Interview

Lili Engels: ‚Für mich als Reporterin geht ein Traum in Erfüllung‘

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Direkt aus dem Teamquartier der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2026 berichtet Lili Engels für das ZDF. Im Interview spricht sie über die besondere Nähe zum DFB-Team, die Herausforderungen eines Turniers auf drei Länder verteilt und darüber, wie sich die Arbeit von Sportreportern zwischen Live-Schalten, Social Media und permanentem Nachrichtenfluss verändert hat.

Frau Engels, Sie begleiten das DFB-Team direkt im Team Base Camp in North Carolina – wie nah kommt man als Reporterin tatsächlich an Mannschaft und Trainerstab heran?
Ich konnte die Nationalmannschaft für das ZDF auch vorher schon mal begleiten und habe bereits Interviews mit dem Bundestrainer und vielen Spielern geführt. Insofern gehe ich davon aus, dass ich auch im WM-Quartier fundierte Antworten erhalten werde, die für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer von Interesse sind.

Das Quartier im „Graylyn Estate“ liegt nur wenige Minuten von den Trainingsplätzen der Wake Forest University entfernt. Wie wichtig ist diese Nähe aus Ihrer Beobachtung für den Turnieralltag der Mannschaft?
Dort vor Ort können wir aus der Nähe beobachten, was im Quartier der Nationalmannschaft passiert. Um etwas von der Stimmung im Team während des Turniers mitzubekommen, ist hilfreich, am Quartier präsent zu sein.

Die WM 2026 findet erstmals in drei Ländern statt. Wie verändert diese geografische Dimension Ihre Arbeit als Reporterin vor Ort?
Unser Team am Quartier der deutschen Nationalmannschaft ist davon zunächst nicht so sehr betroffen, wie unsere Reporter-Teams mit Amelie Stiefvatter und Alexander Ruda, die aus den verschiedenen WM-Stadien berichten und schon in der Gruppenphase einen größeren Reiseaufwand haben.

Welche logistischen Herausforderungen bringt es mit sich, ein Team durch die USA, Kanada und Mexiko zu begleiten?
Die technischen Möglichkeiten, die es heute gibt, ermöglichen dem ZDF eine WM-Berichterstattung, die produktionell aus dem Sendezentrum in Mainz gesteuert wird. Wir als kleines Reporterteam vor Ort sind entsprechend beweglich und können das deutsche Team an die verschiedenen WM-Spielorte begleiten und von dort in Live-Schalten aktuell berichten. Natürlich ist dabei auch die Zeitverschiebung für uns eine besondere Herausforderung.

Sie berichten direkt aus dem Teamlager – wie schwierig ist es, zwischen Nähe zum Team und journalistischer Distanz die richtige Balance zu finden?
Viele Spieler kenne ich schon aus den Interviews, die ich in der Bundesliga-Saison zum Beispiel für «das aktuelle sportstudio» geführt habe. Der journalistische Umgang mit den sportlichen Themen ändert sich nicht dadurch, dass man nun längere Zeit vor Ort ist und die Spieler möglicherweise auch mal beim Spaziergang sieht.

Bundestrainer Julian Nagelsmann spricht von optimalen Bedingungen vor Ort. Macht sich diese Professionalität auch in der täglichen Arbeit für Medienvertreter bemerkbar?
Den Bundestrainer habe ich bisher als jemanden erlebt, der gerne zu den sportlichen Themen kommuniziert. Und auch das Kommunikationsteam des DFB unterstützt die Arbeit von uns Medienvertretern. Ich bin optimistisch, dass das auch bei der WM so sein wird.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie während eines Turniers wie der WM aus – gerade wenn man so nah an der Mannschaft ist?
Der wird zum einen stark davon bestimmt werden, ob es ein Spieltag für das deutsche Team ist oder ob es ein ZDF-WM-Tag ist. Aber auch an den anderen WM-Tagen werden in unseren aktuellen Sendungen Infos rund ums deutsche Team gefragt sein – und auch dann bin ich zusammen mit meinen Kollegen Florian Zschiedrich und Nils Kaben im Berichterstattungs-Einsatz: Wir werden in unsere Sendungen geschaltet, führen Interviews, nehmen an den Pressekonferenzen teil oder schauen uns die öffentlichen Trainingseinheiten an.

Das Medienzentrum wird direkt auf dem Campus eingerichtet. Erleichtert das Ihre Arbeit oder erhöht es auch den Druck durch die permanente Nähe zum Geschehen?
Angesichts der anderen logistischen Herausforderungen bei dieser WM wird das sicher den ein oder anderen Arbeitsablauf erleichtern.

Gerade bei großen Turnieren spielen auch Hintergrundgeschichten eine wichtige Rolle. Worauf achten Sie besonders, wenn Sie aus dem Innenleben des Teams berichten?
Allem voran darauf, ob es für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer relevant ist, ob es einen journalistischen Mehrwert hat, um ein möglichst umfassendes Bild von dieser WM zu erhalten.

Die Distanzen zwischen den Spielorten sind enorm. Glauben Sie, dass diese Reisestrapazen auch ein Thema in der Berichterstattung werden könnten?
Alles, was zu dieser WM gehört, wird auch Thema unserer Berichterstattung sein. Dazu gehören auch die Reisestrapazen für die Teams, aber auch für die Fußballfans aus aller Welt.

Wie verändert sich die Berichterstattung im Vergleich zu früheren Turnieren – gerade durch Social Media und den permanenten News-Zyklus?
Das gehört mittlerweile dazu, dass wir auf den verschiedenen digitalen Plattformen mit unserer Berichterstattung ebenso präsent sind wie im linearen TV. Eine WM ist heute auf vielen Wegen und Geräten erlebbar. Es verändert sich insofern, als wir heute mehr Kanäle bespielen.

Wenn Sie auf die WM 2026 blicken: Was wird aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung – für die Mannschaft, aber auch für Sie als Reporterin?
Für mich als Reporterin geht ein Traum in Erfüllung, dass ich von einer Fußball-WM berichten kann und dann auch noch direkt aus dem deutschen Quartier. Für die Spieler ist es bekanntlich auch eines der größten Erlebnisse, bei einer Fußball-WM dabei zu sein – und da werden auch die Herausforderungen gerne gemeistert, die eine WM in drei Ländern und unterschiedlichen Zeitzonen mit sich bringt.

Danke für Ihre Zeit!

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