Vermischtes

«heute-show»-Drehverbot schlägt Wellen

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Die ZDF-Satiresendung hat neuerdings Hausverbot im deutschen Bundestag. Politiker, Journalisten und Fans der Sendung üben daher Kritik an der Pressestelle des Parlaments.

Die Petition zum Drehverbot

Seit Montagmittag gibt es sogar eine Onlinepetition, die den Bundestag auffordert, der «heute-show» wieder eine Dreherlaubnis zu erteilen.
Zwar heimst die «heute-show» Jahr für Jahr zahlreiche Preise ein und erhält auch aus politischen Kreisen des öfteren Komplimente für ihre Verquickung aus Humor und kritischer Berichterstattung, jedoch hat das ZDF-Format nicht nur Freunde. Dies zeigte sich am vergangenen Freitagabend, als Oliver Welke in der wöchentlichen Sendung eine Mitteilung des Bundestags-Pressesprechers Ernst Hebeker zitierte. Laut dieser handle es sich bei den Beiträgen der «heute-show» nicht um „politisch-parlamentarische Berichterstattung“, weshalb ihr fortan das Recht untersagt wird, im Bundestag zu filmen.

Die Macher der «heute-show» verstanden dieses Verbot als Kampfansage und konterten mit einem Bericht, in dem sich Reporter Ralf Kabelka vergeblich bemühte, dennoch Zutritt zum Parlament zu erhalten. Darin vermengte er seine Empörung mit satirischen Spitzen: „Wir sind die vierte Gewalt, wir sind Presse. Meinungsfreiheit, die ist in Gefahr. Auch die Demokratie“, hieß es beispielsweise, ehe Moderator Welke die Zuschauer augenzwinkernd darauf hinwies, dass sie die Sendung unterstützen sollten. „Dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Das verspreche ich Ihnen, mein lieber Herr Dr. Hebeker“, kommentierte Welke verschmitzt und merkte zudem an, dass sich Hebeker „immer über Fanpost“ freue.

Dieser Appell fand am Wochenende auch sofort Gehör. Unzählige User machten ihrem Unmut bei Facebook und Twitter Luft, darunter auch der Linke-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat. „Finde ich unverständlich,warum die «heute-show» nicht in den Bundestag darf. Politische Satire ist eine Form der Presseberichterstattung“, urteilte dieser. Mit dieser Position ist Movassat nicht allein: Auch die Berliner Zeitung bezog am Wochenende Stellung und befand, dass die ZDF-Sendung politischen Journalismus betreibe, der sich dem Mittel der Satire bedient: „Die «heute-show» schneidet widersprüchliche Aussagen unvorteilhaft zusammen, holt verdrängte Versprechen aus dem Archiv, zeigt gelangweilte Politiker und sprachliche Entgleisungen.”

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