… dann ist TV-Dreikampf im Ersten. Zum nunmehr zweiten Mal veranstaltete der Sender am Montagabend das „Duell der Kleinen“. Wir haben zugeschaut.
„Wir müssen versuchen, dass wir nah an den Menschen bleiben“. Dieser Satz von Sigmund Gottlieb, der die Diskussion zum Thema Energie unterbrach, traf den Nagel auf den Kopf. Denn das, was Jürgen Trittin, Rainer Brüderle und Gregor Gysi den TV-Zuschauern am Montagabend in ihrem ARD-Dreikampf präsentierten, war zwar eine oft unterhaltsame und heftige Diskussion mit vielen Angriffen auf den politischen Gegner. Dennoch kam diese an vielen Stellen für viele zu fachlich daher. Verständlich für die wenig politisch interessierten Bürger, um die es in der Sendung besonders ging, war es an vielen Stellen mit Sicherheit nicht.
Und so würde der FAZ- oder Spiegel-Leser die Runde mit Sicherheit als sehr gelungen und amüsant bezeichnen. Einziges Problem an der Sache: Der einfache Bürger wird stellenweise seine Probleme gehabt haben. Um genau den ging es aber eigentlich. Das Erste selbst bewarb den Dreikampf als TV-Format, in dem sich in erster Linie Unentschlossene über FDP, Linke und Grünen informierten könnten. Grundlegende Ideen der Parteien wie beispielsweise der Mindestlohn oder die Europolitik wurden zwar schon recht deutlich, stellenweise wurden besonders Trittin und Brüderle aber zu fachlich und damit unverständlich für den Otto-Normalbürger. Da war oft nicht viel von „nah an den Menschen“. Brüderle und Trittin hätten sich vielleicht eine Scheibe von Gysi abschneiden sollen.
Für den (zu) leicht verdaulichen Stoff sorgte die ARD dafür direkt im Anschluss an den Schlagabtausch mit einer Ausgabe von «hart aber fair». Dort verzichtete Frank Plasberg zunächst auf eine ausführlichere und tiefergehende Analyse, sondern diskutierte eine knappe Viertelstunde, ob die Kanzlerin eigentlich nur aus Sympathie oder wegen ihrer Verdienste gewählt würde. Danach ging es um das TV-Duell vom Sonntag mit Schwerpunkt Kanzlerkette, bevor sich Plasberg satirisch mit den CDU- und SPD-Wahlplakaten beschäftigte. Ein durchaus bunter Mix wurde da behandelt, den andere Talkshows in zwei bis drei Ausgaben abarbeiten würden. Dank der geladenen Gäste und der bissigen Art von Frank Plasberg war der Talk zwar unterhaltsam, von dem berühmten roten Faden war aber weit und breit keine Spur. Ernst wurde es kurz gegen Ende bei einer Diskussion zu Syrien – und damit war dann auch wirklich die ganze Themenpalette vertreten.
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