Der schräge Halbstünder mit Kristen Bell und Ted Danson ist inhaltlich einer der gelungensten Neustarts der aktuellen Season.
Der Todestag ist in «The Good Place» zwar ein Tag der Abrechnung, aber keiner mit einem ernst dreinblickenden Jesus Christus, loderndem Höllenfeuer, dröhnenden Trompeten, göttlichen Gestalten in strahlend weißen Gewändern oder einem donnernden Urteilsspruch. Stattdessen blättert Ted Danson, gekleidet in einem geschmacklosen Anzug, in einer Akte und verkündet Eleanor, dass sie es geschafft hat: Ihr Engagement für Waisenkinder in Kriegsgebieten und ihr nimmermüder juristischer Einsatz für amerikanische Todeskandidaten machen sie als einen von nur wenigen Menschen würdig, in den Good Place zu kommen.
Blöd für sie: Sie gehört hier eigentlich nicht hin. Zwar ist sie tatsächlich die Eleanor, deren Name auf Michaels Liste steht, aber weder hat sie sich je um Waisenkinder in Kriegsgebieten noch um zum Tode verurteilte Straftäter gekümmert. Stattdessen hat sie ihr Geld damit verdient, alten kranken Leuten mit dubiosen Methoden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und auch privat war sie nicht gerade nett zu ihren Mitmenschen. Irgendwas ist da bei der kosmischen Zuteilung richtig schief gelaufen. Natürlich setzt sie alles daran, dass der Schwindel nicht auffliegt. Wer will schon in die ewige Verdammnis?
Es gab in den vergangenen Jahren nicht wenige schräge Comedy-Versuche im amerikanischen Fernsehen. Viele von ihnen waren jenseits ihrer innovativen Idee sehr laut und schrill und vergaßen dabei, dass man narrativ von einem abwegig-neuen Konzept allein nicht leben kann. Entsprechend wurden ihre Figuren oft zu Pausenclowns degradiert oder der Lächerlichkeit preisgegeben, während ihre Handlungsstränge wenig mehr als dramaturgische Alibis waren, um vermeintlich komische Absurditäten abspulen zu können.
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