Quotencheck

«Danke Deutschland!»

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Mit einer taufrischen Sketch-Comedy wollte das ZDF die Sommerpause der «heute-show» humoristisch überbrücken. Doch nach fantastischen Auftaktwerten schmierte die Sendung rasch dramatisch ab.

Es klang eigentlich nach einem guten Plan: Ralf Kabelka, älteren Semestern noch als Dr. Udo Brömme in der «Harald Schmidt Show», jüngeren Zuschauern vornehmlich als Ensemble-Mitglied der «heute-show» und als Sidekick des «Neo Magazin Royale» bekannt, sollte mit einer eigenen Sketch-Comedy sechs Wochen lang den Freitagabend-Sendeplatz um 22:30 Uhr warmhalten. Einem solch versierten und erfahrenen Komiker trauten viele zu, Jahre nach der der schönen, auf Dauer aber repetitiv wirkenden und an Strahklkraft verlierenden humoristischen Wissenschaftsshow «Nicht nachmachen!» mal wieder ein sehenswertes Sommerpausen-Format auf die Beine zu stellen - bis die ersten Kritiken die Vorfreude auf «Danke Deutschland» deutlich dämpften. Ganz offensichtlich fand auch das Fernsehpublikum keinen Gefallen an den Sketchen, denn nach einem fantastischen Auftakt im direkten WM-Umfeld gelang es kein einziges Mal mehr, den Senderschnitt zu erreichen.

Dabei rollte der Sender dem Team um Kabelka zu Beginn nun wirklich den roten Teppich aus: Am 6. Juli lief die erste Folge unmittelbar nach der Berichterstattung rund um den fußballerischen Viertelfinal-Leckerbissen zwischen Brasilien und Belgien, was dann auch wenig überraschend mit wunderbaren Quoten zu Beginn einherging: 3,59 Millionen gaben dem Neustart eine Chance, was klar überdurchschnittlichen 16,1 Prozent Marktanteil entsprach. Bei den 14- bis 49-Jährigen sah es mit 21,3 Prozent bei 1,60 Millionen Fernsehenden sogar noch deutlich besser aus. Klar, im Anschluss an die WM-Übertragung zu laufen, ist grundsätzlich dankbar, doch insbesondere beim jüngeren Publikum fielen die Zahlen trotzdem noch ungewohnt gut aus. Die Bereitschaft, sich den Sketchen rund um aktuelle gesellschaftspolitische Themen hinzugeben, war also offensichtlich vorhanden.

Doch offensichtlich schmeckte der weit überwiegenden Zahl das dargebotene Material so überhaupt nicht, denn schon in Woche zwei sanken die Werte dramatisch. Insgesamt gingen genau zwei Millionen Interessenten verloren, sodass nur noch 1,59 Millionen und 7,9 Prozent auf dem Papier standen - und damit postwendent ein klar unterdurchschnittlicher Marktanteil. Noch bitterer war allerdings der Aderlass bei den Jüngeren, wo gerade einmal 0,37 Millionen am Ball blieben und dem Sender sehr durchwachsene 5,8 Prozent einbrachten. Das war dann schon ein ziemlich vernichtender Rückschlag, da hier nicht einmal mehr ein Viertel der Auftaktreichweite erzielt wurde und der 22:30-Uhr-Slot dank der «heute-show» durchaus einer ist, an dem das junge Publikum gemeinhin zum Mainzer Sender pilgert.

Doch in den beiden Wochen danach signalisierte das junge Publikum sein Missfallen sogar noch deutlicher: Die vorletzte Juli-Ausgabe verbuchte nur noch klar unterdurchschnittliche 4,3 Prozent bei 0,27 Millionen jungen Fernsehenden, Folge vier verschlechterte sich anschließend sogar nochmals auf nun wahrlich desolate 3,5 Prozent bei 0,18 Millionen. Auch beim Gesamtpublikum sanken die Zuschauerzahlen weiter dramatisch auf 1,30 und 1,12 Millionen, die damit verbundenen Marktanteile stabilisierten sich aber bei 6,4 und 6,5 Prozent - was natürlich trotzdem viel zu wenig ist für einen Sender, der gemeinhin locker 13 Prozent aller Fernsehenden ab drei Jahren mobilisiert.

Hintenraus gab es dann zumindest mal einen kleinen Hoffnungsschimmer inmitten der Quoten-Tristesse zu vermelden, denn die vorletzte Ausgabe steigerte sich am 3. August sogar relativ deutlich auf 1,38 Millionen Zuschauer, wenngleich auch noch die damit verbundenen 7,2 Prozent viel zu wenig waren für die Ansprüche des öffentlich-rechtlichen Kanals. Bei den 14- bis 49-Jährigen kletterten die Werte auf 0,30 Millionen und dem Senderschnitt zumindest ansatzweise nahe kommende 5,2 Prozent. Der sechste und letzte Einsatz der Sendung verbesserte sich dann nochmals auf 1,55 Millionen, doch auch mit den damit verbundenen Marktanteilen von 7,6 und 5,2 Prozent war kaum mehr ein Blumentopf zu gewinnen.

Durchschnittlich erreichte «Danke Deutschland!» eine Zuschauerzahl von 1,76 Millionen, was einem Marktanteil von 8,6 Prozent entsprach. Schon dieser Wert wäre eigentlich klar zu wenig gewesen für ZDF-Verhältnisse, wird allerdings durch die WM-geschönten Auftaktzahlen massiv nach oben getrieben. Betrachtet man hingegen nur die Resultate der fünf anschließenden Ausgaben, stehen ungleich tristere 1,39 Millionen sowie 7,1 Prozent auf dem Papier. Ganz ähnlich verhält es sich bei den 14- bis 49-Jährigen, wo die 7,6 Prozent bei 0,51 Millionen für die Gesamtstaffel eigentlich sogar noch einen Erfolg für die Mainzer darstellen, die im Normalfall nicht über gut sechs Prozent hinauskommen. Ohne Folge eins dagegen lag die Sendung glasklar unter dem Soll: Gerade einmal 4,8 Prozent bei 0,29 Millionen wurden hier erreicht. Maue Kritiken und schwache Quoten trotz optimaler Auftakt-Voraussetzungen: Das klingt nun wirklich nicht nach einer Fortsetzung dieses Projekts.

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