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Christian Oberfuchshuber kennt alle Showbühnen: Der Gute-Laune-Onkel für die Pausen

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Seit 20 Jahren im Geschäft: Christian Oberfuchshuber ist der vielleicht bekannteste Warm-Upper in Deutschland. Er arbeitet zur Zeit bei «Dancing On Ice», ist bei #GNTM dabei und bei «The Voice». Seine Karriere begann derweil Ende der 90er bei Ralph Morgenstein. Im zweiten Anlauf.

Ich bin eine Art zweite Hella von Sinnen.
Christian Oberfuchshuber
Ralph Morgenstern war es einst, der den Mann ins Fernsehen brachte, der bis heute kaum im Fernsehen ist. 1998 suchte die Produktion einer Sendung mit ihm nach einem Warm-Upper. Der damals noch junge Christian Oberfuchshuber war in einer Casting-Datei gelistet und bekam entsprechend einen Anruf – und kurz darauf eine Absage. „Ich hatte im Bereich Warm-Up keine Erfahrung, also haben sie mich zunächst nicht genommen.“ Tags drauf klingelte das Telefon erneut – weil niemand anderer gefunden wurde, wurde Oberfuchshuber doch gebucht. „Und alle fanden es super.“ Auch Morgenstern. Er nahm ihn direkt mit nach Berlin, Oberfuchshuber machte fortan für die Shows «Kaffeeklatsch» und «Blond am Freitag» das Warm-Up. Heute ist Oberfuchshuber der wohl bekannteste Warm-Upper dieses Landes. „Wenn ich komme, dann rappelt es in der Kiste“, sagt er lachend. 20 Jahre nach seinem Debüt steht der Anheizer für überbordend gute Laune. „Natürlich kommt es immer auf den Geschmack der Produktionsfirmen und Executive Producer an. Wer mich bucht, weiß was er bekommt“, sagt er.

Dazu gehören auch die knallbunten Anzüge, für die er bekannt ist. Seine Garderobe ist genauso legendär wie die von Thomas Gottschalk. „Ich bin eine Art zweite Hella von Sinnen“, sagt Oberfuchshuber lachend. Seine Sammlung begann einst mit einem Fundus-Verkauf von Sat.1, bei dem er ein knallgrünes Sakko von Elmar Hörig erwarb. Etliche Teile, immer bunt und schrill, sollten folgen. „Dass das mein Markenzeichen ist und die Produktion schon mittags gespannt ist, was ich auspacke, hat sich so eingeschlichen“, sagt er. Bei seinen Auftritten sei die Garderobe von Nutzen, signalisiere sie dem Publikum doch, dass es jetzt los geht.

In 20 Jahren hat der Warm-Upper unzählige Formate betreut, etwa das jährliche «Germany’s Next Topmodel»-Finale, das immer wieder zu den Highlights in seinem Terminkalender gehört. Kaum zu toppen sei aber die Woche beim «Eurovision Song Contest» in Wien gewesen. „Das waren zwölf Warm-Ups mit je 75 Minuten Länge. Hinter der Bühne waren lauter internationale Top-Stars. Grandios“, erinnert er sich heute noch gerne an das Musik-Spektakel zurück.

Freilich lief auch nicht immer alles glatt. Besonders gerne erinnert er sich an eine Aufzeichnung zurück, die – wie üblich – mit dem flapsigen Hinweis begann, das Publikum möge während der Show nicht einfach aufstehen. „Man sagt dann, wer auf die Toilette muss, soll sitzen bleiben und es lieber laufen lassen.“ Natürlich ein Witz, doch ein Besucher verstand diesen wohl nicht. „Es waren helle Sitzbezüge und nach der Aufzeichnung haben wir einen riesigen Fleck entdeckt“, sagt er schmunzelnd. Lustig sei auch eine Situation bei einem italienischen Quiz-Piloten gewesen. Mühevoll hatte Oberfuchshuber studiert, wie er den Moderator in bestem italienischen begrüßen kann, ohne zu wissen, dass besagter Moderator ebenso mühevoll eine deutsche Ansprache gelernt hatte.

Geändert haben sich derweil die Anforderungen an Warm-Upper – Show-Aufzeichnungen sind heute umfangreicher als noch vor 15 Jahren. Die XXL-Primetime-Show hat sich vor gut zehn Jahren etabliert, aus zwei Stunden Sendezeit wurden gut und gerne dreieinhalb. „Eigentlich schrecklich. Die, die es ausbaden müssen, sind die Warm-Upper“, sagt Oberfuchshuber. In der Regel dauern solche Produktionen dann fünf bis sechs Stunden – zu füllen sind somit Pausen von um die zweieinhalb Stunden. „Ein derart langes Pausenprogramm zu haben, ist eigentlich gar nicht mehr unsere Aufgabe. Das ist eher der Job eines Stand-Up-Comedians. Aber die Firmen setzen das inzwischen voraus“, sagt er.

Nicht geändert haben sich derweil bestimmte Unterschiede. So müsse er sich gute Laune beim Publikum in Leipzig deutlich härter erarbeiten als in Köln. „Die Kölner sind immer bei Drei auf dem Baum“, sagt Oberfuchshuber grinsend. Unterschiede seien auch bei der Produktionszeit zu erkennen. Aufzeichnungen mittags um zwölf seien schwieriger als abends um 19 Uhr, weiß er. Selbst auf Tour zu gehen, mit eigenem Programm und als Komiker, reize ihn übrigens nicht. Der Sprung vor der Kamera grundsätzlich schon. Auch Pilot-Aufzeichnungen mit ihm als Moderator gab es schon – doch am Ende schaffte es bisher keine auf den Bildschirm. Nicht schlimm, findet der Warm-Upper, seine Auftragsbücher sind auch jetzt schon wieder voll.

Im Januar steht etwa die Sat.1-Produktion «Dancing on Ice» an, zudem ist er auch wieder für alle «The Voice»-Formate gebucht. Im Februar steht er bei den Champions League Sendungen von Sky im Studio. Langweilig wird ihm also auch im 21. Jahr als Warm-Upper nicht.


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