First Look

«American Horror Story»: Die 80er morden zurück

von   |  4 Kommentare

In der neuen Season «1984» steht ein Thema auf dem Schlachtplan, das «American Horror Story» bisher nicht behandelte: den klassischen Horror-Slasher. Dafür kehrt nun eine alte Bekannte in die Serie zurück. Andere Stars müssen weichen.

Cast & Crew «AHS: 1984»

  • Idee: Ryan Murphy, Brad Falchuk
  • Darsteller: Emma Roberts, Billie Lourd, Leslie Grossman, Cody Fern, Matthew Morrison, Gus Kenworthy, John Carroll Lynch, Angelica Ross u.a.
  • Regie (Pilot): Bradley Buecker
  • Ausf. Produzenten: Ryan Murphy, Brad Falchuk, Dante Di Loreto, Tim Minear, James Wong, Jennifer Salt u.a.
  • Produktion: 20th Century Fox TV, Ryan Murphy Prods., Brad Falchuk TV für FX
  • Episoden: 10 (je ca. 60 Min.)
Klischeehafter kann eine Serie, die in den 80ern spielt, kaum beginnen: in einem Aerobic-Kurs. Der Tanzsport des Jahrzehnts ist stilprägend für ein Format, das es mehr als eindeutig auf Klischee anlegt. Nicht nur Aerobic. Sondern auch: Weite Trainingsanzüge aus Ballonseide, in weiß und pastellfarben. Kitschige Glamrock-Musik. Haarspray-Frisuren a la Peggy Bundy. Und natürlich: der Messermörder. Schließlich sind wir hier ja in einer Horrorserie gelandet.

Die neunte Staffel von «American Horror Story» mit dem Untertitel «1984» führt uns ins Camp Redwood, wo im gleichnamigen Jahr ein Sommercamp aufgeschlagen wird. Die schüchterne Brooke Thompson wagt ihr erstes Abenteuer abseits der Heimatstadt: Mit ihren neuen Freunden aus dem Aerobic-Kurs fährt sie ins Camp und will dort als Counselor – also als eine Art Betreuerin – arbeiten. Am Abend versammelt die Camp-Besitzerin Rita alle Counselors ums Lagerfeuer, um ihnen eine schaurig-wahre Geschichte zu erzählen: Vor einigen Jahren verübte der damalige Campwart ein Massaker an den jungen Ferienurlaubern. Stück für Stück ermordete er sie mit einem Messer, als Trophäe schnitt er ihnen ein Ohr ab. Fast alle damaligen Besucher starben – bis auf Rita, die heutige Besitzerin des Camps.

Die schüchterne Brooke kann die Geschichte zunächst kaum glauben. Bis sie selbst plötzlich einen toten Körper auf dem Gelände findet und damit in den Mittelpunkt der Geschehnisse rückt. Der Serienkiller von damals scheint zurück…

«American Horror Story: 1984» ist ein Klischee-Fest


Tatsächlich zeigt sich das langlebige «American Horror Story» auch im neunten Jahr von einer neuen Seite, mal wieder. Es ist allerdings fraglich, ob diese neue Seite vielen früheren Fans gefällt. Ja, «1984» ist sehr, sehr blutig. Es ist auch atmosphärisch und stimmig. Aber es ist auch oberflächlicher Mainstream. Ohne zweite Ebene, ohne das Skurrile, Absurde und ohne die Portion Wahnsinn, die diese Ryan-Murphy-Serie sonst so oft vorträgt. Noch mehr als «GLOW» oder «Stranger Things» referenziert «1984» die Klischees des Jahrzehnts und wird damit selbst zu einem Werk, das Referenzen der Originalität vorzieht. Das ist schade, denn genau von letzterer haben die guten Staffeln von «American Horror Story» gelebt und gezehrt.

Dabei ist dieser Staffel nichts vorzuwerfen, wenn man sie nicht mit früheren Glanzzeiten vergleicht. Denn es ist ganz offensichtlich, dass die Macher von «AHS» nichts anderes vorhatten als dem Horror-Slasher um die Genre-Könige «Freitag der 13.» und «Halloween» zu huldigen. Eine moderne Interpretation oder gar neue Elemente wird man zumindest nach Sichtung der ersten Folge nicht erwarten dürfen. Alles schreit hier: klassisch, klassisch. Und dieses Klassische bewerkstelligt «AHS» gut: mit tollem Soundtrack, einem wahnsinnigen Klischee-Intro, wunderbar überzeichneten Figuren, einer düsteren Camp-Atmosphäre und verschrobenen Einwohnern. Und natürlich mit einem Killer, der mysteriös in Erscheinung tritt.

Emma Roberts kehrt prominent als Hauptfigur Brooks nach vielen Jahren Abstinenz zu «AHS» zurück; sie ist eine gute Besetzung für die Rolle des potenziellen „final girl“. Dafür müssen Fans der Serie auf viele bekannte Gesichter früherer Staffeln wie Jessica Lange, Kathy Bates, Lily Rabe, Cheyenne Jackson und Evan Peters verzichten. Dies zeigt umso mehr, wie anders der Weg ist, den das Format diesmal eingeschlagen hat. Es ist diesmal ein bekannter Weg, keiner abseits der Pfade, die diese Serie sonst so gern verlässt. Uns werden hier wenige Überraschungen erwarten, dafür umso mehr Lacher und umso mehr Popcorn-Unterhaltung.

In Deutschland startet die Staffel am 28. November (21 Uhr) beim FOX Channel.

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Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
berlinertyp
25.09.2019 14:45 Uhr 1
Schon lustig, wenn man von der "Staffel" spricht, nachdem es gerade einmal eine ausgestrahlte Episode gegeben hat ... Vielleicht hätte man sich diesen First Look etwas später erlauben sollen - vielleicht doch erst wenn die Ausstrahlung in DE unmittelbar bevorsteht.
silvio.martin
25.09.2019 18:33 Uhr 2
Da muss ich meinem Vorredner recht geben. Wie kann man denn bitte nach einer gesehenen Folge auf die gesamte Staffel schliessen? AHS ist dafür bekannt, dass es im Laufe der Staffel zu Brüchen und ungeahnten Überraschungen kommt. Also abwarten und dann kommentieren oder eben nur die eine gesehene Folge bewerten.



Und was Emma Roberts angeht, zufällig die letzte Staffel gesehen? Dort war sie in der Mehrzahl der Folgen vertreten, nicht unbedingt in einer Hauprolle, also nix von wegen " jahrelanger Abstinenz", Vielleicht vorher besser recherchieren, aber das ist ja leider in letzter Zeit nicht unbedingt euer Steckenpferd.
kauai
27.09.2019 00:13 Uhr 3
Man möge mir bitte eine Staffel AHS nennen, die man nach der Auftaktfolge bewerten kann. Mir fällt keine ein. Deshalb sollte man mMn sehr vorsichtig sein, ob es nicht doch noch neue Interpretationen oder Stilelemente geben wird.



Und ehrlich gesagt waren in allen Staffeln zahlreiche blutige Szenen dabei und ich glaube nicht, dass die Leute, die damit ein Problem haben, der Serie über so viele Staffeln die Treue gehalten haben.
Neo
27.09.2019 06:11 Uhr 4
Ich würde alleine beim Titel schon mal schwer davon ausgehen, dass da noch ein bisschen was dahintersteckt. Ob das gut umgesetzt wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt. AHS hat nach den ersten 2 Staffeln schon krass Federn gelassen. Roanoke hat mir dann wieder gefallen, Cult fand ich nicht so dolle, aber auch nicht ganz so schlecht wie die Staffeln 3-5. Apocalypse sah ich noch nicht. 1984 scheint interessant (Titel, wie gesagt) und als Slasher ists insofern gut händelbar, als dass man weiß, was man bekommt und erstmal nicht zu viel erwartet - und genau das ist eben erstmal der Fehler in der Kritik. ;)

80er Jahre ansich natürlich unfassbar ausgelutscht. Man ist doch jetzt wieder auf dem 90s-Trip.

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