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Die Show aus dem «Eurovision»-Wohnzimmer

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Im gemeinsamen Studio von ARD und ProSieben herrschte vor dem zweiten Halbfinale eine gute, familiäre Stimmung – in der Arena ging‘s dann erst richtig los.

Es hatte etwas von einer familiären Atmosphäre in der kleinen VIP-Lounge von ARD und ProSieben, die sie sich für die Produktionen «Die Show für Deutschland – Countdown für Lena» und «Eurovision total» teilen. Die öffentlich-rechtlich-private Kooperation greift also auch hier vollends – in der schmucken Esprit-Arena in Düsseldorf. Denn den «Eurovision Song Contest» nach Deutschland zu holen, war das Anliegen der senderübergreifenden Kooperation zwischen ARD und ProSieben sowie Stefan Raab, als man im vergangenen Jahr mit der Mission „nationale Aufgabe“ gestartet ist. Damals hatte die Kooperation mit «Unser Star für Oslo» begonnen, aus der Sendung ging Lena als Siegerin hervor. In Oslo räumte sie ab. Und nun hat sie ein Heimspiel in Düsseldorf, im eigenen Land. Die bislang noch nicht dagewesene Senderkooperation zwischen öffentlich-rechtlichem Kanal und Privatsender – man kann es nicht oft genug betonen – hat sich mittlerweile sogar etwas eingespielt. Doch vielleicht mag das daran liegen, dass sowohl die «Show für Deutschland» als auch «Eurovision Total» nicht nur im selben, kleinen Studio produziert, sondern auch beide von Brainpool gemacht werden. Ein tatsächlich eingespieltes, erfahrenes Team, das die Sendung reibungslos ablaufen lässt.

Ein kleines Publikum hat sich in der VIP-Lounge von ARD/ProSieben in der Esprit-Arena eingefunden. Nur 20 Leute haben vor den Fenstern mit perfekter Sicht auf die «ESC»-Bühne in Düsseldorf Platz. Das stark dezimierte Publikum ist für die Sendung aber gar nicht so wichtig. Für den Applaus zwischendurch immer wieder nützlich, doch ansonsten würde die Sendung auch ohne Zuschauer auskommen. Doch eine nette Geste, dass man dennoch Gäste in das „Wohnzimmer“ von ARD und ProSieben einlädt. So benennt es auch Frank Plasberg, der durch die «Show für Deutschland» führen soll und auch die Warm-Up-Sendung vor dem zweiten großen Halbfinale des «Eurovision Song Contest» übernimmt: „Mein Wohnzimmer ist genauso groß“, scherzt er unmittelbar vor der Sendung. Doch der Ansatz ist gar nicht so falsch. Während in den großen Produktionshallen Zuschauer und Backstage-Bereich streng abgeriegelt sind und das Publikum höchstens in der Sendung selbst mit den Protagonisten in Berührung kommen kann, so ist das in der Düsseldorfer Esprit-Arena auch aufgrund der geringen Zuschauerzahl doch viel offener. Am Eingang treffen wir schon auf Ina Müller, die sich rund eine Stunde vor der «Show für Deutschland» noch vor der Tür aufhält, dann mit dem Aufzug nach oben fährt. In der Lobby angekommen, werden die Zuschauer ebenfalls zum Studio begleitet. Im Flur läuft unserem Grüppchen bereits Frank Plasberg über den Weg und wirft ein freundliches „Tag zusammen“ in die Runde. Später, während einer Werbepause, springt plötzlich Lena Meyer-Landrut auf die Bühne.

Sie will die kleine „Lena“ begrüßen, die in der «Show für Deutschland» den Song „Taken By A Stranger“ singt. Das erst 11 Jahre alte Mädchen kommt ebenso wie die „echte“ Lena aus Hannover. Ihren ganzen Mut hat sie zusammen genommen und steht zwischen Ina Müller und Frank Plasberg auf der kleinen «Show für Deutschland»-Bühne und gibt den Lena-Song beinahe schon originalgetreu wieder. Da ist auch Ina Müller baff, die sonst eher den schrägen und vorlauten Part in der Sendung übernimmt. Später gewinnt die „kleine Lena“ noch 1.000 Euro beim «ESC-Duell»-Quiz gegen Ina Müller und lässt sich auch nicht irritieren, als Lena Meyer-Landrut plötzlich neben ihr steht. Später ist auch sie offiziell zu Gast in der Show, wenn es zum Warm-Up zum zweiten großen Halbfinale geht. Frank Plasbergs Moderationsstil ist für die Show genau passend. Ruhig und besonnen führt er durch die Sendung, ist auch mal für einen Spaß zu haben und kommt mit seinen Gästen gut klar – selbst mit der teils frechen Ina Müller. Die Jury-Präsidentin Deutschlands beim «Eurovision Song Contest» hatte allerdings auch nicht sonderlich viel Neues zu berichten - sie durfte nicht. Auch von Lena Meyer-Landrut erfuhr man nicht viel Neues. Wahrscheinlich weil es nichts Neues gibt. Außer, dass vielleicht die Anspannung auf den großen Auftritt wächst. Doch das Lampenfieber ist normal. Die «Show für Deutschland» hat neben einigen Einspielern, unter anderem als Sabine Heinrich auf den russischen «ESC»-Teilnehmer Alexey Vorobyov trifft, nicht viele Überraschungsmomente zu bieten. Für eine kleine Einstimmung zum «Eurovision Song Contest»-Halbfinale reicht es aber dennoch.

Zunehmend wird die Halle im Hintergrund voller, immer mehr Menschen – überraschend viele Fans aus Österreich – haben den Weg nach Düsseldorf gefunden. Sofort bildet sich ein Kontrastbild: Die ruhige, gelassene Stimmung in der Lounge, wo Frank Plasberg ganz souverän die Sendung zu Ende bringt. Sowie die immer aufgeheiztere Vorfreude auf das Halbfinale draußen. Den Zuschauer hält es dann ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr beim Geschehen drinnen. Während das Warm-Up zur Live-Sendung läuft und alle Teilnehmer-Länder begrüßt werden, ist klar: Draußen ist die echte Stimmung. Den Worten von Frank Plasberg will man gar nicht mehr so recht lauschen – verstehen tut man sie aufgrund der Nebengeräusche ohnehin nicht mehr. Dann endlich werden die Fenster wieder geschlossen und man versteht wieder etwas von dem Gesagten. Das ist auch mehr zum Vorteil, da es zum Schluss – unmittelbar vor dem zweiten Halbfinale – nochmal richtig interessant wird. Lena Meyer-Landrut und Ina Müller sind inzwischen anderen Aufgaben nachgegangen. Auf der Couch bei Frank Plasberg haben «ESC»-Legenden wie Johnny Logan und die Olsen-Brothers Platz genommen. Logan schämt sich für den Auftritt der Iren: Die schrägen Twins von Jedward sind nicht das Wahre für ihn. Plasberg ist derweil bemüht seine anderen Gäste wieder zum «ESC» zu schicken. Draußen schnitzt ein Eiskunstbauer weiter an lebensgroßen «ESC»-Trophäe – natürlich aus Eis. Das Kratzen zwischendurch ist immer wieder zu hören. Verblüffend, dass Frank Plasberg das bei seiner Moderation nicht gestört hat. Auf der «ESC»-Bühne haben derweil Stefan Raab, Anke Engelke und Judith Rakers übernommen. Dort geht es jetzt weiter. Die Konkurrenz für Lena wird gesucht. Im Aufzug treffen wir noch einmal Johnny Logan: „Tickets please“, scherzt er beim Einsteigen. Typisch irischer Humor. Die Halbfinal-Show rundet einen «ESC»-Abend ab – doch den Käse-Igel und Sekt gab es für Logan, Plasberg & Co. Auch nicht schlimm.

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