Sportcheck

Sky und der Super-Fußball-Sonntag: Versenkt oder Überflieger?

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Sky zelebriert den Sonntag, Huck ist zurück, die Mafia gibt Einblicke und außerdem wird gesegelt, mit Bällen geworfen und im Schnee gespielt. Viel drin im SportCheck!

Sporthighlights der Woche

  • Dienstag, ab 19.00 Uhr: Bundesliga Konferenz und Livespiele mit 96-Wolfsburg und Ingolstadt-Köln (Sky, live)
  • Mittwoch, ab 19.00 Uhr: Bundesliga Konferenz und Livespiele mit Schalke-HSV, Gladbach-VfB, Bayern-Mainz, Bayer-Bremen u.a. (Sky, live)
  • Mittwoch, 20.00 Uhr: HBL, 24. Spieltag: VfL Gummersbach vs Füchse Berlin (Sport1, live)
  • Freitag-Sonntag, jeweils 12:45 Uhr: Tennis Davis Cup 1/8-Finale Herren (Sat.1 Gold, live)
  • Samstag & Sonntag: Bundesliga live und Konferenzen, u.a. mit dem Topspiel am Samstag: Dortmund vs Bayern (Sky, live)
  • Samstag, 18.30 Uhr: BBL 25. Spieltag, ALBA Berlin vs BG Göttingen (Sport1, live)
  • Sonntag, 14.10 Uhr: Letzter DEL-Spieltag, Topspiel (ServusTV, live)
  • Sonntag, 14.55 Uhr: HBL, 24. Spieltag: TBV Lemgo - Bergischer HC (Sport1, live)
Spruch der Woche
"Es ist schön zurückzukommen. Aber ich bin ja nicht geflohen aus Deutschland, nur zum Arbeiten weggegangen."
(Jürgen Klopp bei der Rückkehr nach Augsburg)

Thema der Woche: Sky ruft zum Super-Fußball-Sonntag


Dank einer außergewöhnlichen Konstellation berichtete Sky am Sonntag fast acht Stunden live aus der Bundesliga. Ab 14.30 Uhr führten Sebastian Hellmann, Lothar Matthäus und Reiner Calmund durch den Super-Fußball-Sonntag. Von den Vorberichten über Augsburg gegen Gladbach (2:2), die Konferenz der Spiele BVB gegen Hoffenheim (3:1) und Mainz gegen Leverkusen (3:1) oder die Einzelspiele, die spätere Partie zwischen Frankfurt und Schalke (0:0) bis zu den Nachberichten wurde eine Menge geboten.

Parallel gab es noch das engliche Spitzenspiel zwischen Manchester United und dem FC Arsenal. das Duell von Bastian Schweinsteiger mit den Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil und Per Mertesacker lief ab 14.50 Uhr auf Sky Sport und bescherte dem Heimteam einen heiß umkämpften 3:2-Sieg, bei dem der junge Rashford mit seinem zweiten Doppelpack hintereinander erneut zum Helden wurde und Louis van Gaal einen denkwürdigen Auftritt hinlegte, als er dem vierten Offiziellen eine Schwalbe demonstrierte und dafür auf den Boden sank.

Später durfte dann auch noch Jürgen Klopp ran, als es im Capitol-One-Cup ab 17.20 Uhr das Finale zwischen seinem FC Liverpool und Manchester City zu sehen gab. Dies jedoch auch nur auf Partnersender sportdigitalHD. Leider wurde es nichts mit seinem ersten Titel als Liverpool-Manager - im Elfmeterschießen versagten seinen Spielern (bis auf Emre Can) die Nerven: 1:3. Der vierte Capitol-One-Titel für Manchester City.

Die Sonntagskonferenz mit den ehemaligen Weggefährten Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann bei Dortmund gegen Hoffenheim sowie mit dem Spiel der Mainzer gegen das vorerst cheftrainerlose Leverkusen begeisterte 1,13 Millionen Fans (4,5%) und 510.000 (6,2%) der Werberelevanten. Somit konnte man die ohnehin schon starken Werte der Vorwoche noch einmal steigern.

Das späte Spiel der kriselnden Frankfurter Eintracht gegen die unter der Woche desaströs ausgeschiedenen Schalker erfreute sich dann noch 630.000 Zuschauern beim Gesamtpublikum (1,8%) mit 290.000 (2,3%) in der Zielgruppe.

Der Auftritt unserer drei deutschen Nationalspieler in der Premier League fand parallel zur Bundesliga da schon deutlich weniger Anklang: 100.000 Fans des englischen Fußballs sorgten für 0,5 Prozent Marktanteil. Bei den Umworbenen waren 30.000 (0,4%) dabei. Standart-Werte für Übertragungen dieser Art.

Auf der Quotenseite also was die Bundesliga angeht ein erfolgreicher Sonntag, der englische Fußball, der bei Sky ja ohnehin in den letzten Zügen liegt, schwächelt auf gewohntem Sparflammen-Niveau weiter - hat aber im Vergleich zur früheren Spielzeiten eine klar aufsteigende Tendenz.

Vom qualitativen Standpunkt hat Sky alles richtig gemacht - dem Fußballfan mit ausreichend Sitzfleisch bot sich ein äußerst kurzweiliger Sonntag mit starken Spielen (ManUtd-Arsenal, BVB-Hoffenheim), kuriosen Szenen (van Gaal), treffenden Analysen aber durchaus auch Rohrkrepierern (das äußerst langweilige Spätspiel Frankfurt-Schalke oder auch Klopps farbloser und viel zu langer Finalkick). Dennoch: Ein Super-Sonntag war es für Fans des runden Leders in jedem Fall - Wiederholung willkommen.

Die restlichen Bundesliga-Quoten gibt es weiter unten im Bundesliga-Check.

Bundesligistensterben in Europa


Dienstag griffen endlich auch die Bayern in die Play-Off-Phase des Europapokals ein. Mit ihrem CL-Hinspiel bei Juventus Turin (2:2) legten sie den Grundstein für ein Weiterkommen.

Sky zeigte das Spiel ab 19:30 Uhr exklusiv und erreichte mit insgesamt 1,22 Millionen Zuschauern für Livespiel und Konferenz einen sehr guten Marktanteil von 4,1 Prozent. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kletterte der Marktanteil dank 660.000 Fans sogar auf 6,4 Prozent. Neuer Saison-Bestwert für Sky! Nicht mit enthalten sind übrigens alle, die sich das Spiel am Dienstagabend in einer Bar angesehen haben.

Im ZDF konnte man jedoch ebenfalls Fußball sehen: Ab 20:45 Uhr interessierten sich immerhin 3,57 Millionen (12,0%) bei allen und 960.000 (8,8%) bei den 14- bis 49-Jährigen für die Partie FC Eindhoven gegen Atlético Madrid. Zumindest bei den Jüngeren über Senderschnitt, bei allen knapp drunter.

Die Zusammenfassung der Bayern-Partie ab 22:50 Uhr wollten immer noch 3,09 Millionen (gute 15,3%) sowie 1,02 Millionen (starke 13,7%) bei den Jüngeren sehen.

Zum Abschluss zeigte man ab 22:58 Uhr noch einen Zusammenschnitt der Partie Arsenal gegen Barcelona, die mit 2,45 Millionen (12,7%) und 0,86 Millionen (12,2%) bei den 14- bis 49-Jährigen ebenfalls noch gute Werte holte.

Donnerstag war dann die Europa-League an der Reihe und brachte neben dem Weiterkommen von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen auch das überraschende Aus von Schalke 04 und das erwartete Scheitern den FC Augsburg in Liverpool bei Herrn Klopp.

Das Dortmund-Spiel live bei Sport 1 verfolgten starke 2,72 Millionen Zuschauer ab 21:00 Uhr. Die anschließenden Highlights ab 23:10 Uhr waren dann noch für 960.000 Fans interessant.

Somit das Fazit: Zwei noch dabei, zwei schon raus und einer (die Bayern) zumindest mit einem Bein in der nächsten Runde.

Schneegestöber


Die Wintersportwoche wurde bereits am Dienstag von Eurosport eingeleitet. Mit dem Weltcup-Skispringen in Kuopio erreichte man ab 19:03 Uhr fast eine Stunde lang 860.000 Sportfans, ab 20:00 Uhr für eine weitere Stunde gegen stärkeres Parallelprogramm immerhin noch 780.000.

Am Mittwoch stand erneut bei Eurosport die Biathlon EM in Tyumen auf dem Programm – Bestwert des Tages waren hier 520.000 Interessierte, die ab 13:51 Uhr einschalteten. Donnerstag ging es mit dem gleichen Event weiter – und erneut versammelten sich diesmal ab 13:46 Uhr 520.000 Fans.

Das Wochenende gehörte in Sachen Wintersportquoten dann eher dem ZDF – am Freitag musste man sich mit einer früheren Programmierung zwischen 12:00 Uhr und 15:00 Uhr noch mit Werten unter dem Senderschnitt begnügen.

Samstag jedoch landete man zwischen 13:19 und 16:59 Uhr mit fast allen Sendungen beim Gesamtpublikum über dem Senderschnitt. Die meisten Fans zog die Nordische Kombination über 10 km ab 14:59 Uhr mit 2,04 Millionen (16,0%). Einen etwas besseren Marktanteil holte nur das Skispringen um 13:19 Uhr (16,5%). Bei den 14- bis 49-Jährigen lagen jedoch alle Sendungen bis auf die Nordische Kombination unter dem Senderschnitt. Vielleicht wird langsam einfach das Wetter zu gut für Wintersport im TV.

Huck Reloaded
Am späten Samstagabend ab 22:45 Uhr feierte Profiboxer Marco Huck, der seinen WBO-Titel vor sechs Monaten auf schmerzhafte Weise gegen den Polen Krzysztof Glowacki verloren hatte, sein Debüt als Teil des Klitschko-Teams bei RTL. Durch technischen K.o. in der elften Runde reichte es für ihn beim bereits vierten Aufeinandertreffen gegen Ola Afolabi, erneut Weltmeister im Cruisergewicht zu werden.

Dass der doch eher unbekannte 31jährige dabei direkt Quoten wie die Klitschkos für RTL würde generieren können, war nicht zu erwarten gewesen. Und dennoch konnte man seitens des Senders aufatmen: 4,38 Millionen beim Gesamtpublikum entschieden sich für den Kampf live aus Halle/Westfalen und reichten für 23,2% Marktanteil. In der Zielgruppe waren 1,42 Millionen dabei (19,6%). Nebenbei stärkste Senderreichweite des Tages und solide genug, um darauf aufzubauen – vielleicht mit dem gewünschten Revanche-Kampf gegen Glowacki? Die Tür steht in jedem Fall jetzt einen Spalt weiter offen.

BundesligaCheck


Die Bundesliga startete schon vor dem Super-Sonntag mit dem liebgewonnenen Freitagsspiel zwischen den starken Kölnern und dem Überraschungsteam aus der Hauptstadt. Die Hertha gewann durch ein Tor von Vedad Ibisevic, der damit seine Torflaute beendete, festigte Rang 3 und nagelte das Team von Peter Stöger im Mittelfeld der Tabelle fest.

490.000 Zuschauer reichten für 1,6% - bei den Umworbenen schauten 190.000 (1,9%) zu. Bei der Gesamtreichweite ein passabler Wert, in der Zielgruppe jedoch ein empfindlicher Einbruch zu den Vorwochen. Sind Hertha und Köln vielleicht zwei Teams, die eher auf ältere Fans im TV zählen können?

Am Samstag gab es eine spannende Konferenz, jedoch mit nur vier Spielen. Wolfsburg wurden einmal mehr von souveränen Bayern die Grenzen aufgezeigt (0:2), der HSV und Ingolstadt trennten sich im grauen Mittelfeld der Liga 1:1, Bremen und Darmstadt kamen beim 2:2 nicht von der Stelle und der VfB Stuttgart verlor nach acht ungeschlagenen Spielen ausgerechnet zuhause gegen die mit acht Niederlagen am Stück angereisten Hannoveraner – 1:2. So ist Fußball eben.

1,42 Millionen reichten zu sehr guten 9,8% - bei den Umworbenen sicherte man sich 690.000 und starke 14,0%. Erneut eine gelungene Samstagskonferenz für den Pay-TV-Sender also.

Die «Sportschau»  im Ersten sicherte sich diese Woche 5,94 Millionen ans bei allen (24,5%) und 1,24 Millionen bei den 14- bis 49-Jährigen (17,9%) und wiederholte in Sachen Gesamtzuschauer exakt und bei den anderen fast genau die Werte der Vorwoche.

Vermischtes


Am Montag strahlte Das Erste ab 22:45 Uhr im Rahmen der «Story im Esten» die Dokumentation "Die Fußball-Mafia - Blatters vergiftetes Erbe" aus. In dieser ging es auch um erneute Verdächtigungen gegen Ikone Franz Beckenbauer. Außerdem im Fokus: Der Wahlkampf um die FIFA-Präsidentschaft.

1,78 Millionen Fußballinteressierte wollten sich die Schattenseiten des Geschäfts ansehen und generierten unterdurchschnittliche 9,9%. In der Gruppe der 14-bis 49-Jährigen waren 410.000 dabei (ebenfalls schwache 5,9%).
Auch das ZDF ließ sich am Mittwoch nicht lumpen und konterte mit der Reihe ZDFzoom und dem Thema „FIFA - Das Foulspiel der Mächtigen“.

Ab 23:05 Uhr waren hier gar nur 1,33 Millionen dabei (schwache 8,8%), dafür kamen jedoch 380.000 aus der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen, was für 6,7% und ein Ergebnis über dem Senderschnitt reichte.

Die Posse um das zu wiederholende DHB-Pokalspiel zwischen den favorisierten Rhein-Neckar Löwen und der MT Melsungen setzte Sport1 am Mittwoch auf die Speisekarte. Ab 18:55 Uhr holte man damit 250.000 Handballfans vor die TV-Geräte.

Samstag zur besten Sendezeit ab 20:30 Uhr wurden dann die Bälle geworfen. In der BBL stand das Spiel der, um die Play-Offs kämpfenden Gießen 49er, gegen die im Niemandsland der Tabelle stehenden Spieler von Telekom Baskets Bonn auf dem Programm. Mit 87:72 gab es einen bis auf das zweite Viertel ungefährdeten Heimsieg der somit nichts an der Ausgangssituation beider Teams änderte.

Sport1 durfte sich über immerhin 40.000 Zuschauer bei allen (0,1%) und 10.000 bei den Umworbenen (0,1%) freuen - leider inzwischen triste Routine für die Nischensportart, besonders bei eher unspektakulären Partien wie dieser.

Die saure Quoten-Gurken der Woche


Die Freunde von Servus TV meinten es auch mal wieder gut mit den deutschen Sportfans und zeigten am Samstag und Sonntag die Louis Vuitton America´s World Series im Segel vor Oman. Segelfreunde vor die TV-Geräte war somit die Devise - dieser Ruf verhörte jedoch ungehört.

Jeweils ab 11 Uhr erreichte man an beiden Tagen unter 10.000 Zuschauer, was bei allen für 0,1% Marktanteil reichte. In der Zielgruppe waren gar keine Werte messbar. Erneut scheitert man hier also mit einem gutgemeinten Event am TV-Konsumenten. Schade drum, aber im Vergleich zur BBL auf Sport1 eigentlich auch fast schon erschreckend nah dran.

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