Quotencheck

«Die Pyramide»

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Nach drei von ursprünglich vier Wochen zog das ZDF den Stecker: Die Neuauflage des Gameshow-Klassikers wusste am Nachmittag nicht zu punkten.

Mit der «Pyramide» kehrte in diesem Jahr eine der kultigsten Gameshows zurück ins deutsche Fernsehen. Führte damals noch Dieter Thomas Heck durch die Sendung, durfte sich an der Neuauflage Micky Beisenherz versuchen. Diese wurde zuerst bei ZDFneo ausgestrahlt und holte recht ansehnliche Quoten. Im Schnitt reichte es dort zu 60.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 0,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen (siehe eigener Quotencheck). Doch viel wichtiger dürften ohnehin die Zahlen im ZDF gewesen sein – und die waren eben gar nicht gut. Auf dem schwierigen 16.15-Uhr-Sendeplatz bekam die Spieleshow kein Bein auf den Boden.

Dies machte schon die erste Folge deutlich. Mit gerade einmal 840.000 Zuschauern ab drei Jahren und einem Marktanteil von 8,6 Prozent dürfte man in Mainz nicht besonders glücklich gewesen sein. Ein tolles Comeback sieht jedenfalls anders aus. Immerhin schalteten mehr Jüngere ein als zuletzt bei den Telenovela-Versuchen: 190.000 Zuschauer führten aber auch hier nur zu mageren 5,5 Prozent Marktanteil. Der Senderschnitt liegt etwas mehr als einen halben Prozentpunkt höher. Bei allen fuhr das ZDF im vergangenen Fernsehjahr 12,1 Prozent ein.

An Tag zwei gab es dann die ersten Verluste zu verzeichnen: Die Zuschauerzahl sackte auf 710.000, der Marktanteil beim Gesamtpublikum stürzte auf 7,5 Prozent. Im Verlauf der Woche sollte es sogar noch weiter bergab gehen. 6,9 und 7,0 Prozent waren es am Mittwoch und Donnerstag, zum Wochenende erreichte man immerhin 7,9 Prozent. Bei den jüngeren Zuschauern ging das Interesse schließlich auf bis zu 110.000 Zuschauer zurück – das ist selbst für das ZDF viel zu wenig. Die Marktanteile pendelten zwischen 3,6 und 6,1 Prozent. Im Mittel waren in der ersten Woche also nicht mehr als 7,6 bei allen bzw. fünf Prozent Marktanteil bei den Jungen drin.

Die zweite Woche unterbot diese Werte und blieb bei durchschnittlich sechs bzw. 4,4 Prozent Marktanteil hängen. Zum Wochenstart sahen 600.000 Zuschauer zu, einen Tag später waren es 500.000. Danach blieb die Reichweite bei ungefähr 600.000 Zuschauern. Die Marktanteile schwankten zwischen fünf und sechs Prozent – vereinzelte Ausschläge nach oben oder eine allgemeine Tendenz in Richtung Besserung blieb aus. Besonders bei den 14- bis 49-Jährigen tat sich die Spielshow immer schwerer. Zwischenzeitlich schalteten nur noch 90.000 Menschen ein, der Marktanteil krachte auf 2,9 Prozent. Das war am besagten Dienstag, als insgesamt nur noch 500.000 Zuschauer zusahen. Für den Rest der Woche wurden Werte zwischen 4,6 und 5,4 Prozent ausgewiesen.

Der Wochenschnitt belief sich auf 590.000 Zuschauer. Im Vergleich zur Vorwoche verlor man demnach 150.000 Zuschauer. Die dritte Woche konnte sich zwar minimal auf 630.000 Zuseher steigern, lief alles in allem dennoch enttäuschend. Sowohl bei den Marktanteilen als auch bei den Zuschauerzahlen gab es keine großartigen Veränderungen. Einzig die Folge vom 12. September machte noch mal Hoffnung. Damals standen 760.000 Zuschauer auf der Uhr, der Gesamtmarktanteil betrug 6,7 Prozent. Das war der beste Wert seit Ende August.

Am Ende half alles nichts. Weil die Quoten insgesamt zu schwach waren, zog das ZDF relativ kurzfristig schon den Stecker und versendete die letzten fünf Folgen im Nachtprogramm. Im Schnitt kamen die 15 nachmittags gezeigten Ausgaben auf 650.000 Zuschauer, 160.000 von ihnen waren zwischen 14 und 49 Jahre alt. Das hatte Marktanteile von schlechten 6,6 bzw. 4,2 Prozent zur Folge. Das Experiment Gameshow am Nachmittag ist somit beendet – seither laufen wieder «Die Rettungsflieger». Und das sogar teilweise mit besseren Quoten, obwohl es sich hierbei bloß um Wiederholungen handelt.

Vielleicht bekommt «Die Pyramide» ja doch noch eine Chance; auf einem anderen Sendeplatz zum Beispiel, ähnlich wie Sat.1 mit «Ab durch die Mitte» vorgegangen ist. Darüber hinaus lief es bei ZDFneo gar nicht mal so schlecht. Nur dürfte sich der kleine Spartensender diese Produktion ohne das ZDF-Hauptprogramm als Finanzierungspartner wohl kaum leisten können…

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