dem Start der neuen Staffel positiv von sich reden. „The BossHoss“ engagieren sich nämlich als Paten von "RTL - Wir helfen Kindern" im Projekt „Health Revolution“. Dieses wird von der „Grootbos Foundation“ getragen und soll der Verbesserung der Gesundheit und Entwicklung benachteiligter Kinder in den Townships in Südafrika dienen.
Am Dienstagabend startet «Sing meinen Song» in eine neue Runde. Freuen Sie sich auf Staffel vier?
Ja, ich bin schon super gespannt, wie sich die neuen Künstler schlagen.
75,9%
Ich bin noch etwas skeptisch, lasse mich aber am Dienstag gerne überzeugen.
9,9%
Mich interessiert die Sendung nicht.
14,2%


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