Mit diesem netten Seitenhieb auf «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!», das Konkurrenz- und Vorbild-Produkt von RTL, bei dem im Dschungel schon der Tag anbricht, während sich die deutschen Zuschauer ihre Spätabendunterhaltung holen, eröffnete Daniel Aminati die zweite «Alm»-Staffel nach 2004. Immerhin ein schön unverkrampfter Umgang mit der Tatsache, dass es nicht etwa der Glaube an das eigene Format war, sondern der unglaubliche Erfolg von RTL, der die Promis nach sieben Jahren wieder auf die Alm ziehen ließ.
Obwohl die Gruppe damit sogar drei Köpfe kleiner ist als 2004, hatte ProSieben offenbar Schwierigkeiten Teilnehmer zu finden und füllte gleich einen Drittel des Casts mit «Germany's Next Topmodel»-Gesichtern: Gina-Lisa Lohfink, Tessa Bergmeier und Rolf Scheider (Bild links) machen mit. Weitere Kurzzeit-Bewohner der Almhütte: Moderatorin Charlotte Karlinder, Sängerin Kathy Kelly, Sänger Thomas „Der Checker“ Karaoglan, Kult-Schrotthändler Manni Ludolf, der tief gefallene einstige «DSDS»-Moderator Carsten Spengemann und Fußball-Legende Werner Lorant.
Und wer bis heute noch glaubte, dass Moderatoren im TV Improvisationstalente sind, wurde nach einer verpatzten MAZ desillusioniert, nach der frühzeitig zur Moderation zurückgestellt wurde: „Wir haben keine Texte!“ sagt Janine Kunze verzweifelt bevor sie merkt, dass sie schon wieder zu hören ist. Selbstironie. Unfreiwillig. Ebenso ironisch und leider ebenso wenig den Machern von «Die Alm» zuzurechnen: In der ersten Werbepause sind Dirk und Sonja zu sehen (Bild rechts) - und in einem einzelnen Spot witziger als ihre Kopien in den vollen zwei Stunden. Selbst das «Alm»-Duo von 2004, bestehend aus Elton und Sonya Kraus, war charmanter.
Ob die Promi-Gruppe hält, was sich der Sender von ihr verspricht, wird sich noch zeigen. Bitter nötig ist es allerdings, bedenkt man, in welch schludriger Machart «Die Alm» ihrem großen Vorbild nacheifert. Es ist nicht nur die lahme Moderation, an der es hakt. Auch die „Muhprobe“, das Äquivalent zur Dschungelprüfung, grenzte an Lächerlichkeit. Model Tessa riet mehr statt im Dunkeln nach den ekligen Dingen wirklich zu tasten: Schlange, Kaktus, Wollmütze. Was man eben so findet auf der Alm. Und bekam trotzdem fast die volle Punktzahl. Ihre Aussage, fast alles auf Anhieb richtig gehabt zu haben, war eine Steilvorlage für die Moderation. Bezeichnenderweise verpuffte sie ungenutzt.• Die Alm • Daniel Aminati • Janine Kunze
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