Quotencheck

«In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte»

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Die Donnerstagvorabendserie im Ersten befindet sich derzeit in ihrer vierten Staffel. Wie schlug sich der Ableger der nun 20 Jahre alten Krankenhausserie zuletzt?

«In aller Freundschaft» kennzeichnet für die ARD eine großartige Erfolgsgeschichte, die ihren Status in der deutschen Fernsehlandschaft diese Woche gebührend feiern darf. 20 Jahre ist die Krankenhausserie im Ersten nun schon auf Sendung. Anlässlich dessen verschlägt es die Sachsenklinik zur Jubiläumsfolge nach Thailand. Während die Kollegen in der Sachsenklinik Geburtstag feiern, herrscht im Erfurter Johannes-Thal-Klinikum „business as usual“. Mit mittlerweile vier Staffeln ist es bei «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» noch zu früh für Jubiläumsfeiern. Anlässlich des 20. Geburtstags seines Mutterformats lohnt sich jedoch auch ein Blick auf das Abschneiden des Formats, das trotz deutlich kürzerer Zeit im Fernsehen ebenfalls eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Zu Beginn war «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» nämlich noch ein Flop – wofür das Format selbst gar nichts konnte. Denn über viele Jahre hinweg hatte sich vor dem Start der Saxonia-Media-Produktion am 22. Januar 2015 am ARD-Vorabend unfreiwillig eine „Todeszone“ etabliert. Dort hatte die ARD lange Zeit seine Schmunzelkrimis der Dachmarke «Heiter bis tödlich» platziert. Der Großteil der Vorabendformate kam aber nie wirklich beim Publikum an, sodass die Aufgabe von «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» Anfang 2015 erst einmal lautete, den Sendeplatz am Donnerstagvorabend zu sanieren. Fast ein ganzes Jahr dauerte es dort, bis die Krankenhausserie endlich ihre erste zweistellige Quote beim Gesamtpublikum verbuchte und erst im Jahr 2017 wurde dies die Regel. Die Quote beim jungen Publikum lag derweil lange fast durchgängig in einem ganz mauen Bereich, meist unter fünf Prozent.

Mittlerweile stellt sich die Quotensituation von «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» sehr viel besser dar, gleichwohl sich in der Serie aktuell noch nicht mehr findet als ein passables Vorabendformat, insbesondere wenn man das Fiction-Format mit den boomenden Quizshows vergleicht, die an anderen Tagen laufen. Seit Februar 2018 strahlt Das Erste nun schon die vierte Staffel aus, wobei sich dieser Quotencheck den Ergebnissen seit Anfang Juli widmet. In besagten Monat startete «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» sehr zufriedenstellend. 2,28 Millionen Zuschauer schalteten am 5. Juli ein und bewirkten somit 10,9 Prozent Gesamtmarkanteil, was ganz knapp unterhalb des Senderschnitts des Ersten liegt. Ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielte das Format hingegen mit 7,3 Prozent bei 14- bis 49-jährigen Zuschauern. Hier lag der Mittelwert im vergangenen Jahr bei 6,7 Prozent.

Eine große Qualität, die sich «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» erst erarbeiten musste, ist die Konstanz beim Gesamtpublikum, auch wenn die Sendung den Senderschnitt im Mittel noch nicht erreichen kann. So verbucht die Arztserie mittlerweile fast durchgängig zweistellige Quoten beim Publikum ab Drei. Eine dieser Serien gelang «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» im Beobachtungszeitraum zwischen dem 5. Juli und 2. August, wo der Gesamtmarktanteil nur zwischen 10,2 und 11,2 Prozent schwankte. Letztere Quote, die am 19. Juli zu Buche stand, lag dabei sogar auf Höhe der Sendernorm des Ersten. Größeren Schwankungen unterliegt «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» dafür noch beim jungen Publikum. In besagtem Zeitraum von knapp einem Monat sprang die Sehbeteiligung der jungen Fernsehenden von Folge zu Folge immer zwischen über sieben und dann wieder unter sechs Prozent hin und her.

Der einzige Makel im Rahmen der 16 Episoden zwischen dem 5. Juli und dem 18. Oktober entstand am 9. August, als «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» doch mal wieder auf unter zehn Prozent fiel. An besagtem Tag trat auch der seltene Fall ein, dass die 18.50-Uhr-Serie mit 1,99 Millionen Menschen mal unter zwei Millionen Zuschauer anlockte. Allerdings lief die Folge auch noch im heißen August, als die Fernsehnutzung ohnehin niedriger war. 9,5 Prozent generierte «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» an diesem 9. August. Seitdem schaffte es das Format in jeder Folge in die Zweistelligkeit.

Mit 11,0 und 11,4 Prozent am 16. und 23. August lief es im Spätsommer zunächst verhältnismäßig ziemlich gut für die Geschichten aus dem fiktiven Erfurter Klinikum. Die Folgen am 23. und 30. schnitten mit 7,5 und 7,2 Prozent auch sehr gut bei jungen Zuschauern ab. Bis zum 13. September hielten sich neue Folgen von «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» bei mindestens sieben Prozent der 14- bis 49-Jährigen. Diese Serie endete mit einem Höchstwert im Beobachtungszeitraum, als Mitte September sogar 7,8 Prozent heraussprangen. Derweil schwankten die Gesamtmarktanteile zwischen 10,4 und 11,2 Prozent.

Eine Mini-Durststrecke überkam «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» dann ab Mitte September, als die neue TV-Saison so langsam wieder losging und sich die Menschen immer häufiger wieder ihren Fernsehern zuwandten, anstatt sich im Freien aufzuhalten. Zwar stieg die Reichweite so zwischen dem 20. September und dem 11. Oktober kontinuierlich von 2,06 auf 2,58 Millionen Zuschauer, zwischen dem 20. September und dem 4. Oktober kam «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» aber nie mehr auf 11,0 Prozent oder mehr, stattdessen auf zwischen 10,2 und 10,9 Prozent bei allen Zuschauern. Auch der Sieben-Prozent-Marke blieb «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» in diesem Zeitraum mit höchstens 6,5 Prozent fern.

Einen Quotengipfel erreichte «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» dann am 11. Oktober mit 11,3 Prozent bei allen und 7,7 Prozent bei den jungen Zuschauern, was für Sendungsverhältnisse ein sehr starkes Abschneiden darstellt. Gefolgt wurde dieses Hoch aber am 18. Oktober von der ersten Herbstdepression, als die Arztserie unsanft auf 10,4 Prozent und 5,4 Prozent fiel. Wirklich vergleichen kann man «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» natürlich nicht mit seinem Mutterformat. Einerseits laufen die beiden Formate natürlich auf verschiedenen Sendeplätzen, andererseits mussten sie sich in den vergangenen Jahren aus ganz anderen Situationen heraus beweisen. Während «In aller Freundschaft» schon seit zwei Jahrzehnten eine treue Anhängerschaft unterhält, musste «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte» den Donnerstagvorabend erst einmal mit viel Mühe sexy für Fernsehende machen.

Das Abschneiden der vierten Staffel seit Sommer bestätigt jedoch die kontinuierlich steigende Beliebtheit des Ablegers – ein Trend, der sich wohl noch weiter fortsetzen wird. Im Schnitt verfolgten 2,23 Millionen Zuschauer zwischen dem 5. Juli und 11. Oktober 2018 «In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte», darunter mittlere 0,38 Millionen aus der jungen Altersgruppe. Der Quotenschnitt belief sich im Beobachtungszeitraum auf ordentliche 10,7 Prozent, während das Format mit durchschnittlich 6,7 Prozent der jungen Zuschauer in dieser Altersgruppe schon auf Höhe des Senderschnitts liegt.

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