Der aus Kalifornien stammende Streamingdienst Netflix hat eine dreiteilige Dokumentation veröffentlicht.
Im vergangenen Jahr ließ HBO Max die Dokumentation «Woodstock 99: Peace, Love, and Rage», die von Garret Price umgesetzt wurde, auf Sendung gehen. Zu den Künstlern vor der Kamera schnappte man sich Moby, Jewel, Korn-Sänger Jonathan Davis oder den Konzert-Promoter und Woodstock-Erfinder Michael Lang. Die Produktion für HBO Max war kein Glanzstück, doch noch einen Tick besser als die Netflix-Neuinterpretation «Trainwreck: Woodstock '99», die rund 150 Minuten Laufzeit zählt. Hier übernahm Jamie Crawford den Regiestuhl, doch die beiden Produktionen nehmen sich wenig. Die Netflix-Variante kann den Manager John Scher vor die Kamera locken, der selbst die schlimmsten Bilder schönredet.
Und dann beginnt die große Durststrecke, denn die Planungen, Aussagen und Visualisierungen des neuen Festivals ziehen sich extrem in die Länge. Bereits in den ersten Minuten wird klar, dass die Veranstalter eine geradezu groteske Veranstaltung auf die Beine stellten. Bei Temperaturen zwischen 35 und 39 Grad wird auf einer ehemaligen Militäranlage im US-Bundesstaat New York eine Veranstaltung abgehalten. Es fehlt natürlich an viel zu vielen Dingen: Toiletten, frisches Wasser und Sicherheitskräften. Das war zwar schon beim ursprünglichen Festival im Jahr 1969 so, doch ein Picknick an einem idyllischen Milchhofes bei Reggae-Musik ist dennoch gemütlicher.
Noch zwei gesamte Tage überlebten die Fans, die ihre Idole sehen wollten. Das macht auch die Dokumentation klar, dass die meisten Konzertbesucher abseits des Chaos tolle Tage erlebt haben. Doch so wirkliche Freude will nicht aufkommen, wenn zahlreiche junge Frauen eine Vergewaltigung erleben mussten, junge Menschen aufgrund von verschmutzten Wasser Bakterien im Mund haben und zahlreiche Besucher schon vorher abreisten, weil das Chaos zu groß wurde. Es konnte sogar ein Van entwendet werden, der durch eine riesige Menge in einen Hangar fuhr. 

• Trainwreck: Woodstock '99 • Woodstock 99: Peace Love and Rage • Hartz und herzlich • Woodstock '99
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