«Marvel's Hero Project» ist eine inspirierende Verbeugung vor Kindern, die ehrenamtlich mit Mitgefühl, Mut und Charakter die Welt ein klein wenig besser machen.
Superhelden sind seit 1939 das Kerngeschäft der Marvel Entertainment LLC. Die Prämisse der Comics rund um «Spider-Man», «Captain America», «Black Widow» und die anderen fantastischen Helden ist im Grunde immer dieselbe. Im Kern geht es um gute Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die die Menschheit beschützen und immer bereit sind, das Richtige im richtigen Augenblick zu tun. Dass es aber nur etwas Einfallsreichtums und Mut bedarf, auch im wahren Leben ganz besondere Superkräfte zu entwickeln, zeigt die erste Staffel der auf Disney+ zu sehenden Doku-Reihe «Hero Project». In achtzehn 25-minütigen Folgen stellt Marvel Kinder vor, die sich durch ein besonderes soziales Engagement auszeichnen und damit nicht nur ihren gezeichneten Idolen nacheifern, sondern zu Helden des Alltags werden.
Es ist sehr lobenswert, dass sich Marvel in einem groß angelegten Projekt den wahren kleinen Helden des Alltags widmet und damit vielleicht andere Kinder zur Nachahmung motiviert. Denn welches Kind möchte schließlich nicht gerne Teil eines Superheldenteams sein? Besonders gut gelungen ist Showrunnerin Sana Amanat, die bei Marvel unter anderem die Comicreihen «Daredevil», «Rocket Raccon» und die erste muslimische Superheldin «Ms. Marvel» betreut, die Zeiteinteilung. 17 der insgesamt 25 Minuten einer Folge widmen sich der Vorstellung der Kinder, ihrer Ideen und Taten. Nur zwei bis drei Minuten verfallen auf die Planungs-Meetings zwischen Sana Amanat, Stephen Wacker, Sarah Amos, Devin Lewis und Nick Lowe im Marvel-Headquarter. Der Rest der Screentime ist für die Überreichung einer individuellen Marvel-Box mit den oben erwähnten Goodies und einem persönlichen Brief an das neue Mitglied des Marvel Hero Projects reserviert. Es ist erfrischend, wie sehr sich die Erwachsenen in dieser Serie zurücknehmen und keinen Zweifel daran aufkommen lassen, wer die wahren Stars der Show sind. Ein weiterer Pluspunkt ist die zelebrierte Vielfalt an Themen. Marvel zeigt sich mutig genug, dem mächtigen konservativen Bible-Belt in den USA zu trotzen und nicht nur talentierte Prediger wie Elijah ins Programm zu holen, die das Herz der christlichen Mitte anrühren. Vielmehr erlaubt man sich eine große Bandbreite und macht nebenbei so auch auf viel zu selten beachtete Missstände der modernen Welt aufmerksam. Ein junges Mädchen wie Rebekah in den Ritterstand eines Superheroes zu erheben ist ein Gericht, dass manchem religiösen Fundamentalisten nicht unbedingt schmecken dürfte. Und wenn "Sensational Jordan" davon erzählt, dass sie trotz ihres angeborenen fehlenden linken Unterarms (medizinisch: Peromelie) ein ganz normales Mädchen ist, nur eben ein wenig anders, ist das rührend und inspirierend zugleich. 


• Marvel's Hero Project • Spider-Man • Captain America • Black Widow • Hero Project • Incredible Elijah • Daredevil • Rocket Raccon • Ms. Marvel
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24.03.2020 15:55 Uhr 1