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Fünf Krankenhausserien, die unvergessen sind

von   |  6 Kommentare

Am 23. Juni feiert «In aller Freundschaft» seine 900. Folge. Das Licht der Welt erblickte die in der Sachsenklinik spielende Serie 1998 – damals boomte das Genre. Quotenmeter.de präsentiert weitere prägende Klinikserien der 90er und 2000er, die inzwischen allerdings alle nicht mehr unter uns weilen.

«OP ruft Dr. Bruckner», RTL (1996 - 1999)


Groß dabei im Konzern der Arzt-Serien war Ende der 90er Jahre der Fernsehsender RTL. «OP ruft Dr. Bruckner» startete zwei Jahre vor «In aller Freundschaft». Von der Serie entstanden vier Staffeln, wobei die erste Runde mit gleich 17 Folgen die umfangreichste war. Insgesamt wurden 49 Ausgaben in den Filmstudios in Babelsberg umgesetzt. Die Serie ist quasi eine lose Adaption des damaligen US-Megaerfolgs «Emergency Room». Im Fokus stand dabei der von Schauspieler Bernhard Schir verkörperte Dr. Bruckner, dessen Figur von „Dr. Thomas Bruckner“, einem Arzt-Charakter aus dem Bastei-Lübbe-Verlag inspiriert war. Am Ende wurde in der Serie alles gut: Frauenheld Dr. Bruckner fand in der finalen Staffel noch seine große Liebe und ging mit ihr nach Frankreich. Der Best-Ager-Sender wiederholt die Serie immer mal wieder, momentan befindet sie sich nicht im Programmplan.

«Dr. Stefan Frank –Der Arzt, dem die Frauen vertrauen», RTL (1995 – 2001)


Die Serie mit Sigmar Solbach gilt als bekanntester RTL-Genrevertreter. Bereits 1995, also ein Jahr vor «OP ruft Dr. Brückner», startete das Format. Letztlich kam es auf etwas mehr als 100 Folgen in sieben Staffeln und wird zur Zeit regelmäßig bei RTLplus wiederholt. Umgesetzt wurde die Serie von Markus Brunnemann und der Firma Phoenix Film, die später Erfolge feierten mit «Verliebt in Berlin». Die Handlung startet mit dem Umzug des Gynäkologen und Chirurgs von München nach Berlin. Nach dem Tod seiner Frau will sich Stefan Frank um dessen kranken Vater kümmern und übernimmt auch dessen Praxis.

«Für alle Fälle…» Sat.1, (1995 – 2004)


Eine Serie, gleich mehrere Titel. Der Donnerstagabend gehörte einst in Sat.1 jedenfalls den Medical-Weeklys. Warum hatte jene Krankenhausserie von Sat.1 nun mehrere Namen? Das lag mit den Darstellerwechseln zusammen. Schwester Stefanie wurde 1995 und 1996 von Kathrin Waligura gespielt. Diese kam auch 2004, also ganz am Ende zurück, wollte die Serie vor dem Quotentod retten, was dann aber nicht mehr glückte. Schwester Stephanie hatte zwei Phasen in der Serie – von 1997 bis 1999 und von 2000 bis 2004. Stephanie wurde von Claudia Schmutzler gespielt, die aktuell die Hauptrolle in «Rote Rosen» inne hat. 1999 und 2000. Missglückt war die Besetzung der dritten Schwesternfigur zur Jahrtausendwende, Julia Hentschel spielte die Rolle Fanny Stephan. Die wöchentliche Soap kam nach den zahlreichen Cast-Umbauten auf keinen grünen Quotenzweig mehr und wurde nach 328 Episoden beendet. Sie ist somit nachwievor eine der prägendsten Primetime-Serien des Bällchensenders.

«Alphateam», Sat.1 (1996 – 2005)


Nach dem prompten Erfolg von «Für alle Fälle Stefanie» besorgte sich Sat.1 für sein Donnerstagsprogramm eine weitere Klinikserie, in der es aber etwas mehr zur Sache ging. Geboren war das «Alphateam». Verortet war die Produktion in Hamburg-Altona. Die zehn Staffeln umfassten jeweils 26 Episoden. Sowohl die Einzelschicksale der Patienten als auch das Privatleben des Personals waren Gegenstand der einzelnen Episoden. Die Beziehungen innerhalb des Krankenhauses, die Konflikte zwischen Verwaltung und Praxis spielten in allen Folgen eine Rolle. Drei Figuren spielten in allen Staffeln mit; Oberpfleger Brennecke, Oberschwester Ebert und Dr. Eberhard Scheu

«Dr. Molly & Karl», Sat.1 (2008-2009)


In einem zweiten Zyklus der Krankenhausserien entstand diese Serienidee für Sat.1. Inzwischen war man nicht mehr getrieben vom Ärzteserien-Boom der 90er, sondern quasi von einer zweiten Welle, die ausgelöst wurde, durch den umwerfenden Erfolg des von RTL gezeigten US-Welthits «Dr. House». Die Serie mit Hugh Laurie holte dienstags teils über 30 Prozent Marktanteil bei den Umworbenen. Dr. Susanne Molberg durfte in der Sat.1-Serie also ebenso zwischen ruppigem Verhalten und kongenialen Diagnosen wandeln. Dr. Carlotta Edelhardt hat dabei eine entscheidende Rolle, sie ist nämlich „Mollys“ Gegenpart. Zwar betonten die Macher ausdrücklich, dass man keine Kopie von «Dr. House» habe anfertigen wollen, doch genauso wurde das Format letztlich häufig aufgenommen. Trotz einer Nominierung für den Grimme-Preis kam die Serie wegen schwacher Quoten aber nicht über die erste Staffel hinaus. Nach 9,2 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe zum Start fielen die Quoten binnen weniger Wochen auf teils unter sechs Prozent. Gezeigt wurde die Serie übrigens auf dem ehemaligen «Für alle Fälle…»-Sendeplatz am Donnerstagabend um 21.15 Uhr.

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Es gibt 6 Kommentare zum Artikel
TwistedAngel
21.06.2020 12:11 Uhr 1
Da fehlt aber nun wirklich die "Stadtklinik" aus Köln, die mir vor allem im Gedächtnis blieb, da sie in einem echten, stillgelegten KH spielte.



Und "St. Angela", aber nur, weil es mit den Jahren immer klamaukiger wurde, am Ende die reinste Comedy war und am Ende gar nichts mehr mit der ursprünglichen Serie zu tun hatte.



"Alphateam" stimme ich zu, das war klasse, sowas wird S1 nie nie nie wieder auf die Beine stellen ...
Sentinel2003
21.06.2020 13:52 Uhr 2
Joar, die liebe "Schwester Stefanie" habe ich tatsächlich damals sehr oft gesehen...aber, eigentlich mehr mit Kathrin Waligura, als mit Claudia Schmutzler...man, waren das noch Zeiten....
Blue7
21.06.2020 13:53 Uhr 3
Stadtklinik ist mir auch noch präsent, aber Dr. Molly und Karl. Nie gehört

Dr. Stefan Frank. War das ne Krankenhausserie?
Sentinel2003
21.06.2020 13:55 Uhr 4
Jepp, das geht mir genauso..."Dr Molly und Karl" sagen mir nichts...
Familie Tschiep
21.06.2020 16:30 Uhr 5
Vielleicht sollte man auflisten: fünf deutsche Krankenhausserien, sonst würde ich Dr. House da vermissen.

Die Schwarzwaldklinik, Zdf zeigt sie in einem Spartenprogramm zu den Feiertagen, ist schon vergessen.

Und Club der roten Bänder auch, das ist nämlich auch eine Krankenhausserie.
pumaquija
21.06.2020 17:53 Uhr 6
"Schwarzwaldklinik" und "Club der roten Bänder" passen aber beide nicht in einen Artikel zu Krankenhausserien der 90er und 2000er-Jahre.

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