Die Geschichte um den Außenseiter Robbi, seinen Freund den Roboter und ihr skurriles Gefährt wurde durch einen Puppentrickfilm bekannt. Nun kommt «Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt» als Realfilm n die deutschen Kinos.
Sich diesem Trend anschließend, wurde in den Siebzigerjahren auch Boy Lornsens «Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt» als einer der aufwändigsten Puppenfilme aller Zeiten inszeniert. Auch, wenn Letzteres lediglich im Fahrwasser der Augsburger Puppenkiste geschah und «Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt» eben unabhängig davon auf die Beine gestellt wurde, ist Puppentrick mehr als ein Wegbereiter moderner Familienunterhaltung. Entsprechend wundert es überhaupt nicht, dass diese Geschichten auch heute noch immer wieder an die neuesten Sehgewohnheiten angepasst werden. Zwischen 2006 und 2008 gab es zwei Animationsfilme zu «Urmel aus dem Eis» in den deutschen Kinos zu sehen, derzeit arbeitet «Mechanic: Ressurection»-Regisseur Dennis Gansel an einer Realverfilmung von «Jim Knopf» und mit «Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt» schafft es nun auch eine moderne Variante dieser Außenseiterstory in die deutschen Kinos. Doch muss man zwanghaft jeden Stoff an heutige Gefilde anpassen, oder geht gerade dadurch der die Geschichten prägende Nostalgiefaktor verloren?
In Sachen „großes Kino“ braucht sich «Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt» vor allem in einer Sache nicht zu verstecken: In sämtlichen Nebenrollen haben die Macher ausschließlich namhafte Darsteller besetzt. Vor allem der zuletzt häufiger im internationalen Kino anzutreffende Sam Riley («Stolz und Vorurteil & Zombies») gefällt in seiner überdreht fiesen Rolle des Bösewichts Brad Blutbad an der Seite von Alexandra Maria Lara («Der geilste Tag») als Sharon Schalldämpfer. Der cartooneske Kleinkrieg zwischen den zwei Superganoven, denen der sich selbst genießende Friedrich Mücke («SMS für Dich») als Auftraggeber Sir Joshua nur hilflos zusehen kann, bildet regelmäßig die Highlights von «Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt». Doch auch ein kurzer Gastauftritt von «Stromberg»-Star Bjarne Mädel als vereinsamter Leuchtturmwärter versieht den Film mit eigenen Akzenten. Darüber hinaus ist die Besetzung von TV-Wissenschaftler Ralph Caspers auf einer Meta-Ebene eine hübsche Idee; leider kann er in den wenigen Szenen seines Auftritts kaum überzeugen, da ihm das Agieren nach Drehbuch als ungewohnt anzumerken ist.
Für das erste Langfilmabenteuer rund um Robbi, Tobbi und ihr schmuck nachgebautes Fliewatüüt bewegt sich das Skript von Jan Berger («Der Medicus») weit weg von den Originalgeschichten – was man allein schon daran merkt, dass es die beiden hier mit einem Smartphone entwerfenden Großkonzern zu tun haben, der zu Forschungszwecken an das Herz von Robbi und seine Eltern gelangen will. Regisseur Wolfgang Groos («Rico, Oskar und das Herzgebreche») und sein Autor versuchen zwar kontinuierlich, Querverweise in Richtung der Vorlagen zu kreieren (aus der schottischen Burg Plumpudding Castle wurde etwa der Technikkonzern Plumpudding Inc.), doch so richtig durchdacht und authentisch fühlt sich das nicht an, auch wenn sich die Kinder von heute vermutlich nicht mehr problemlos mit der Idee bespaßen ließen, dass ein Junge und sein Roboter zu der Beantwortung verschiedener Fragen einfach nur um den Erdball fliegen müssen. So ist «Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt» in erster Linie ein kindgerecht inszeniertes Katz-und-Maus-Spiel, das genug Tempo und Drive hat, um eine recht große Zielgruppe abzudecken. Weshalb allerdings auch hier immer wieder auf Fäkalhumor zurückgegriffen wird, bleibt uns ein Rätsel – wenngleich wir zugeben müssen, dass tatsächlich am lautesten gelacht wurde, als Robbi seine „Fürze“ angezündet hat und Sir Joshua von einer Kuh angepinkelt wird. Die Jugend von heute…

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