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«Man Up»: ‚Beim Schreiben gibt es immer Luft nach oben‘

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Jedes Jahr werden in den USA hunderte von Pilotfolgen entwickelt. Es wird geschrieben, gecastet und am Ende gedreht. Doch das heißt noch lange nicht, dass sie es am Ende auch ins TV schaffen. Nur eine Handvoll der fertig gedrehten Pilotfolgen erhalten auch einen Entwicklungsauftrag und werden ausgestrahlt. Eine davon ist «Man Up», die halbstündige Comedyserie, die es nach dem Ritt durch die Pilot-Hölle tatsächlich in die nächste Runde geschafft hat und sich momentan über die Entwicklung von 13 neuen Episoden freuen darf. Quotenmeter.de traf Ryan Cummings, Story Assistant bei «Man Up», am Set in Los Angeles, der uns mit Leidenschaft von der Arbeit rund um die Pilotfolge erzählt.

Können Sie kurz zusammenfassen, worum es in «Man Up» geht?
Unsere Großväter haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, unsere Väter in Vietnam - die Männer von heute hängen an der Spielkonsole und bestellen Frapuccinos mit Karamellsoße und extra Sahne. «Man Up» handelt von drei Männern in ihren Dreißigern, die versuchen herauszufinden wie man(n) männlicher wird.

Basiert die Storyidee auf wahren Charakteren?
Definitiv. Christopher Moynihan, unser Boss und Showrunner, aber auch ich selbst, blicken auf die Generationen vor uns zurück und da gibt es doch eindeutig dieses Toughe, das unsere heutige Generation von Männern verloren zu haben scheint. Unsere Gesellschaft, vor allem die Männer, sind über die letzten Dekaden unglaublich emotional und reflektierend geworden. Christopher wollte genau damit spielen und hat einen komödiantischen Spin darauf gesetzt.

Wann gab es erstmals die Idee zu dieser Serie?
Christopher war in den letzten beiden Jahren bereits sehr erfolgreich und konnte einige Piloten bei Disney-ABC unterbringen, was ihm im Juni letzten Jahres einen "Two-Script" Deal mit den ABC Studios verschafft hat. Two-Script Deal, das heißt, er durfte zwei Ideen entwickeln, eine davon war «Man Up».

Wie sah der Prozess beim Schreiben und Entwickeln der Pilotfolge aus?
Als ich im Januar an Bord geholt wurde, hatte Christopher die erste Fassung der Pilotfolge bereits geschrieben und bei ABC eingereicht. Die haben dann grünes Licht für den Dreh der Pilotfolge gegeben und so haben wir Victor Fresco («Better of Ted», «My Name is Earl», «Mad about you») zur Verstärkung eingekauft, der wahnsinnig hilfreich beim Polish des Drehbuchs war. Immer wieder gab es natürlich auch Feedback und Verbesserungswünsche von ABC, so dass am Ende insgesamt fünf Fassungen geschrieben wurden.

Haben Sie denn auch staffelübergreifende Plots entwickelt?
Natürlich hat man eine grobe Idee über Handlungsbögen, die bis ans Ende der ersten Staffel reichen. Man kann aber sagen, dass wir uns hauptsächlich auf einen perfekten Piloten konzentriert und den Großteil unserer Arbeit auf eben jenen gerichtet haben.

Wie verlief der Dreh?
Genau wie «30 Rock» oder «Modern Family» drehen auch wir mit nur einer Kamera, also ohne Live-Publikum. Dennoch gab es vor dem ersten Dreh einen Probelauf vor einem Live-Publikum, damit Autoren, Schauspieler und Regisseur eine Idee bekommen, wie gut die einzelnen Szenen ankommen. Das Publikum hat die Show direkt sehr positiv aufgenommen, aber wie immer im Schreiben gibt es Luft nach oben.

Der Probelauf vor Live-Publikum hat also noch mal einige Änderungen mit sich gebracht?
Ja, nach dem Probelauf ist ein sogenannter "Table-Read" üblich. Dazu haben wir die besten Autoren der Branche eingeladen und sind mit ihnen alle Szenen und Gags einzeln durchgegangen, die bei dem Publikum gut, beziehungsweise gar nicht angekommen sind. Die Ideen und Dialoge, die bei diesem Table Read entstanden sind, treiben mir vor Lachen immer noch Tränen in die Augen.

Wie viel Zeit ist dann vergangen zwischen Dreh und einer Reaktion von ABC?
Die Pilotfolge haben wir Ende Februar und Anfang März gedreht. Dann hat die Folge einige Wochen im Schnitt verbracht und wurde letztendlich Mitte April zum Sender geschickt. Bis Ende Mai mussten wir uns gedulden, aber dann kamen endlich die erleichternden News - und wir haben den Entwicklungsauftrag bekommen!

Konnten Sie in diesen fünf Wochen Bibbern überhaupt ein Auge schließen? Zerbricht man sich nicht den Kopf, was man hätte anders oder besser machen können?
Nein. Das Beste an der Arbeit in diesem Team ist, dass Christopher und Victor immer nach vorne sehen. Außerdem haben sie bis zur letzten Minute vor Drehbeginn unendlich viel Zeit damit verbracht, die Pilotfolge zu perfektionieren. Immer wurde editiert, verbessert, umgeschrieben und das alles ohne müde zu werden. Nach wie vor ist es absolut faszinierend, wie professionell und fokussiert die beiden arbeiten. Jeden Tag kommen sie ins Büro, den Kopf voller Ideen: "Letzte Nacht habe ich über den und den Plot noch einmal nachgedacht"... und schieben so eine neue Geschichte oder Gags an.

Musste noch mal neu gecastet oder umgeschrieben werden? Gab es sonst große, vom Sender eingeforderte Veränderungen?
Gott sei Dank nicht. Studio und Sender waren am Ende sehr glücklich mit der Pilotfolge und lassen die Autoren und den Rest der Crew jetzt in Ruhe, damit sie sich ganz auf das Entwickeln der Geschichten konzentrieren können.

Wissen Sie etwas über die anderen Piloten, die ABC in der engeren Wahl hatte?
Neben «Man Up» hat ABC noch neun weiteren Piloten grünes Licht gegeben. Etwas nervös wurden wir, als wir von Tim Allens Show gehört haben, «Last Man Standing» befasst sich nämlich mit einem sehr ähnlichen Thema. Glücklicherweise hat ABC sich am Ende aber für beide Serien entschieden.

Im Mai gab es die Upfronts in New York, bei denen die neuen Serien den Werbekunden präsentiert werden. Waren Sie zufrieden mit dem Verlauf?
Wie Sie schon gesagt haben, finden die Upfronts in New York statt, weshalb niemand von uns vor Ort sein konnte. Dennoch haben wir sehr gutes Feedback bekommen, vom Publikum, wie auch von potentiellen Werbekunden, was unsere Aufregung nur noch steigert.

Vielen Dank. Wir wünschen viel Erfolg mit der ersten Staffel.

Kurz-URL: qmde.de/52771
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