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Kabel Eins am Montag: Marvel zieht, DC nicht

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Quotengericht: Kabel Eins setzt seit Jahren auf eine klare Programmlinie: Montags laufen durchweg große Hollywood-Blockbuster – mal aus dem DC- und Marvel-Universum, mal Klassiker der Action- und Sci-Fi-Geschichte.

Die Quotenentwicklung aus den ersten acht Monaten zeigt nun ein differenziertes Bild: Während einzelne Filme besonders bei den Jüngeren punkten, bleibt das Gesamtpublikum meist überschaubar. Im Zeitraum von Anfang Januar bis Mitte August erreichten die Montagabend-Filme im Schnitt 0,71 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren, was einem Marktanteil von 3,1 Prozent entspricht. In der klassischen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag die Sehbeteiligung bei durchschnittlich 0,24 Millionen mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent. Damit kann Kabel Eins zwar solide Werte vorweisen, die Spitzen liegen aber klar unter den Erfolgen der großen Blockbuster-Linien bei ProSieben oder RTLZWEI.

Den besten Wert im Gesamtpublikum konnte «The Transporter» am 10. Februar erzielen: 1,00 Millionen Zuschauer verfolgten Jason Statham im Kampf gegen Gangsterbosse, was einem Marktanteil von 3,9 Prozent entsprach. Ebenfalls stark: «xXx: Die Rückkehr des Xander Cage» mit Vin Diesel, der auf dieselbe Reichweite kam. Auch «The Expendables 3» (0,98 Mio.) und «Safe House» mit Denzel Washington (0,94 Mio.) zogen überdurchschnittlich viele Zuschauer an. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zeigten sich dagegen andere Trends. Hier ragte insbesondere «Die Tribute von Panem – The Hunger Games» hervor: Mit 7,6 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe war dies der klare Spitzenreiter. Auch «Fast & Furious – Neues Modell. Originalteile» (7,4 %), «xXx: Die Rückkehr des Xander Cage» (7,4 %) und «Edge of Tomorrow» (7,3 %) überzeugten.

Am unteren Ende der Tabelle findet sich «Minority Report»: Der Sci-Fi-Klassiker mit Tom Cruise lockte nur 0,42 Millionen Zuschauer und kam auf magere 1,9 Prozent Marktanteil, auch in der Zielgruppe reichte es nur für 3,4 Prozent. Ebenfalls schwach schnitten «Pacific Rim» (0,51 Mio., 2,3 %) und «Die Tribute von Panem – Mockingjay (2)» (0,43 Mio., 2,1 %) ab. Auffällig ist, dass gerade im späteren Verlauf der «Tribute»-Reihe die Zuschauerzahlen stark abfielen.

Die Zahlen zeigen deutlich, dass Franchise-Filme mit klarer Markenidentität bei Kabel Eins am Montagabend das größte Potenzial haben. Das Marvel-Universum (mit «Iron Man», «Iron Man 2» und «Der unglaubliche Hulk») lag im Schnitt bei 0,61 bis 0,65 Mio. Zuschauern, erreichte aber vor allem in der Zielgruppe stabile 5,6 bis 6,0 Prozent Marktanteil. Das DC-Universum hingegen wirkte weniger zugkräftig: Während «Man of Steel» (0,66 Mio., 2,8 %) und «The Dark Knight» (0,60 Mio., 2,6 %) solide liefen, brachten es «Batman Begins» und «The Dark Knight Rises» nicht über die Zwei-Prozent-Marke hinaus. Bei den «Hunger Games»-Filmen war klar erkennbar: Teil 1 zog noch stark (0,66 Mio., 3,1 %; 7,6 % Zielgruppe), doch Teil 4 fiel mit nur 0,43 Mio. Zuschauern deutlich ab. Hier zeigt sich das klassische Serienproblem: Das Publikum bleibt nicht immer bis zum Ende treu.

Die Auswertung nach Schauspielern ergibt ein klares Muster:
• Jason Statham («The Transporter», «The Expendables») ist ein sicherer Wert. Seine Filme erzielen durchweg Reichweiten um 0,90 bis 1,00 Millionen Zuschauer und solide Marktanteile.
• Vin Diesel punktete sowohl mit der «xXx»-Reihe als auch mit «Fast & Furious». Seine Markenfilme sind in der Zielgruppe sogar die erfolgreichsten des gesamten Blocks.
• Jennifer Lawrence brachte mit den ersten beiden «Hunger Games»-Filmen starke Zielgruppenwerte, verlor aber mit den «Mockingjay»-Teilen das Publikum.
• Tom Cruise dagegen enttäuschte: Sowohl «Minority Report» als auch «Edge of Tomorrow» liefen schwächer im Gesamtpublikum. Nur «Mission: Impossible» konnte solide 0,80 Mio. Zuschauer erreichen.
• Arnold Schwarzenegger bleibt ein Quotengarantie-Mittelmaß: «Terminator 2» und «True Lies» erzielten stabile 0,78–0,80 Mio. Zuschauer, aber keine Ausreißer nach oben.

Auch ein Blick auf die Regisseure ist aufschlussreich. Filme von James Cameron («Terminator 2», «True Lies») hielten sich solide im Mittelfeld – allerdings ohne neue Zielgruppen zu erschließen. Christopher Nolan dagegen enttäuschte: Seine Batman-Trilogie brachte Kabel Eins keine Top-Werte. Auch «Man of Steel» von Zack Snyder blieb blass. Ganz anders die Regisseure von Mainstream-Action wie Rob Cohen («xXx») oder Louis Leterrier («The Transporter»): Ihre Filme landeten in den Top-Positionen, weil sie kurzweilige Action mit klarer Zielgruppenansprache bieten.

Die Blockbuster-Montage bei Kabel Eins zeigt deutlich: Franchise-Action mit populären Stars funktioniert auch 2025 noch, allerdings vor allem in der Zielgruppe der Jüngeren. Reihen wie «Fast & Furious», «xXx» oder «The Hunger Games» sind die sicheren Banktitel. Im Gesamtpublikum bleibt das Niveau allerdings verhalten: Mit durchschnittlich 0,70 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 3,1 Prozent liegt Kabel Eins klar unter den großen Spielfilmabenden der Konkurrenz. Ältere Klassiker wie «Minority Report» oder «Pacific Rim» laufen mittlerweile zu schwach, um noch echte Quotenhits zu sein. Kabel Eins sollte daher seine Montagsschiene noch stärker auf zielgruppenaffine Action-Franchises zuschneiden. Einzelne Titel wie «The Transporter» oder «xXx» haben gezeigt, dass man auch in einem umkämpften Umfeld am Montagabend Werte über Senderschnitt erreichen kann.

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