Am Freitagabend zeigt ZDFneo eine rundum gelungene britische Serie um eine junge Frau in einer Sinnkrise. Besonders sehenswert: Hauptdarstellerin Charly Clive.
Stellen Sie sich die im Werden befindende nordenglische Autorin Marnie (Charly Clive) am besten als eine Art gutaussehende Variante von Haley Joel Osment aus «The Sixth Sense» vor, nur mit dem Unterschied, dass sie nicht überall tote Menschen sieht, sondern nackte Menschen. Egal, ob sie im Bus sitzt, im Wartezimmer beim Arzt oder – mittlerweile – bei einer Familienfeier in einem vollen Veranstaltungssaal weilt: In ihrem Kopfkino trägt grundsätzlich niemand Kleidung, und ständig winden sich alle in den abartigsten Körperpositionen aneinander.
Das klingt nicht unbedingt nach einer amüsanten Comedy-Serie, sondern eher nach einem etwas auf witzig getrimmten Melodrama. Dass dem jedoch nicht so ist, dürfte hauptsächlich zwei Gründe haben: Zum Einen der typisch britische schwarze Humor. Und zum Anderen die Besetzung der Hauptrolle mit Charly Clive, die bei dieser Figur sowohl hinsichtlich ihrer eigenen Biographie als auch ihrer künstlerischen Erfahrung aus den Vollen schöpfen konnte: Mit gerade einmal 23 Jahren wurde bei der Schauspielerin ein gutartiger Hirntumor diagnostiziert, und auf die quälenden Operationen und Strahlentherapien folgte – ein Comedyprogramm, in dem Clive ihren Leidensweg humoristisch verarbeitete. • The Sixth Sense • Pure
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