Die neue Miniserie «Hap and Leonard» klingt ein wenig nach Quentin Tarantino. Aber ist sie auch so gut wie ein Tarantino-Film? Wir haben die Adaption einer kultigen Romanreihe für euch getestet.
Der Plot: 1988 verlieren die Feldarbeiter Hap (James Purefoy) und Leonard (Michael Kenneth Williams) ihre ohnehin schon schlecht bezahlten Jobs, da die Arbeitgeber noch billigere Angestellte gefunden haben. Nun ist guter Rat teuer, doch plötzlich schneit Haps Ex-Frau Trudy (Christina Hendricks), Typ femme fatale, rein, die 10 Kilometer gegen den Wind nach Ärger riecht, aber Hap kann - natürlich - trotzdem nicht von ihr ab und sagt ihrem Unheil versprechenden Job-Angebot, trotz aller Bedenken von Leonard, zu. Die Freunde sollen für eine Gruppe radikaler Linksaktivisten eine verloren gegangene Beute aus einem vor langer Zeit verübten Banküberfall suchen. Das Geld ist in einem Fluss im Wald gelandet, keiner weiß nur genau wo. Da Hap sich in diesem Areal gut auskennt, ist er der richtige Mann für die Aufgabe. Er spürt das Geld auch tatsächlich auf, nur leider befindet sich in dem Versteck nicht soviel wie erhofft, weswegen die Truppe plötzlich die Knarren zückt…..doch das tatsächliche Problem sind nicht die übermotivierten, im Grund eher harmlosen Weltverbesserer, sondern das völlig irre Pärchen Soldier (Jimmi Simpson) und Angel (Pollyanna McIntosh), die die Kohle ebenfalls wollen und keinerlei Probleme damit haben tatsächlich über Leichen gehen….
Die meisten Literaturverfilmungen sind seit jeher problembehaftet, da Bücher oft nicht unbedingt die dankbarsten Kandidaten für einen Transfer auf die Leinwand sind. Lansdales Vorlage macht’s in diesem Fall etwas einfacher, denn der Plot ist zweckmäßig, Protagonisten, Setting und Atmosphäre stehen im Vordergrund und so klebt die TV-Umsetzung recht nah am Geschriebenen, lediglich die erotische Komponente haben die Macher etwas runter gefahren und gegen Ende wurde ein bisschen Handlung angefügt um die zweite Staffel vorzubereiten.
So hauen sich die beiden Freunde beim Kickboxing-Training mit Wonne auf die Mütze, haben aber größtmögliche Probleme mit einer simplen Umarmung. Ebenso ist man verblüfft, dass der durchaus charmant-witzige, aber immer auch etwas bedrohliche auftretende Leonard sich in einer sanften Minute als väterlicher Beschützer von Hap sieht, der in seinen Augen was von einem Kleinkind hat, dass umhegt werden muss. Hap wiederum ist gar nicht mal so sehr der lakonische Zyniker, sondern hat einst durchaus Ideale gehabt, diese im Lauf seines holprigen Lebens allerdings tief in sich vergraben. Trudy hat ebenso zwei Seiten: Es handelt es sich nur dem ersten Eindruck nach um eine klassische Ärgerverursacherin, mit zunehmender Laufzeit wird deutlich, dass die gut aussehende Frau im Grunde zutiefst verunsichert ist und lediglich so manipulativ agiert, weil sie Angst hat, zum Opfer zum werden.

• Bubba Ho-Tep • Hap and Leonard
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