Wochenquotencheck

Schrauben, sägen, schwächeln: Heimwerker-Doku stößt auf Granit

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Mal wieder sollte mit einfachen Mitteln die große Trendwende am lahmenden Vorabend von kabel eins eingeleitet werden - und mal wieder scheint dieses Vorhaben gründlich zu misslingen. Auch «Achtung Kontrolle!» hat Selbige über die Quoten längst verloren.

Ist das jetzt in seiner Kreativitätsarmut schlimm oder einfach harmlos? Die Frage konnte man sich in den vergangenen Tagen durchaus stellen, wenn man zufällig den Weg zu «Schrauben, sägen, siegen» gefunden hat, das neuerdings den 17:55-Uhr-Sendeplatz von kabel eins aufpolieren soll. Da bewirbt der Privatsender doch wirklich ein Format als große neue Vorabend-Hoffnung, das sich konzeptionell nicht nur arg an den direkten Vorgänger «Mein Lokal, dein Lokal» anlehnt, sondern auch an diverse VOX-Formate der Daytime-Gegenwart. Doch bei aller Konvention ist die Sendung halt auch durchaus sympathisch, kurzweilig, ja eben "durch und durch solide" (mehr zu unseren Eindrücken im Hingeschaut vom Montag), nur eben eher etwas für die Manifestation des Status Quo als für den Aufbruch zu neuen, unerschlossenen Quotenufern. Doch nach aktuellem Stand könnte selbst das untere Mittelmaß der jüngeren Vergangenheit damit verfehlt werden.

Das Hauptproblem für das Team um "Heimwerker-König" Mark Kühler, das sich schon nach der ersten Folge abzeichnete: Es regte ganz offensichtlich kaum jemanden dazu an, am Vorabend kabel eins zu konsultieren, der das zuvor nicht gemacht hatte. Schon am Montag standen beim Gesamtpublikum richtig schlechte 0,38 Millionen Zuschauer und nur 2,3 Prozent Marktanteil auf dem Papier, in der werberelevanten Zielgruppe wurden nur bedingt bessere 3,6 Prozent bei 0,15 Millionen verzeichnet. Doch während die Mobilisierung neuer Zuschauer misslang, gelang es offenbar umso besser, zumindest einige ältere Fernsehende abzuschrecken: Folge zwei krachte nämlich auf bereits äußerst kritische 1,8 Prozent bei 0,30 Millionen zurück, während in der Zielgruppe mit 3,5 Prozent bei 0,16 Millionen die Ergebnisse des Vortags quasi wiederholt wurden.

Die verheerende Zwischenbilanz nach zwei Tagen: Sowohl beim Gesamtpublikum als auch in der Zielgruppe waren die beiden ersten Anläufe des Neustarts die mit Abstand schwächsten 18-Uhr-Angebote aller acht klassischen großen Vollprogramme des Landes - einzig die Montagsausgabe von «Köln 50667» lag insgesamt mit 0,44 Millionen noch in Reichweite, enteilte dafür aber bei den 14- bis 49-Jährigen mit 6,8 Prozent umso deutlicher. Am Mittwoch rührte sich angesichts von 2,3 und 3,4 Prozent bei 0,39 Millionen kaum etwas, erst am Donnerstag ab es zumindest in der Zielgruppe mit 4,4 Prozent bei 0,19 Millionen einen ersten kleinen Achtungserfolg zu vermelden. Schlusslicht war man damit unter den Großen allerdings noch immer mit ebenso großem Abstand wie beim Gesamtpublikum, wo 2,4 Prozent bei 0,39 Millionen gemessen wurden.


«Achtung Kontrolle!»: Breite Themenpalette, schmale Quoten


Für frischen Wind ohne allzu große Mühe wollten die Programmverantwortlichen ferner um 18:55 Uhr sorgen, wo «Achtung Kontrolle!» mit dem Untertitel «Wir kümmern uns drum» nicht mehr nur Ordnungshütern über die Schulter blicken möchte, sondern etwa auch Veranstaltern großer Events oder einer Tierdetektivin. Doch wer mit der Gleichung "Mehr Themen = Mehr Zuschauer" gerechnet hat, kam auf ein grundlegend falsches Ergebnis, wie sich nach nur 2,0 und 1,7 Prozent des Gesamtpublikums bei maximal 0,50 Millionen bzw. 3,0 und 3,2 Prozent der Umworbenen schon an den ersten beiden Wochentagen deutlich zeigte. Doch zusammen mit den Schraubern im Vorfeld gelang auch hier am Donnerstag ein erster kleiner Achtungserfolg mit 4,3 Prozent der 14- bis 49-Jährigen.

Unangenehm für das neue Vorabend-Lineup: Der Vorabend des Senders hatte sich nach einer beträchtlichen Durststrecke ausgerechnet Anfang Oktober etwas überraschend steigern können: So waren von den neun letzten «Achtung Kontrolle!»-Folgen mit nicht so breiter Themenpallete bei den jungen Menschen nur zwei an der Vier-Prozenthürde (14-49 Jahre) gescheitert und im Durchschnitt hatten immerhin 4,3 Prozent zu Buche gestanden, «Mein Lokal, dein Lokal» knackte hintenraus sogar mehrfach die Marke von fünf Prozent und musste sich nur aufgrund zweier Totalausfälle (2,6 und 2,4 Prozent) hintenraus ebenfalls nur mit 4,3 Prozent begnügen - anderenfalls hätten grundsolide 4,9 Prozent auf dem Papier gestanden.

Und wenngleich diese Zahlen schon das Höchste der Quotengefühle der jüngeren Vergangenheit waren und etwa beim Gesamtpublikum kaum einmal die Drei-Prozentmarke geknackt wurde, so bleibt doch als zusätzlicher Makel neben der ohnehin schon richtig schlechten Wochenbilanz für «Schrauben, sägen, siegen» und dem formatgewordenen Ruf nach Kontrolle auch die Tatsache stehen, dass man sich gegenüber der jüngsten Vergangenheit ab 17:55 Uhr sogar noch verschlechtert hat. Das alles erinnert an «Schätze unterm Hammer» und «Sicher ist sicher!», mit denen kabel eins zuletzt im März versucht hatte, ein Revolutiönchen in die Wege zu leiten - bevor man nach wenigen Wochen bereits wieder einknickte und notgedrungen eine Rolle rückwärts vollführte. Immerhin: Nach spätestens vier Wochen ist der Heimwerker-Spuk ohnehin vorbei, dann muss sich Frank Rosin mit der nächsten Alliteration «Gekauft, gekocht, gewonnen» beweisen.

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