24 Jahre nach dem Riesenerfolg von «Der Schuh des Manitu» kehrt Michael Bully Herbig mit einer Fortsetzung ins Kino zurück. Doch «Das Kanu des Manitu» erweist sich als nostalgisches, aber ideenarmes Wiedersehen: Handwerkliche Patzer, flache Figuren und ein Drehbuch ohne frischen Ansatz lassen den Western-Spaß alt aussehen.
Mit über 11,7 Millionen Kinobesuchern und rund 65 Millionen Euro Einspielergebnis war «Der Schuh des Manitu» im Jahr 2001 der erfolgreichste deutsche Spielfilm nach dem Zweiten Weltkrieg. Michael „Bully“ Herbig, der zuvor bereits in der «Bullyparade» mit Rick Kavanian und Christian Tramitz die Figuren parodierte, schuf damals einen Kinohit, der die Lachmuskeln einer ganzen Nation strapazierte. Mit diesem Megaerfolg im Rücken schien eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit – und doch ließ sie ganze 24 Jahre auf sich warten.
Im Zentrum stehen wieder Abahachi (Michael Bully Herbig), der Häuptling der Apachen, und sein Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz). Die beiden werden von einer Bande in einen Hinterhalt gelockt: Die glorreichen Sieben begehen Überfälle und verkleiden sich dabei ausgerechnet wie die beiden Helden. Sheriff Kane (Friedrich Mücke) und Deputy Ratford (Rick Kavanian) heften sich an ihre Fersen. Bereits in einer der ersten Szenen treffen Ranger und Abahachi aufeinander – und die „Olympischen Spiele des Slapsticks“ beginnen.
Hier und da gelingen nette Anspielungen auf Karl May oder Jim Knopf. Doch diese kreativen Momente sind rar. Das Drehbuch – verfasst von Herbig, Tramitz und Kavanian – setzt vor allem auf flache Gags und Wortwitze im Stil früherer Tage, die oft noch durch visuelle Übertreibung unterstrichen werden. Auch Gender-Themen werden eingestreut, schließlich möchte Abahachi nicht mehr „Indianer“ genannt werden. Der Grund für seine Entscheidung hat allerdings nichts mit der Political Correctness zu tun, sondern ist eine andere Sache.
Sky du Mont ist ebenfalls wieder dabei – ein weiterer Baustein in der engen Anbindung an das Original. Doch während erfolgreiche Fortsetzungen großer Klassiker oft eigene Wege gehen, bleibt «Das Kanu des Manitu» im Fahrwasser des Vorgängers. Der Film wirkt wie ein Add-on des ersten Teils, nicht wie ein eigenständiges Werk. Zwar gibt es neue Figuren, doch sie entwickeln keine eigene Dynamik, sondern existieren vor allem in Bezug auf das Original. So entsteht der Eindruck, dass Herbig die Apachen-Geschichte noch einmal monetarisieren wollte, ohne ihr eine neue inhaltliche oder visuelle Richtung zu geben. Wer den ersten Teil liebt, mag ein paar nostalgische Momente finden – doch wer frische Ideen erwartet, wird enttäuscht.

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