Quotencheck

«Brisant»

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Das ARD-Boulevard-Magazin tat sich schwer, auf dem vorgezogenen Sendeplatz Fuß zu fassen – was heißt das wohl für die Zukunft?

Das Erste brachte Alexander Bommes und Kai Pflaume im letzten Jahr im Doppelpack: Von 13. Oktober bis 11. Dezember 2025 zeigte das Erste neue Folgen der Vorabend-Quiz-Shows erstmals in Folge. «Gefragt - Gejagt» ging um 17:10 Uhr an den Start, ehe es um 18:00 Uhr Fragen bei «Wer weiß denn sowas?» zu beantworten gab. Dies führte vorübergehend auch dazu, dass «Brisant» seinen ursprünglichen Sendeplatz verlor und auf 16.00 Uhr nach vorne rückte. Zumindest der Boulevard-Sendung hat der Wechsel aber eher geschadet...

Schaut man sich die Zahlen vom ersten Montag-Vorabend am 13. Oktober an, konnte man bereits Anlaufschwierigkeiten feststellen: Insgesamt nur 0,67 Millionen Menschen fanden den Weg ins Programm und brachten einen Gesamt-Marktanteil von weit einstelligen 7,4 Prozent mit sich – ein ganzes Stück unter Normalniveau des Formats und des Senders insgesamt. Bei den Jüngeren lief es zu Beginn noch tiefer einstellig – nur noch ganz schlechte 3,6 Prozent bei 0,04 Millionen von ihnen wurden gemessen.

An den nächsten Tagen verblieb man in dieser ernüchternden Siebener-Zone am Gesamtmarkt. Wie sich am Freitag (17. Oktober) herausstellte, sollte es aber noch weiter bergab gehen. So fuhren die Berichte bloß eine gesunkene Reichweite von 0,58 Millionen Zusehenden auf. Das hatte auch Auswirkungen auf den Quotenwert: Er sank auf zunehmend bedenkliche 6,1 Prozent. 24 Stunden später verharrte man in der Zone von sechs Prozent, während es bezüglich der 14-49-jährigen einen unaufhaltsamen Abwärtsstrudel setzte, der über 2,9 bis auf 1,8 Prozent (0,02 Millionen) am 21. Oktober ging.

Wirkliche Erholung ließ sich folglich erst zum Monatsende ausmachen. Am 29. Oktober ergab ein vorläufiger Höchstwert auf dem neuen Sendeplatz, der sich auf immerhin halbwegs annehmbare 9,1 Prozent ob 0,83 Millionen am Gesamtmarkt belief. Bezüglich der Unter-50-jährigen konnte man etwas überraschend ebenfalls in diese Sphären von neun Prozent vordringen – dafür reichte allerdings schon ein recht moderater Satz auf 0,11 Millionen.

In der ersten Novemberhälfte fiel der Zuspruch jedoch wieder ab auf das vorige Level: Meistens zwischen sieben und acht Prozent der Älteren wie um die drei/vier Prozent der Jüngeren waren mit von der Partie. Eine erneute Rückkehr auf neun Prozent offenbarte sich schließlich erst am 19. November als 9,1 Prozent durch 0,92 Millionen aufkamen – erstmals schnupperte das Magazin wieder an der Millionen-Marke, die auf dem alten Slot regelmäßig gerissen wurde. Mit Bezug zu den Leuten bis 49 steckte man übrigens in Anbetracht 4,3 Prozent und 0,05 Millionen auch an diesem Tag im Sumpf.

Nach einer abermaligen Tröpfel-Bewegung von acht auf sieben bis hin zu sechs Prozent schaffte es die Produktion während der Test-Phase dann tatsächlich, zumindest einmal einen zweistelligen Marktanteil fertigzubringen. Erhoben wurde jener am 3. Oktober, der erstmals in Ordnung gehende 10,3 Prozent mit sich führte und auch die Gesamt-Reichweite mit 1,03 Millionen über die neuralgische Schwelle hob. Mit Blick auf die 14-49-jährigen war von diesen Optimierungen hingegen nichts zu spüren: Ihre Resonanz sah mit 2,6 Prozent (0,04 Millionen) wieder sehr übel aus.

Bis zum Abschluss des Probe-Zeitraums trat dann jedoch erneut der bekannte Mechanismus ein: Schon kurz nach dem sporadischen Gesamt-Peak sanken die Anteile und Reichweiten prompt auf einen Korridor von sechs und acht Prozent wie 0,70/0,80 Millionen. Am letzten Ausstrahlungsdatum war dies mit 8,7 Prozent zu 0,77 Millionen nochmal exemplarisch zu beobachten.

Für den Rest-Dezember 2025 wanderte Brisant schließlich nochmal anderthalb Wochen auf seinen angestammten 17.15 Uhr-Platz zurück. Auffällig hierbei: Die Quoten erholten sich sofort wieder merklich und kletterten auf die eigentlich gewohnten Dimensionen von 11 bis 13 Prozent. Gleiches lässt sich reichweitenmäßig behaupten, weil wieder zwischen 1,50 und 1,70 Millionen gemessen wurden.

Nimmt man sich die Mittelwerte zur Brust, steht im Endeffekt aber natürlich dennoch ein offensichtlicher Einbruch auf 8,5 Prozent mit 0,87 Millionen insgesamt. Noch verheerender stellt sich das Bild bei den Jüngeren Interessanten dar, welche bloß noch 0,05 Millionen zu 4,0 Prozent aufwiesen. Für die 17.00 Uhr-Testphase von «Gefragt – Gejagt» ergaben sich parallel derweil Durchschnittswerte von noch passablen, aber einstelligen 8,1 Prozent (0,13 Millionen) der Jüngeren wie soliden 14,3 Prozent (1,72 Millionen) am Gesamtmarkt.

Es bleibt weiter spannend, welche Entscheidung die ARD in der Zukunft trifft, weil die Quiz-Quoten schon etwas über dem vorherigen «Brisant»-Level auf dem Platz lagen, die Boulevard-Sendung auf ihrem neuen Slot aber eben weitestgehend in die Krise gerutscht ist. Weil auch das Bommes-Format trotz solider Dimensionen nicht ganz an die Topform seines 18.00 Uhr-Slots heranreichte, erscheint eigentlich der alte Ablauf attraktiver.

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