Quotencheck

«Eine für alle»

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Ernüchternde Bilanz: Die Daily «Eine für alle» blieb bis zum Ende sehr schwach.

Was war «Eine für alle» eigentlich? In diesem Punkt ist man sich bei der ARD selbst wohl nicht ganz einig. Eine Telenovela war es wohl nicht, wenngleich im Voraus eine festgelegte Folgenzahl kommuniziert wurde. Eine Daily Soap könnte es gewesen sein, aber auch eine Dramedy, wie Programmchef Volker Herres sie nannte. Eines war sie jedenfalls mit Sicherheit nicht: Ein Erfolg. Der Start verlief schon alles andere als optimal, war aber weitaus stärker als zuletzt gezeigte Ausgaben.

Bei der ersten Folge hatte die Serie noch 1,54 Millionen Zuschauer ab drei Jahren, was 8,1 Prozent Marktanteil beim Publikum ab drei Jahren zur Folge hatte. Mit zweistelligen Ergebnissen wäre die ARD wohl angesichts der Vielzahl der Flops auf dem Sendeplatz um 18.50 Uhr zufrieden gewesen. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren 5,6 Prozent dabei, was ebenfalls ein aktuell geltender Rekordwert ist. Kurzum: «Eine für alle» holte nicht ein einziges Mal Werte oberhalb des Senderschnitts in der Zielgruppe, die für Das Erste am Vorabend durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

Am Dienstag dürften es die Fans von «Marienhof», der zuvor in Doppelfolgen lief, gemerkt haben: Um 18.50 Uhr sendet Das Erste nun etwas anderes, die Quoten sanken vor allem beim jungen Publikum deutlich: Nur noch 5,3 Prozent Marktanteil wurden ermittelt. Die Reichweite brach auf nur noch 1,16 Millionen Menschen ein. Und die Talfahrt sollte weitergehen: Schon in Woche fünf lag man erstmals im Schnitt bei weniger als einer Millionen Zuschauern.

Ab Woche sieben änderte Das Erste den Ausstrahlungsrhythmus – fortan lief montags wieder das «Großstadtrevier», die floppende Serie durfte nur noch dienstags bis freitags an den Start gehen. In Zwischenzeit hatte man durchschnittlich nur noch etwas mehr als 800.000 Zuschauer ab drei Jahren, was Marktanteile von etwas mehr als vier Prozent bei allen Zusehern zur Folge hatte. Bei den 14- bis 49-Jährigen fielen die Quoten gerne auf Werte von 2,6 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen am 09. Juni sogar nur auf 2,1 Prozent.

Der Boden war damit noch nicht erreicht: Am 16. und 17. Juni holte die Daily gar nur genau zwei Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen, womit selbst dem größten Optimisten klar wurde, dass «Eine für alle» wohl kein Erfolg mehr wird. Selbst Veränderungen bei der Crew – ein neuer Produzent wurde geholt – halfen letztlich nichts. Ein Aufwärtstrend war in Folge zwar schon zu erkennen, die Episoden 56 bis 59 schafften es im Mittelwert wieder auf 3,7 Prozent in der Zielgruppe, aber der Weg über den Senderschnitt erschien meilenweit. Mitte August näherte man sich mit 4,1 Prozent im Schnitt noch weiter an, profitierte aber vor allem vom schönen Wetter: Die Reichweiten blieben mit etwas mehr als 800.000 Zuschauern ab drei Jahren konstant schlecht.

Die Absetzung war recht schnell beschlossene Sache, aus ehemals 200 bestellten Folgen machten die Verantwortlichen 100. Besserung war dann auch zum Schluss hin nicht in Sicht: Die letzte Woche schloss das Format mit durchschnittlich 2,6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen ab. Wie im Herbst üblich stieg die Reichweite aber an: 1,09 Millionen Menschen sahen die Episoden der letzten Ausstrahlungswoche im Schnitt.

Alles in allem kam «Eine für alle» in den 100 Episoden auf 0,93 Millionen Zuschauer und einen katastrophalen Marktanteil von nur 4,9 Prozent. Kein anderes ARD-Format lief ähnlich schlecht, nie waren die Probleme größer. Bei den 14- bis 49-Jährigen errechnet sich ein durchschnittliches Ergebnis von 3,2 Prozent. Und so wird es auch das am Dienstag startende «Duell» im Ersten anfangs sehr schwer haben. Sehgewohnheiten am Vorabend lassen sich nicht sehr schnell ändern – und das ARD-Programm um 18.50 Uhr ist nur bei sehr wenigen eine Gewohnheit.

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