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Sendeplatz-Wahn: Das ARD-Chaos ist perfekt

von  |  Quelle: Quotenmeter.de
Mittwoch, 21:45 Uhr – das ist er nun also, der neue Sendeplatz von «Hart aber fair». Quotenmeter.de-Redakteur Alexander Krei über ein großes ARD-Dilemma.

Foto: WDRMittwoch, 21:45 Uhr – das ist er nun also, der neue Sendeplatz von «Hart aber fair». Seit Jahren führte die inzwischen mehrfach preisgekrönte Polittalkshow im Programm des WDR ein Schattendasein. Doch als plötzlich Günther Jauch der ARD absagte und nicht mehr als Nachfolger von Sabine Christiansen zur Verfügung stand, stand anfangs nur ein Name im Raum: Frank Plasberg, der Moderator des WDR-Talks.

Der gab gleich zu Protokoll, gerne die Aufgaben Christiansens übernehmen zu wollen, SWR-Intendant Voß hielt zu ihm und fügte hämisch noch hinzu „Ohne Jauch geht’s auch“. Damit hatte er wohl recht, doch mit Jauch wäre eine monatelange Diskussion vermeidbar gewesen. Am Ende wurde Anne Will die neue Christiansen und Plasberg stand für kurze Zeit zwischen den Stühlen, wurde er doch immer mehr zum Spielball verschiedener Anstalten, die ausschließlich auf die Vorteile des eigenen Senders und nicht auf das Wohl des Publikums bedacht zu sein scheinen.

Wirre Sendeplätze geisterten durch die Gazetten, so war vom undankbaren Freitag die Rede, auch von einer Teilung der erfolgreichen dienstäglichen Serien sowie einer Kürzung der Spielfilme. Und alles wegen Plasberg. Mit der nun gefundenen Lösung scheinen alle Parteien leben zu können, doch eine klare Struktur im Programm des Ersten ist nun dahin, schließlich beginnen die «Tagesthemen» am Mittwoch nun erst um 23 Uhr und auch der nicht gerade preisgünstige, aber zuletzt doch stark schwächelnde Harald Schmidt wird wohl deutlich nach hinten verschoben oder kommt bald sogar nur noch donnerstags.




Überhaupt: Das «Tagesthemen»-Chaos ist endgültig perfekt. Die Vorverlegung auf 22:15 Uhr brachte nicht den gewünschten Erfolg, dank unkluger Programmplanung ist aller Voraussicht nach auch keine Besserung in Sicht. Montags, dienstags und donnerstags läuft das so häufig als „Flaggschiff“ titulierte Nachrichtenmagazin zur inzwischen nicht mehr ganz so neuen Sendezeit, mittwochs ist der Start für 23:00 Uhr geplant, freitags muss man bis 23:15 Uhr warten. Am Samstag hängt die Zeit der „Tagesthemen“ von Silbereisens Schunkelshow ab und sonntags muss das Publikum erst noch Christiansen – oder bald Will – über sich ergehen lassen.

Dabei wäre es so einfach gewesen: Mittwoch, 20:15 Uhr – 90 Minuten, eine Verschiebung der Serien auf den Montag und die Ausstrahlung der Filme am Dienstag. Doch für einen 90-minütigen Polittalk zur besten Sendezeit fehlte den Verantwortlichen der Mut – obwohl man sich doch stets damit schmückt, im Informationsbereich die Nummer eins zu sein. De facto kürzte man aber die prestigeträchtigen Politmagazine, nur um sich dem Sendeschema der Privaten anzupassen. Statt „Ohne Jauch geht’s Jauch“ hätte man sich besser einen anderen Spruch zu Eigen gemacht: „Mehr Mut tut gut.“

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