Die Kritiker

«Broll + Baroni -- Für immer tot»

von

Jürgen Vogel und Laurence Rupp machen sich im neuen ZDF-Film auf die Suche nach einer verschwundenen Frau.

Stab

Darsteller: Jürgen Vogel, Laurence Rupp, Bettina Redlich, Martin Wuttke, Valery Tscheplanowa, Hilde Dalik
Schnitt: Paul Michael Sedlacek
Drehbuch: Harald Sicheritz
Kamera: Thomas Kürzl
Producer: Kein Producer
Regie: Harald Sicheritz
Szenenbild: Martin Reiter
Sie sind schon ein seltsames Paar: Max Broll (Laurence Rupp), Totengräber im ständigen Clinch mit dem Dorfpfarrer, und Kai Baroni (Jürgen Vogel), beliebter ehemaliger Fußballnationalspieler und bis heute stinkreich. Doch im Herzen, da sind sie einander ähnlicher, als man ausgehend von ihrem unterschiedlichen Platz im Leben vielleicht denken würde. Schon lange sind sie beste Freunde und verbringen die lauen Sommerabende am liebsten gemeinsam draußen auf dem Friedhof, wo sie eine riesigen Leinwand aufgestellt haben, auf der sie Zombiefilme gucken und dabei Bier trinken. So wie an jenem schicksalsträchtigen Abend, als sich ihr Leben für immer verändern würde.

Eigentlich beginnt alles ganz harmlos mit einem alten Zombiefilm. Aber dann liegt auf einmal ein Handy in der Küche, das niemandem gehört. Komisch. Auf der Sim-Karte ist nur eine Nummer eingespeichert, nämlich die von Tilda (Bettina Redlich), Max‘ Stiefmutter. Als Max anruft, ist Tilda außer sich. Sie, die noch kurze Zeit vorher einen Abstecher zum Zombiefilm auf dem Friedhof gemacht hatte, sei jetzt in einer Kiste unter der Erde eingeschlossen – lebendig begraben. Wenn die Polizei oder Broll und Baroni sie nicht bald finden, hat ihr letztes Stündchen geschlagen.

Einen Verdacht, wer sie in diese lebensgefährliche Lage gebracht hat, kann sie glücklicherweise schon äußern: Leopold Wagner (Martin Wuttke), den Tilda vor vielen Jahren ins Gefängnis gebracht hat, nachdem der Fruchtbarkeitsarzt vier Dutzend Frauen mit seinem eigenen Sperma befruchtet und anschließend seine Lebensgefährtin ermordet hatte, um die Tat zu vertuschen. Doch Leopold Wagner befindet sich für den Rest seines Lebens hinter schwedischen Gardinen – wie soll er da Tilda entführt haben?

Broll und Baroni wollten nie etwas mit der Polizei zu tun haben, und müssen jetzt auf einmal selber Polizeiarbeit verrichten, um eine geliebte Person aus den Fängen eines Mörders zu befreien – so oder so ähnlich beginnen ja viele Krimis. Manche von ihnen werden bierernst erzählt, andere sollen neben der spannenden Komponente auch zum Schmunzeln einladen und wiederum andere können sich nicht so recht entscheiden, wie ernst oder ironisch das Endergebnis letztlich ausfallen soll: zu letzterer Kategorie gehört auch «Broll + Baroni – Für immer tot» von Regisseur und Drehbuchautor Harald Sicheritz.

Denn um als ernster, schwerer Krimi durchgehen zu können, ist in diesem Film zu viel auf Überzeichnung und heitere Zwischenmomente angelegt, die ein bisschen von der Schwere dieses Stoffes nehmen sollen, um den Zuschauer auch emotional nicht zu überfordern. Gleichzeitig pflastern für eine waschechte Krimikomödie aber viel zu viele Leichen den Weg der beiden Ermittler wider Willen, die noch dazu oftmals aus dem engen persönlichen Umfeld der Hauptfiguren stammen – mit entsprechend schwerwiegenden emotionalen Konsequenzen, die dieser Film weder ausklammern kann noch will. So versucht «Broll + Baroni» auf zwei Hochzeiten zu tanzen und vergeigt dabei leider ein bisschen beide Termine. Immerhin: Jürgen Vogel und Laurence Rupp harmonieren gut als bodenständige Schlitzohren mit dem Herz auf dem rechten Fleck.

Der Film «Broll + Baroni – Für immer tot» ist am Dienstag, den 29. November um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen.

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