Quotencheck

«500 - Die Quiz-Arena»

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Jauchs neuer Ratespaß bescherte auch RTL vor allem beim älteren Publikum große Quoten-Freuden. Einziges Problem hinsichtlich einer Fortsetzung: Im Laufe der Staffel gingen einige Zuschauer verloren.

In den vergangenen Jahren schien es, als gehe «Wer wird Millionär?» einem schleichenden Quoten-Tod entgegen: Insbesondere beim jungen Publikum verlor das Quiz sukzessive an Relevanz und lag immer öfter unterhalb des Senderschnitts. In diesem Jahr allerdings konnte sich die Gesamtbilanz voll und ganz sehen lassen (mehr dazu hier), sodass man bei RTL sogar gewillt war, Jauch eine weitere Rateshow für die Sommerzeit zu spendieren: Fünf Mal ging das aus Übersee importierte «500 - Die Quiz-Arena» an den vergangenen Montagabenden zweistündig auf Sendung und wusste dabei alles in allem zu überzeugen. Der Trend zeigte dabei allerdings nicht unbedingt in die für die Programmverantwortlichen erfreulichste Richtung.

Dabei legte der Staffelauftakt einen richtig großen Erfolg hin, der am 4. Juli in direkter Konkurrenz zum starken «Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand» 4,46 Millionen Fernsehende sowie 15,6 Prozent Marktanteil verbuchte. Damit teilten sich RTL und ARD die Primetime-Marktführung, während in der werberelevanten Zielgruppe niemand am Kölner Sender vorbei kam: Mit 16,0 Prozent wies man nicht nur den zeitgleich gezeigten Spielfilm in die Schranken, sondern auch einen weiteren «The Big Bang Theory»-Marathon, der ProSieben ebenfalls durchweg gute bis sehr gute 11,6 bis 15,2 Prozent bescherte. Alles super also zum Auftakt - aber ganz so toll sollte es dann eben doch nicht bleiben.

Die ersten klaren Verluste offenbarten sich in Woche zwei, als mit nur noch 3,84 Millionen über eine halbe Million Menschen verloren gingen. Dramatisch war dieser Aderlass mitnichten, zumal noch immer sehr gute 13,7 Prozent auf dem Papier standen, aber eben doch ein wenig ärgerlich, da man auch das ZDF mit «Tiefe Wunden» deutlich unterlegen war - 4,41 Millionen Menschen sahen hier zu. Im direkten Wettbewerb mit dem Ersten, das an diesem Tag auf den Hallervorden-Streifen «Mein letztes Rennen» setzte, war man einmal mehr quasi auf Augenhöhe. Beim jungen Publikum ließ Jauch einmal mehr die Muskeln spielen und setzte sich mit immerhin noch 14,8 Prozent bei 1,43 Millionen klar ab. Die härteste Konkurrenz waren hier einmal mehr die ProSieben-Nerds mit Werten zwischen 12,0 und 13,6 Prozent.

Wer nun in Woche drei weitere Verluste kommen sah, musste sich eines Besseren belehren: Durch das gute Wetter waren zwar einmal mehr die Zuschauerzahlen leicht rückläufig auf 3,73 bzw. 1,37 Millionen, die Marktanteile verbesserten sich zugleich jedoch ein wenig auf 14,1 und 15,4 Prozent. Damit positionierte man sich ein kleines, aber doch klar messbares Stück vor dem neuesten SommerKino-Streifen im Ersten und ein deutliches Stück vor der «Mörderischen Hitze», die ein «Spreewaldkrimi»-Rerun im Zweiten entfachte. Und bei den Jüngeren? Sie ahnen es: Da hieß es einmal mehr, sich gegen die Sitcom-Power aus Unterföhring zu behaupten, die sich diesmal über die zwei Stunden hinweg ziemlich konstant bei 12,3 bis 13,0 Prozent bewegte.

Deutlich mehr Anlass zu Bedenken gab dann allerdings die vierte und letzte Juni-Episode, die sich mit 3,62 Millionen Gesamt-Zuschauern begnügen musste und sich auch hinsichtlich des Marktanteils nach unten orientierte - dieser betrug nämlich gerade einmal noch 13,0 Prozent. Erstmals überhaupt musste man sich damit dem ARD-Streifen klar unterordnen, wenngleich «Winterkartoffelknödel» mit über vier Millionen Zuschauern aber auch ein Überraschungshit war. Bei den Werberelevanten standen bei noch 1,23 Millionen verbliebenen Konsumenten ganz ordentliche, aber eben nur noch leicht überdurchschnittliche 13,5 Prozent auf dem Papier - womit man zumindest im zweiten Teil der Sendung gegen «The Big Bang Theory»  den Kürzeren zog, das hier auf herausragende 14,0 und 14,4 Prozent gelangte. Da zuvor aber nur 11,3 und 12,3 Prozent möglich waren, hielt sich Jauch über die gesamte Laufzeit hinweg gesehen dann doch noch leicht in Front.

Das Finale erreichte am 1. August 2016 4,16 Millionen Fernsehzuschauer und tolle 14,5 Prozent Marktanteil. Bei den für die Werbewirtschaft wichtigen Fernsehzuschauern fuhr man 1,39 Millionen Zuseher ein, hier punktete man mit 14,8 Prozent.

Durchschnittlich erreichte «500 - Die Quiz-Arena»  eine Zuschauerzahl von 3,96 Millionen, was einem Marktanteil von 14,2 Prozent entsprach. An «Wer wird Millionär?»  kam der Neustart damit nicht heran, denn das Kultquiz erreichte zuletzt durchschnittlich über fünfeinhalb Millionen Fernsehende und fast 17 Prozent des Gesamtpublikums. Verglichen mit dem RTL-Senderschnitt hingegen, der seit Monaten tendenziell eher unter- als oberhalb der Zehn-Prozentmarkte liegt, konnten sich diese Werte voll und ganz sehen lassen. Und anders als Jauchs Klassiker war die Sendung eben bei den 14- bis 49-Jährigen ein wenig stärker unterwegs als bei Allen und erreichte im Mittel 14,9 Prozent bei 1,39 Millionen Fans - womit man auf «WWM?»-Flughöhe unterwegs war und den Senderschnitt um rund zwei Prozentpunkte überstieg. Man dürfte sich also gewiss nicht grämen, Jauch diese fünf zusätzlichen Einsätze gewährt zu haben - auch wenn die Quotenverluste innerhalb der Staffel nun sicherlich nicht zwingend hätten sein müssen.

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