Spieler übernehmen die Leitung eines Zoos, der nicht als bloße Tierschau gedacht ist, sondern als komplexe Institution mit pädagogischem, ökologischem und ökonomischem Anspruch. Jeder Zug ist geprägt von Entscheidungen: Welche Gehege werden gebaut? Welche Tierarten passen zusammen? Wird in Attraktionen investiert oder lieber in Artenschutzprojekte, die langfristig mehr Anerkennung bringen? Das Spiel zwingt dazu, langfristig zu denken und Prioritäten zu setzen – schnelle Erfolge sind selten, nachhaltige Strategien dagegen entscheidend.
Das Herzstück von «Ark Nova» ist sein Karten- und Aktionssystem. Fünf Aktionskarten bestimmen, was ein Spieler in seinem Zug tun kann – etwa bauen, Tiere ausspielen, Sponsoren anwerben oder Projekte unterstützen. Die Stärke dieser Aktionen hängt davon ab, wie lange sie nicht genutzt wurden. Dadurch entsteht ein permanenter Spannungsbogen zwischen kurzfristiger Optimierung und langfristiger Planung. Wer immer dieselbe Aktion nutzt, schwächt sie selbst – wer zu lange wartet, verschenkt Möglichkeiten. Dieses System macht «Ark Nova zu einem Spiel, das Konzentration und Übersicht belohnt.
Inhaltlich beeindruckt die Vielfalt. Hunderte Tierarten, reale Artenschutzprojekte, Universitäten, Sponsoren und Spezialgebäude sorgen dafür, dass kein Zoo dem anderen gleicht. Dabei wird das Thema Naturschutz erstaunlich ernsthaft behandelt. Tiere sind nicht nur Siegpunkte, sondern Teil eines größeren ökologischen Zusammenhangs. Manche Arten benötigen bestimmte Gehegetypen, andere profitieren von wissenschaftlichen Kooperationen oder globalen Schutzmaßnahmen. So entsteht ein Spielgefühl, das Bildung und Strategie auf elegante Weise verbindet.
Die digitale Umsetzung orientiert sich stark an der Brettspielvorlage – und das ist ausdrücklich positiv gemeint. Regeln, Mechaniken und Spieltiefe bleiben vollständig erhalten. Gleichzeitig nimmt die Software den Spielern die komplexe Verwaltung ab: Wertungen, Kartenstapel, Effekte und Synergien werden automatisch berechnet. Das macht «Ark Nova» zugänglicher, ohne es zu vereinfachen. Gerade für Neulinge ist das digitale Tutorial ein großer Vorteil, da es die durchaus anspruchsvollen Regeln schrittweise erklärt.
Optisch bleibt die Adaption funktional, aber stimmungsvoll. Der Zoo wächst sichtbar, Gehege füllen sich, Kartenillustrationen sind hochwertig und übersichtlich. Statt auf spektakuläre Animationen setzt das Spiel auf Klarheit und Lesbarkeit – eine bewusste Entscheidung, die dem strategischen Anspruch entgegenkommt. Auch der Soundtrack bleibt dezent und unaufdringlich, was gut zur ruhigen, nachdenklichen Atmosphäre passt.
Besonders stark ist «Ark Nova» im Mehrspielermodus. Ob gegen KI oder online gegen andere Spieler: Die Partien entwickeln schnell eine hohe Dynamik. Da jede Entscheidung Auswirkungen auf das eigene Tableau und indirekt auf die Mitspieler hat, entsteht ein intensiver Wettbewerb um begrenzte Ressourcen und lukrative Projekte. Gleichzeitig bleibt das Spiel jederzeit fair – Glück spielt eine Rolle, aber Können und Planung entscheiden langfristig.
Die Resonanz der Community fällt entsprechend positiv aus. Brettspielfans loben die originalgetreue Umsetzung und die Möglichkeit, komplexe Partien ohne Aufbauzeit zu spielen. Neue Spieler schätzen die Zugänglichkeit und die thematische Tiefe. Kritik gibt es vereinzelt an der nüchternen Präsentation oder an der hohen Einstiegskomplexität – doch genau diese Aspekte sind es, die «Ark Nova» von leichterer Unterhaltung abheben.







Quotencheck: «Jenseits der Spree»
Salke Weber: ‚Rückblick und Neugierde sind ein und dasselbe‘

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