Dank des Neustarts mit Joko und Klaas hatte ProSieben in dieser Woche auch nach dem Superhit «The Voice» zumindest nominell endlich mal eine attraktive Show im Repertoire. Der spätere Sendeplatz und die relativ kurze Laufzeit von einer Stunde kamen dem Format dabei zugute, denn mehr gab es schlichtweg nicht her - auch wenn es für kurzweiligen Spaß garantierte.
Und denen ist nun wirklich nicht vorzuwerfen, einen schlechten Job gemacht zu haben: Das Studio ist ansprechend designt, die Farbgebung mag manchen ein wenig zu dunkel erscheinen, gibt der Show aber eine gewisse Atmosphäre, die Pyramiden, mit denen die Promis ihre Antworten einloggen, wirken charmant und heben sich von den plastischen Monitoren und Touchscreens deutlich ab, die im Normalfall bei Quizshows dominieren. Auch die Einspieler sind vorzüglich geschnitten und kommen so zwar naturgemäß lang - schließlich hat man ja neben den kurzen studiointernen Interaktionssequenzen nur zwei lange Clips, mit denen die Stunde Brutto-Laufzeit zu füllen ist -, aber eben nicht langweilig daher.
Davon einmal abgesehen kommt «My Idiot Friend» aber doch sehr bieder daher und bietet dem Zuschauer letztlich nur eine Verknüpfung zweier Unterhaltungsformen, die zum Grundgerüst des Genres gehören: Durchaus gut gemachte "Versteckte Kamera"-Streiche auf der einen und ein klassisches Multiple-Choice-Quizsystem auf der anderen Seite. Überraschend, innovativ oder gar wegweisend ist daran rein gar nichts und auch Palinas "Bestrafung" für ihre Niederlage am Ende der Show weiß zwar sehr gut zu unterhalten, hebt sich aber in keiner Form von dem ab, was uns die Manege des Wahnsinns und die diversen Abendshows von Winterscheidt und Heufer-Umlauf bereits mannigfach zuvor angeboten haben.
Das alles ist nicht wirklich schlimm, da uns von dieser Wüste Gobi bezüglich des Innovationspotenzials in ihrer finalen Umsetzung nicht die vielen trockenen, verbrauchten Stellen präsentiert werden, sondern die kleinen, aber umso fruchtbareren Oasen zwischen der tristen Einöde. Und doch bleibt «My Idiot Friend» zumindest insofern eine Fata Morgana, dass mit ihm keineswegs ein spannendes, ambitioniertes Werk geschaffen wurde, mit dem die jungen Wilden dem TV-Establishment mal wieder so richtig zeigen, wie unkonventionelles und modernes Fernsehen geht. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein weiteres Recycling altgedienter Materialien, die nur deshalb nicht allzu überdeutlich zutage treten, weil hinter deren Wiederverwertung Menschen mit viel Know-How und inzwischen auch einem gewissen Fundus an Erfahrung sitzen, wie sich ohne den ganz großen Aufwand solide Unterhaltung kreieren lässt. Damit lässt sich der Spätabend vor dem letzten Tag der Woche angenehm bestreiten, aber Anlass für Superlative jedweder Art gibt es da keineswegs.• Beste Show der Welt • Circus HalliGalli • Die beste Show der Welt • Duell um die Welt • Got to Dance • HalliGalli • My Idiot Friend • The Voice • The Voice (Kids)
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