Hingeschaut

«Wetten, dass..?»: Gottschalk kann’s auch alleine

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Die gute Nachricht: Michelle Hunziker tat «Wetten, dass..?» nicht weh. Doch noch während der Show war klar: Eigentlich ginge es auch ohne sie. Die TV-Kritik...

Letztlich ist es nach wie vor die Bandbreite an Wetten, die den Samstagabend-Dino auch nach fast drei Jahrzehnten nach wie vor zeitgemäß erscheinen lässt. Und nach wie vor ist es – der weiblichen Verstärkung zum Trotz – noch immer eine Thomas-Gottschalk-One-Man-Show. Tiefgehende Gespräche über die Finanzkrise mit Wirtschaftsminister zu Guttenberg durfte man zwar nicht erwarten, doch ihn gemeinsam mit Tokio Hotel und der von Nazis verfolgten heute 97 Jahre alten Marga Spiegel auf einer Bank sitzen zu sehen, hat absoluten Seltenheitscharakter und hebt «Wetten, dass..?» weiterhin wohltuend von vielen anderen Fernsehshows der heutigen Zeit ab.

Sicher: Es war keine glänzende Ausgabe, doch sie hatte ihre unterhaltsamen Momente. Ob es wirklich hätte sein müssen, dass eine Zuschauerin im Publikum ihr auf dem Hintern platziertes Bill-Tattoo in die Kamera hält, darf natürlich ebenso bezweifelt werden wie der Sinn von Oliver Pochers unlustigem Stand-Up, der damit ganz bestimmt keine Werbung für seine gerade gestartete Sat.1-Show machte. Letztlich wollte es Gottschalk wohl eben allen recht machen, was mal mehr, mal weniger gut gelang.



Michelle Hunziker, im Vorfeld zur Hauptattraktion der Show herbeigeschrieben, ging zwischen Whitney, Bully und riesigen Dinosauriern fast unter – und als sie es nach ihrem Einsatz bei der Außenwette nicht rechtzeitig ins Studio schaffte und Gottschalk plötzlich völlig unvorbereitet auf einen Kandidaten losgelassen wurde, dürfte sie ebenfalls fast niemand vermisst haben. Zeitweise diente sie darüber hinaus nicht mal zum Vorstellen der Wetten als viel mehr zum bloßen Anfeuern. Die ehrliche Erkenntnis des Abends: Eigentlich kann’s Gottschalk auch nach wie vor alleine.

Nun ist sie allerdings da, doch wer sich zuvor Sorgen machte, Hunziker würde «Wetten, dass..?» Schaden zufügen – der darf sich beruhigt zurücklehnen: Hunziker tat der Show keinesfalls weh. Vielleicht trug sie ja sogar dazu bei, dass Gottschalk deutlich motivierter durch die Sendung führte als bei mancher Ausgabe in der Vergangenheit. Dass beide Moderatoren schließlich noch gegeneinander wetteten, erwies sich zudem am Ende als unterhaltsamer Einfall, der der Show sicherlich gut getan hat. Dennoch: Etwas weniger Ekel-Faktor und dafür etwas mehr Gelassenheit vor den Machenschaften der Privaten stünden der ZDF-Show gut zu Gesicht.

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