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Radiomacher zittern: Am Mittwoch kommt die MA

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Zwei Mal im Jahr gehen die Radiochefs mit flauem Gefühl im Magen in die Funkhäuser.

Am Mittwoch werden wieder alle Radiosender etwas zu feiern haben: Die Gewinner, weil sie gewonnen haben und die Verlierer, weil sie in ihren Pressemitteilungen selbst fast erdrutschartige Verluste noch irgendwie schön reden. Es ist MA-Zeit in Radio-Deutschland. Dass vor allem Jüngere wieder mehr das Medium Radio nutzen, wurde bereits in der vergangenen Woche bekannt. Die genauen Ergebnisse der einzelnen Sender werden am Mittwochvormittag veröffentlicht.

Für die Radioverantwortlichen ist es das Zeugnis für die Arbeit des vergangenen Jahres. Anders als beim Fernsehen werden die Radioquoten nicht durch spezielle Messgeräte ermittelt, sondern durch Telefonumfragen belegt. Ein Marktforschungsinstitut befragt innerhalb einer so genannten Befragungswelle Bundesbürger im Alter ab 14 Jahren über deren Radionutzung. Angegeben werden muss dabei, welcher Sender am heutigen und in den vergangenen Tagen gehört wurde und auch wann dies geschah. Bis auf eine Viertelstunde genau wird der Zeitraum der Radionutzung ermittelt.

Die Ermittlung der Radioquoten steht stark in der Kritik, dass die Werte wirklich stimmen, ist eher unwahrscheinlich. So manche Stundenauswertung bringt innerhalb eines Senders seltsame Sprünge von Gut zu Böse ans Tageslicht, die so in der Tat wohl nicht stattfinden. Zudem kann die gesamte Erhebung leicht ad absurdum geführt werden – immer mehr Radiosender weisen auf die Telefonanrufe hin und bitten an den Befragungen teilzunehmen. Denn: Je mehr Hörer eines Senders teilnehmen, desto mehr Hörer hat die bestimmte Station dann auch.



Für die am Mittwoch herauskommenden Ergebnisse werden die Daten der beiden Befragungswellen aus dem Jahr 2008 herangezogen. Es gibt eine Welle, die von Januar bis ins Frühjahr hineinläuft und eine zweite, die im September startet und wenige Tage vor Weihnachten endet. Sämtliche Aktionen, die die Radiomacher 2009 starteten, werden also in der MA Radio 2009 I noch nicht berücksichtigt.

Besonders spannend wird es unter anderem in Bayern: Kann Antenne Bayern seine guten Ergebnisse der letzten Analyse bestätigen? Was passiert mit der Rock Antenne, die im Sommer 2008 um fast 30 Prozent zulegte? In Berlin zittern die Mitarbeiter von Energy, denen im August 2008 ein Verlust von 23,4 Prozent ausgewiesen wurde. Im Osten verloren Antenne Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseewelle im zweistelligen Bereich, während die Landeswelle Thüringen mehr als 34 Prozent hinzugewann.

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