Blockbuster-Battle

«Plötzlich Prinzessin» vs. «Fluch der Karibik 2»

von
Runde zwei im Duell Hathaway gegen Depp. Kann eine Prinzessin den coolsten Piraten der sieben Weltmeere bezwingen?

«Plötzlich Prinzessin» (RTL)

Obwohl sich RTL in der letzten Woche gegen ProSieben geschlagen geben musste, bestreitet der Kölner Sender das Blockbuster Battle auch diese Woche wieder mit ähnlichen Zutaten. So steht mit «Plötzlich Prinzessin» erneut eine leichte Komödie mit Anne Hathaway in der Hauptrolle in den Startlöchern. In dem Film aus dem Jahr 2001 verkörpert Hathaway die 15jährige Mia, die eines Tages erfährt, dass sie die Thronfolgerin des (fiktiven) Zwergstaates Genovien ist. Fortan ist Mias Großmutter (Julie Andrews) eifrig darum bemüht, ihr die einer Kronprinzessin angemessenen Verhaltensregeln näher zu bringen. Doch das unscheinbare Mädchen sieht sich schon bald mit dem Benimmunterricht und ihrer neu gewonnenen Aufmerksamkeit maßlos überfordert.

«Plötzlich Prinzessin» basiert auf dem gleichnamigen Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Meg Cabot aus dem Jahr 2000. Nicht zuletzt aufgrund der erfolgreichen Verfilmung ist die «Princess Diaries»-Reihe (so der Originaltitel) die wohl bekannteste und populärste Buchserie der Autorin. Cabot selbst zeigte sich jedoch eher unzufrieden von der Adaption, was sie mithilfe kritischer Anspielungen in den später erschienenen Teilen ihrer inzwischen zehnbändigen Reihe zum Ausdruck brachte. Dabei zielte sie vor allem auf «Plötzlich Prinzessin 2» ab, der drei Jahre nach dem ersten Teil in die Kinos kam, jedoch so gut nichts mehr mit den Vorlagen Cabots gemeinsam hatte.

Den Kinobesuchern schien dies jedoch relativ egal zu sein, liefen die Filme mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 165 bzw. 135 Mio. US-Dollar doch beide recht erfolgreich. Hauptdarstellerin Anne Hathaway gab im ersten «Plötzlich Prinzessin»-Teil außerdem ihr Spielfilmdebüt und konnte damit auch direkt ihren Durchbruch in Hollywood feiern. Es folgten später Rollen in so unterschiedlichen Filmen wie «Brokeback Mountain» (2005), «Der Teufel trägt Prada» (2006) oder «Rachels Hochzeit» (2008). Aktuell ist Hathaway sowohl in Tim Burtons Version von «Alice im Wunderland» als auch in der Romantikkomödie «Valentinstag» zu sehen. Letztere entstand übrigens unter der Regie von Garry Marshall, der sich vor allem mit «Pretty Woman» (1990) einen Namen gemacht hatte, aber auch bei «Plötzlich Prinzessin» und «Plötzlich Prinzessin 2» auf dem Regiestuhl saß.

OT: «The Princess Diaries» (2001) von Garry Marshall; mit Anne Hathaway, Julie Andrews, Hector Elizondo, Heather Matarazzo und Mandy Moore.

«Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2» (ProSieben)


ProSieben setzt am kommenden Sonntag die in der vergangenen Woche begonnene Ausstrahlung der «Fluch der Karibik»-Trilogie fort und lässt damit den vierterfolgreichsten Film aller Zeiten als Quotengaranten gegen RTL antreten. Im zweiten Teil des furiosen Piratenspektakels steht die Hochzeit von Will (Orlando Bloom) und Elizabeth (Keira Knightley) kurz bevor. Doch bevor es zu dieser kommt werden beide vom skrupellosen Cutler Beckett (Tom Hollander) verhaftet, da sie einst dem gesuchten Piraten Jack Sparrow (Johnny Depp) zur Flucht verholfen haben. Um einer Hinrichtung zu entgehen, soll Will nun für Lord Beckett einen geheimnisvollen Kompass beschaffen, den ausgerechnet Sparrow bei sich trägt. Als er den schrulligen Piraten schließlich auf einer abgelegenen Insel ausfindig macht, hat der jedoch ganz eigene Probleme mit den dortigen Eingeborenen. Ganz zu schweigen von dem dämonischen Davy Jones (Bill Nighy), der Jack schon dicht auf den Fersen ist, da dieser ihm vor vielen Jahren seine Seele versprochen hat.

Bei dem unglaublichen Erfolg und der überwiegend positiven Resonanz war es nur eine Frage der Zeit bis das Piratenabenteuer «Fluch der Karibik» fortgesetzt werden sollte. Um einen möglichst hohen Profit zu garantieren (und eigentlich auch um Produktionskosten zu sparen), wurden ähnlich wie zum Beispiel bei den «Matrix»-Fortsetzungen gleich zwei Sequels in Auftrag gegeben, die jedoch eine einzige, auf zwei Filme ausgedehnte Handlung und nicht jeweils eine abgeschlossene Geschichte erzählen. An der Stammbesetzung hatte sich derweil nicht viel geändert. Und auch Regisseur Gore Verbinski («The Mexican», «Ring») war ein weiteres Mal mit an Bord, wollte er sich doch die Chance nicht entgehen lassen, an den bis dato größten kommerziellen Erfolg seiner Karriere anzuknüpfen.

Diesen Status hatte der erste Teil des Piratenspektakels dann auch tatsächlich nur bis zum Erscheinen von «Fluch der Karibik 2» inne, gelang es der Fortsetzung doch, seinen Vorgänger in punkto Einspielergebnis noch einmal deutlich in den Schatten zu stellen. So gehört sie gar zu den einzigen fünf Filmen, die bisher weltweit über eine Milliarde US-Dollar an den Kinokassen einspielen konnten. Damit ist der zweite Teil der «Fluch der Karibik»-Trilogie auch zugleich der erfolgreichste der ganzen Reihe.

OT: «Pirates of the Caribbean - Dead Man’s Chest» (2006) von Gore Verbinski; mit Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Bill Nighy und Tom Hollander.

Die Empfehlung von Quotenmeter.de


Zum zweiten Mal in Folge wird das Blockbuster Battle zwischen Johnny Depp und Anne Hathaway ausgefochten. Doch da Piraten ja bekanntlich gerne mal zum Degen greifen, zieht Hathaway auch dieses Mal den Kürzeren. Und das trotz tatkräftiger Unterstützung von Hollywood-Altstar Julie Andrews («Mary Poppins»). Die beiden können sich noch solche Mühe geben, gegen das klischeebeladene und reichlich kitschige Drehbuch von «Plötzlich Prinzessin» können auch sie nicht anspielen. So bleibt das vorhersehbare Romantik-Märchen trotz einiger amüsanter Momente für Zuschauer über zwölf Jahren die meiste Zeit eher schwer erträglich.

Daher ist «Fluch der Karibik 2» zweifellos die bessere Wahl für einen amüsanten Sonntagabend. Mit zahlreichen Anspielungen auf den ersten Teil, erstaunlich vielen gelungenen Gags und einigen, an der Grenze zur Albernheit zelebrierten Slapstickeinlagen wird der Humor noch größer geschrieben als es im ersten Teil der Fall war. Der Spaß, welcher erneut hauptsächlich durch Johnny Depps einzigartigen Jack Sparrow getragen wird, steht hier unzweifelhaft im Vordergrund. Leider bleibt dabei die Handlung ein wenig auf der Strecke, weshalb die Abenteuerkomödie auch den direkten Vergleich mit seinem grandiosen Vorgänger recht eindeutig verliert. So kann man bei den teils etwas überladenen und miteinander verstrickten Handlungssträngen zwischendurch schon mal den Überblick verlieren. Der größte Kritikpunkt an der Story liegt jedoch in ihrem gewollt offenen Ende. Eine abgeschlossene, etwas gestraffte Geschichte hätte dem Film sicher besser getan. Wenigstens braucht man nach dem fiesen Cliffhanger am Schluss nur eine Woche auf dessen Auflösung warten, wenn ProSieben mit der Free-TV-Premiere von «Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt» die «Fluch der Karibik»-Trilogie schließlich zu Ende führt. Bis dahin sollte man sich am kommenden Sonntag noch an den fabelhaften Effekten und den originell choreografierten Kampfszenen des zweiten Teils erfreuen. In diesem Sinne: Trinkt aus, Piraten, yo ho!

Der Sieg geht an «Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2» um 20.15 Uhr auf ProSieben.

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