Der australische YouTuber I Did a Thing gehört zu den auffälligsten Erfindungs- und Comedy-Formaten der Plattform. Hinter dem Kanal steckt Alex Apollonov, der mit absurden Bauprojekten, schwarzem Humor und satirischen Kommentaren ein Millionenpublikum erreicht. Seine Videos verbinden technische Bastelideen mit gesellschaftlicher Kritik und bewegen sich dabei regelmäßig an der Grenze zwischen Wissenschaft, Comedy und kontrolliertem Chaos.Geboren wurde Apollonov am 28. April 1992 in Australien. Seine ersten größeren Schritte auf YouTube machte er gemeinsam mit Aleksa Vulovic auf dem Kanal Boy Boy, den die beiden 2016 gründeten. Dort produzierten sie satirische und journalistisch angehauchte Videos, die politische und gesellschaftliche Themen humorvoll aufgriffen. Ein frühes Beispiel war die Dokumentation „The Haircut“, in der sie der Behauptung nachgingen, nordkoreanische Männer müssten dieselbe Frisur wie Kim Jong-un tragen. Das Video verband investigative Ansätze mit Ironie und zeigte bereits die spätere Richtung von Apollonovs Humor.
Da „Boy Boy“ jedoch vergleichsweise klein blieb, startete Apollonov 2018 seinen eigenen Kanal „I Did a Thing“. Das erste Video erschien 2019 – und schnell wurde klar, dass sich der Fokus verändert hatte. Statt klassischer Satire standen nun absurde Bau- und Technikprojekte im Mittelpunkt. Dennoch blieb die gesellschaftskritische Ebene erhalten. Seine Videos funktionieren meist nach einem einfachen Prinzip: Eine vollkommen verrückte Idee wird mit erstaunlichem technischem Aufwand tatsächlich umgesetzt.
Ein typisches Beispiel ist ein selbstgebautes Haarschneidegerät mit Lasern oder die Konstruktion eines Springseils, das sich angeblich schnell genug drehen sollte, um Regentropfen abzuwehren. Genau dieses Video – „Can I Jump Rope Fast Enough To Stop The Rain?“ – entwickelte sich mit über 22 Millionen Aufrufen zum bislang erfolgreichsten Upload des Kanals.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt außerdem das Video „I put a gun on a robot dog“ aus dem Jahr 2022. Während eines Aufenthalts in den USA montierte Apollonov eine Waffe auf einen Roboterhund und nutzte das Projekt zugleich als satirischen Kommentar zur amerikanischen Waffenkultur und den zahlreichen Mass Shootings im Land. Für das Video arbeitete er mit dem konservativen Waffen-YouTuber Brandon Herrera zusammen. Trotz deutlich unterschiedlicher politischer Ansichten betonte Apollonov im Video mehrfach, dass Zusammenarbeit und gegenseitiger Respekt dennoch möglich seien. Die Aktion löste online erneut Diskussionen über Waffenrecht und Verantwortung aus.
Heute zählt „I Did a Thing“ rund 5,5 Millionen Abonnenten und etwa 800 Millionen Gesamtaufrufe. Neue Videos erscheinen meist nur alle ein bis zwei Monate, da die Projekte oft aufwendig vorbereitet und gebaut werden müssen. Dafür überzeugt der Kanal durch hohe Produktionsqualität, kreative Ideen und eine klare Handschrift. Unterstützt wird Apollonov regelmäßig von bekannten Creator-Kollegen wie Mark Rober, William Osman oder seinem früheren Partner Aleksa Vulovic.
Die extreme Art seiner Inhalte sorgt allerdings auch immer wieder für Probleme. Einige Projekte bewegten sich bereits in rechtlichen Grauzonen. Medienaufmerksamkeit erhielt etwa eine Hausdurchsuchung bei seiner Mutter, die im Zusammenhang mit einem seiner Videos stand. Trotz solcher Vorfälle hält Apollonov an seinem Stil fest und veröffentlicht weiterhin Experimente, die bewusst provozieren und Grenzen austesten.
Dabei liegt der Reiz seiner Videos nicht allein im Chaos oder in der Zerstörung, sondern vor allem in der Mischung aus technischer Kreativität und satirischer Zuspitzung. Viele Projekte wirken zunächst wie reine Albernheit, enthalten aber oft Kommentare zu Konsum, Politik oder gesellschaftlichen Entwicklungen.
„I Did a Thing“ ist weit mehr als ein klassischer Bastelkanal. Alex Apollonov verbindet absurde Erfindungen mit schwarzem Humor und gesellschaftlicher Satire – und schafft damit ein Format, das gleichzeitig unterhält, irritiert und Diskussionen auslöst. Gerade diese ungewöhnliche Mischung machte ihn zu einer der markantesten Persönlichkeiten der internationalen YouTube-Szene.






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