Der Streamingdienst Amazon hat eine Serie mit J. K. Simmons und Sissy Spacek im Programm, die mit ihrer langsamen Erzählung überzeugt.
Zahlreiche Serien starten fulminant durch: In «Desperate Housewives» bringt sich Mary Alice Young um, bei «Lost» gibt es ein Action-Spektakel durch den Flugzeugabsturz zu sehen. Diese Formate stehen im krassen Gegensatz zu Erzählstrecken wie die hochgelobten Serien «Fargo», «Dopesick» oder «Die Brücke – Transit in den Tod». Die recht unbekannten Autoren Holden Miller und Daniel C. Connolly haben ein neues Werk auf die Bildschirme gebracht, das ebenfalls durch seine langsame Erzählweise überzeugt.
Ihm zur Seite steht seine Ehefrau Irene York, eine ehemalige Englischlehrerin aus Farnsworth, Illinois. Sissy Spacek, die für «Nashville Lady» den Oscar erhielt, gehörte auch zum Cast der Netflix-Serie «Bloodline». Seit über 50 Jahren ist das Ehepaar York verheiratet, doch der gesundheitliche Zustand der beiden verschlechtert sich zunehmend. Irene stürzte und muss sich seither mit einem Rollstuhl und einem Treppenlift herumschlagen, Franklin scheint an Alzheimer zu erkranken.
Irene hat sich mit dem Ende ihres Lebens abgefunden und schreibt Franklin einen Abschiedsbrief. Danach begibt sie sich in die mysteriöse Kammer und möchte den fremden Planeten erkunden. Just in diesem Moment erscheint der geheimnisvolle Jude (Chai Hansen, «Shadowhunters»), der mit zahlreichen Verletzungen im Raumschiff liegt. Sie eilt ihm zur Hilfe und bringt ihn mit auf die Erde. Es ist nicht klar, ob der geheimnisvolle Mann aus dem Weltraum ein Freund oder Feind ist. Die Yorks nehmen ihn auf, um seine Geschichte zu erfahren.
Die Koproduktion der Amazon Studios und Legendary Television bindet alle Entwicklungen nicht auf die Nase – anders als zahlreiche US-Serien. Dass es den Yorks mit der Begegnung von Jude langsam besser geht, Franklins Alzheimer verschwindet und Irene wieder gehen kann, wird verbal nicht mal angesprochen. Obwohl «Night Sky» mit der langen, aber nicht zähen Einführungen punkten kann, gibt es auch den Charakter der Altenpflegerin Chandra (Beth Lacke, «Frequency») und der Begegnung mit Sadie (Pat Vern Harris, «Detroiters»), die wirklich überflüssig sind. Die Autoren haben sich wirklich Mühe gegeben, eine packende Geschichte zu verfassen. «Night Sky» macht Lust auf eine zweite Staffel, die allerdings nicht realisiert wird. Das Format ging bei Amazon Prime Video unter, die Serie wurde im Juli 2022 mangels Interesses eingestellt. Das ist insofern schade, weil die Science-Fiction-Geschichte ungewöhnlich war und weitere Spannungsbogen hätte bescheren können. Es wird aber wohl nicht J. K. Simmons letztes Projekt bleiben. 

• Desperate Housewives • Lost • Fargo • Dopesick • Die Brücke – Transit in den Tod • The Closer • Spider-Man • Up in the Air • Burn After Reading • Nashville Lady • Bloodline • NCIS: Los Angeles • Disengaged • Shadowhunters • Edha • Separadas • Night Sky • Frequency • Detroiters
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