Das Spielfilm-Debüt von Karen Maine entpuppt sich mehr als Drama als lockere, leichte Komödie.
Im Teenageralter gerät jeder Mensch in die Pubertät und entdeckt damit auch seine Sexualität. Im besten Falle sind Jugendliche aufgeklärt, Veränderungen des eigenen Körpers annehmen können und mit Neugierde in die neue Phase des Lebens gehen. Spaß sollte dabei genauso gelten wie eine gewisse Achtsamkeit für entstehende Lustgefühle. Gespräche mit Vertrauten wie Freundinnen und Freunde, vielleicht gar Lehrer und Eltern sind dabei gewiss hilfreich. Es sei denn man wächst in einem strenggläubigen Umfeld der Katholischen Kirche auf. Sexualität und Religion stehen im direkten Widerspruch, wenn es etwa heißt, man dürfe erst miteinander schlafen, wenn die Ehe vollzogen ist, Sex diene nur der Fortpflanzung und Homosexualität ist sowieso untersagt.
Irgendwo in einem Kaff der USA wächst in den 200er-Jahren die junge Alice (Natalia Dyer) auf. Ihre Eltern sind streng katholisch, und auch in der Schule werden die Werte der Kirche gelehrt. Alice weiß längst, was verboten ist. Sex vor der Ehe, unreine Gedanken und Selbstbefriedigung führen direkt in die Hölle. Das wurde ihr im Sexualkundeunterricht eingetrichtert, und doch steht das alles im Widerspruch zu ihren eigenen Gelüsten.
Anfangs fühlt man sich noch wie in einer gewöhnlichen Teenie-Komödie, in der es ganz normal dazu gehört, wie Mädels über sexuelle Zweideutigkeiten sinnieren und sich kichernd über obszöne Kraftausdrücke aus dem Sexjargon hinwegretten. Da hatte schließlich jede Generation von «Eis am Stiel» in den 1970ern über «American Pie» in den 2000ern bis hin zu «Fack ju Göhte» in jüngster Zeit ihre eigenen Filmerfahrungen. Aber «Yes, God, Yes: Böse Mädchen beichten nicht» geht trotz des spaßig anmutenden Zweittitel aus Deutschland dann doch in eine andere Richtung.
Letztlich kommt mehr das Drama als die Komödie zum Vorschein, was nicht unbedingt im Interesse der Regisseurin war, die bereits 2017 das gleiche Thema unter dem gleichen Titel mit der gleichen Hauptdarstellerin (Natalia Dyer liefert eine absolut glaubwürdige Performance ab und hat hoffentlich noch eine großartige Karriere vor sich) als Kurzfilm realisierte. 

• Titanic • Eis am Stiel • American Pie • Fack ju Göhte • Der verlorene Sohn • Gelobt sei Gott
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