Vom Fernsehtechniker zum Showstar: Der amerikanische Traum, gelebt in Deutschland? Elton hat ihn realisiert und feiert morgen seinen Einstand als Raab-Erbe. Doch kann er das überhaupt?
Lange Zeit hatte man sich Formate wie «TV Total», «Schlag den Raab», den «Bundesvision Song Contest» oder Events wie das «TV Total Turmspringen» oder die «TV Total - Stock Car Challenge» nicht mehr aus der Abendberieselung wegdenken können. Raab hatte in seiner Karriere oft polarisiert, aber dabei auch stets mit Kreativität, innovativen und frischen Ideen und mutigen Entscheidungen geglänzt, seit er 1993 bei VIVA mit seiner legendären Lederhose und der Kult-Show «Vivasion» an den Start gegangen war. Doch nun sollte das alles endgültig vorbei sein - zumindest fast.
Nach einem Praktikum beim Kieler Radiosender Delta Radio landete er beim Hamburger Lokalsender Hamburg 1, erstellte erste eigene Beiträge (Elton Street) und hob ganz nebenbei seinen Künstlernamen aus der Taufe, der angeblich mit seiner Ähnlichkeit zu Elton John zu tun hat. Danach landete er direkt bei ProSieben und somit bei Stefan Raab – als Showpraktikant bei «TV Total». War er zuerst nur lustiger Sidekick für den Moderator, wurde er später zu einem elementaren Element aller Raab-Formate. Als Moderator von Blamieren oder Kassieren innerhalb von «Schlag den Raab» und «Schlag den Star», als Teilnehmer oder Co-Moderator beim «Bundesvision Song Contest» (Green Room) oder in den diversen «TV Total»-Sonderformaten – Elton war immer mittendrin.
2014 folgte jedoch der erste wirkliche Rohrkrepierer: Die von Brainpool produzierte Castingshow «Millionärswahl» geriet zu einem völligen kreativen wie öffentlich diskutierten Desaster direkt für die TV-Geschichtsbücher. Nach erbärmlichen Quoten und harscher Kritik an den ersten beiden Liveshows, wurden die restlichen fünf (!) radikal gestrichen und durch ein Halbfinale ersetzt. Dieses konnte die ohnehin schwachen Werte nochmals unterbieten, so dass ProSieben das anschließende Finale entgegen der Planung gar nicht mehr im TV, sondern nur noch im Internet zeigte. Eigentlich ein unfassbarer Vorgang, der seinesgleichen sucht. Sicher eine der bisher schwärzesten Stunden für den TV-Mann Elton.
2010 erhielt er zudem die Chance, die 1977 von Michael Schanze ins Leben gerufene Kindersendung «1,2 oder 3» zu übernehmen. Bereits seit sechs Jahren führt er dort mit viel Humor, Einfühlungsvermögen und hohem Knuddelfaktor durch die Spiele und zeigt, was für ein sensibler und einfühlsamer, aber dabei auch immer ein wenig durchgeknallter Mensch hinter der Fassade dieses anderen Elton steckt. Hier wirkt er auf erstaunliche Weise noch authentischer, noch näher an sich dran. Sollte es mit der großen Bühne irgendwann nicht mehr klappen, bietet sich Elton hier eine Nische, in die er sich jederzeit zurückziehen kann und darf. Wer es schafft, den Charme von Schanze zu reaktivieren und in das Hier und Jetzt zu überführen, ist ein Großer seiner Zunft - ganz egal ob in einer medial umschwärmten, oder wie hier eher kleinen Sendung abseits des Mainstream-Radars.
Der Kampf eines sympathischen Kandidaten von Nebenan gegen den ständig nah am Wahnsinn agierenden Raab mit anzusehen, war über Jahre eine außergewöhnliche Nummer im deutschen TV und Pflichttermin für eine treue Fangemeinde gewesen. «Schlag den Star» wirkte da im Vergleich oft wie ein fröhlicher Kindergeburtstag, da keiner der Stars dem Original, also Raab, in Sachen Motivation und Biss etwas vormachen konnte.
Es könnte durchaus sein, dass Elton die ausgehungerten Raab-Fans mit seinem «Schlag den Star» bedienen kann - eine Zeit lang zumindest. Für einen dauerhaften Erfolg könnte es jedoch sowohl dem Konzept der Show als auch der Person Elton an Glamour und Zugkraft fehlen. 

• 1 2 oder 3 • Axel! wills wissen • Bundesvision Song Contest • Das Büro • Der gestieftelte Kater • Der kleine Eisbär 2 • Der letzte Bulle • Die Alm • Die Burg • Die Märchenstunde • Die Märchenstunde - Tischlein deck dich • Elton reist • Elton vs Simon • Elton zockt • Jan • Janosch
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)
Es gibt 8 Kommentare zum Artikel
08.04.2016 20:58 Uhr 6
Dass SdS =! SdR ist, müsste man nach all den Jahren eigentlich wissen und habe ich dir im entsprechenden Thread ja auch schon erklärt. Die Anpassung an das Live-Konzept und 15 Spiele, ändern daran nichts wirklich, weswegen der Vergleich mit SdR natürlich keinen Sinn ergibt.
09.04.2016 00:43 Uhr 7
15 % in der Zielgruppe mögen für Pro Sieben schön sein, über 20 % sind schöner und man braucht als Sender Formate, die deutlich über den Senderschnitt laufen. Ich kann mir vorstellen, dass man sich Quoten wie bei SdR erhofft.
09.04.2016 01:21 Uhr 8
Was du dir so vorstellen magst, ist ja schön und gut, nur ändert das nichts daran, dass man hier SdS mit ein paar kleineren Änderungen zu sehen bekommt und kein SdR, weswegen ein Quotenvergleich dahingehend auch sehr unsinnig ist und Pro7 sicherlich auch diese nicht erwartet - der Livefaktor und die paar Spiele mehr, werden nicht plötzlich Scharen neuer Zuschauer anlocken. Und hier jetzt die Erwartungshaltung zu schnüren, dass das Format unter Elton erfolgreicher zu laufen hat, als unter Raab, ist schon lustig