Quotencheck

Aachener Karnevalisten bisher größte Abstauber

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Wochencheck: Die Ordensverleihung «Wider den tierischen Ernst» erreichte die beste Quote seit Jahren. Während «Typisch Kölsch» im ZDF Einbußen verkraften musste, lief es für die Übertragungen in den Dritten – allen voran für die «Fastnacht in Franken» - überdurchschnittlich gut.

Karnevalsübertragungen im Fernsehen mussten in den letzten Jahren enorme Zuschauerverluste hinnehmen und stellen längst nicht mehr den Quotenbringer von einst dar. Die letzte reguläre Karnevalssitzung im Privatfernsehen lief vor nunmehr knapp zehn Jahren bei RTL, inzwischen ist die fünfte Jahreszeit nur noch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern beheimatet. Stefan Raab versuchte sich zwar im letzten Jahr mit seiner «TV total Prunksitzung» noch einmal an der Belebung von Karneval im privaten TV - scheiterte mit einem einstelligen Marktanteil aber letztlich an den Zielvorgaben des Senders. Und so kam es dazu, dass 2014 wieder nur die öffentlich-rechtlichen Sender mitmischen wollten. Wie verlief der Start in die Narren-Hochzeit im TV aus Quotensicht?

Als großer Gewinner darf sich in diesem Jahr mit Sicherheit die AKV-Sitzung «Wider den tierischen Ernst» aus Aachen bezeichnen, die Das Erste übertrug. Mit 3,90 Millionen Zuschauern ging am Montagabend ab 21.15 Uhr ein starker Marktanteil von 14,2 Prozent einher. Das bedeutete eine Quotensteigerung von fast 3,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und überhaupt den besten Wert seit mehreren Jahren. Trotz der späteren Sendezeit wegen Olympia legte das Event auch aus Sicht der absoluten Zahlen gegenüber 2013 leicht zu. Beim jungen Publikum lief es mit 4,1 Prozent überschaubarer, aber deutlich besser als in den Vorjahren, wo die Sitzung teilweise nicht über zwei Prozent gelangt war.

Etwas schlechter funktionierte «Typisch Kölsch» am Dienstag im ZDF, das 3,70 Millionen Zuschauer sehen wollten. Mit 12,1 Prozent bei allen und 4,1 Prozent der Jüngeren blieb diese Übertragung hinter den Vorjahren zurück, in denen teils mehr als fünf Millionen Zuschauer und über 18 Prozent möglich gewesen waren. Auch gegenüber 2013, als sich schon viele Zuschauer abgewendet hatten, gingen noch einmal 0,2 Millionen Karnevalisten verloren. Dabei war am Dienstag noch eine zweite Karnevalssitzung im Fernsehen zu sehen: Der SWR zeigte zur besten Sendezeit die «Konstanzer Fastnacht aus dem Konzil» und generierte damit immerhin 0,94 Millionen Zuschauer und eindeutig überdurchschnittliche 3,4 Prozent bei allen.

Schwächer präsentierte sich «Herrliches, närrisches Thüringen» am Mittwoch im MDR, das 0,77 Millionen Zuschauer und dennoch zufriedenstellende 2,5 Prozent zu holen wusste. Bei den Jüngeren gingen annehmbare 0,7 Prozent einher. Der Sprung über die Marke von einer Million Zuschauer gelang «Hessen lacht zur Fastnacht», das im hr tags darauf sogar 1,34 Millionen Zuschauer und 4,6 Prozent bei allen holte. Damit gelang dem Sender sogar das Kunststück, die Primetime-Doku-soaps bei RTL II in der Zuschauergunst zu überholen: Sie unterhielten zugleich leicht schlechtere 1,28 und 1,32 Millionen Zuschauer.

Der große Quotenstar am Freitag hieß aber auch in diesem Jahr «Fastnacht in Franken». Die Prunksitzung, die der BR ab 19 Uhr exklusiv übertrug, unterhielt in diesem Jahr unglaubliche 3,77 Millionen Zuschauer und stellt damit nach der Aachener Sitzung die bis dato erfolgreichste Karnevalsveranstaltung in diesem Jahr dar. Der Marktanteil der Show belief sich auf starke 12,7 Prozent, womit der BR am Freitag hinter ARD und ZDF auf Platz drei im Senderranking landete. Auch gegenüber dem Vorjahr verlor die Übertragung kaum an Zuschauern, lief sogar besser als beispielsweise 2011 und 2012.

Bei den Jüngeren generierte die Sendung mit 0,57 Millionen Zuschauern und 5,5 Prozent sogar höhere Quoten als die vorangegangenen Sitzungen. Das Erste dürfte also weiterhin schwer daran interessiert sein, die Sitzung ins Hauptprogramm zu hieven. Bleibt festzuhalten, dass die erste Karnevalswoche im TV aus Quotensicht durchaus ein Erfolg war. Selbst bei den Jüngeren, bei denen die Sendungen zweifelsohne weniger gefragt sind, sah es schon schlechter aus als in diesem Jahr. Die närrischen Highlights der nächsten zwei Woche können also kommen.

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