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«Grill den Profi»

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Von Henssler'schen Glanzzeiten ist das sonntagabendliche Kochduell zwischen Promis und Profi inzwischen weit entfernt. Konnte sich die zweite Staffel zumindest ein wenig verbessern?

(K)Ein Faktor: Welcher Profi-Koch tritt an?

Den Werten der zweiten Staffel nach zu urteilen, war Nelson Müller der beliebteste der drei TV-Köche und kam bei seinen drei Shows immerhin auf durchschnittlich 5,1 Prozent Gesamt- sowie 7,5 Prozent Zielgruppen-Marktanteil bei 1,34 Millionen Zuschauern. Hinter ihm platzierte sich Trettl mit immerhin 4,7 und 6,8 Prozent bei 1,26 Millionen, Ali Güngörmus kam im Mittel nur auf 4,6 und 6,2 Prozent bei 1,21 Millionen. Da die Werte jedoch nah beieinanderliegen und die Zahl von gerade einmal je drei Folgen sehr gering ist, müssen diese Zahlen mit Vorsicht betrachtet werden - zumal die Müller-Ausgabe der ersten Staffel noch hinter den Werten von Güngörmüs und Trettl gelegen hatte.
Als Nachfolger der doch reichlich in die Jahre gekommenen «Kocharena» war einst 2013 «Grill den Henssler» an den Start gegangen und hatte sich im Laufe seiner acht Staffeln zu einem der größten Show-Erfolge von VOX entwickeln können. Als Steffen Henssler dann im vergangenen Jahr die Chance ergriff, als Raab-Nachfolger von ProSieben die ganz große Live-Bühne zu bespielen, wollte der Sender diese solch erfolgreiche Marke nicht einfach einstampfen, sondern als «Grill den Profi» mit wöchentlich wechselnden Star-Köchen weiterleben lassen. Und obgleich dieser Plan so überhaupt nicht aufgehen wollte, strahlte man in den vergangenen zwei Monaten eine weitere Staffel des Formats aus, wobei diesmal eine Fokussierung auf drei gut funktionierende Gesichter des ersten Durchgangs erfolgte: Roland Trettl, Ali Güngörmüs und Nelson Müller. Der große Aufschwung blieb allerdings aus.

Gleich zum Staffelauftakt am 15. April kam Roland Trettl nicht über eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 1,23 Millionen hinaus, was dem aktuell auch mit dem Vorabend-Format «First Dates» eher leidlich erfolgreichen Fernsehkoch einen mauen Gesamt-Marktanteil von nur 4,3 Prozent bescherte. In der werberelevanten Zielgruppe gelang es immerhin, dank 0,69 Millionen Interessenten auf einen durchschnittlichen Marktanteil von 7,0 Prozent zu gelangen, was als Auftaktwert zunächst einmal in Ordnung ging. Ali Güngörmus erster Einsatz in diesem Durchgang sackte allerdings nur eine Woche später auf erheblich schwächere 5,4 Prozent bei nur noch 0,53 Millionen jungen Fernsehenden ab, während es beim Gesamtpublikum nur leicht auf 1,10 Millionen sowie 4,0 Prozent bergab ging.

Das Staffelhighlight sollte dann in der letzten April-Woche folgen, als sich Nelson Müller auf das kulinarische Duell mit drei Promis einließ und damit immerhin 1,48 Millionen Menschen erreichte. Der damit verbundene Marktanteil von 5,4 Prozent war zwar nicht überragend, aber der Höchste dieses Durchgangs und der Zweithöchste seit dem Beginn der Neuauflage - einzig die Auftaktfolge im Oktober 2017 hatte sich mit 6,0 Prozent bei 1,67 Millionen noch besser geschlagen. Und mehr noch: Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden mit 0,81 Millionen sowie den damit verbundenen 8,7 Prozent die stärksten Werte des Franchises seit dem abgang von Steffen Henssler verbucht. Ansonsten nämlich waren schon unspektakuläre 7,3 Prozent das Höchste der Gefühle.

Wer nun dachte, dass vielleicht Müller als prominentester Name unter den Starköchen die große Anziehungskraft entfalten würde, wurde allerdings schon eine Woche später eines Besseren belehrt: Die direkt im Anschluss gezeigte zweite Ausgabe mit ihm fiel klar zurück auf nur noch 4,6 bzw. 5,9 Prozent bei insgesamt 1,18 Millionen Fernsehenden, bevor sich dann wiederum Trettl auf recht ansehnliche 5,1 und 7,1 Prozent bei 1,37 Millionen zu verbessern wusste. Ende Mai folgten zwei Güngörmüs-Ausgaben, die sich mit 4,8 und 5,0 Prozent des Gesamtpublikums bzw. 6,8 und 6,4 Prozent der Zielgruppe bei 1,26 und 1,27 Millionen Fernsehenden leicht unterdurchschnittlich, aber eben auch wesentlich besser als die erste Folge dieser Staffel mit ihm schlugen. Im Juni ging dann noch einmal Trettl mit ähnlich durchwachsenem Erfolg auf Zuschauerjagd (4,6 und 6,3 Prozent bei 1,18 Millionen), bevor Nelson Müller zum Staffelfinale schließlich nochmal auf durchaus überzeugende 5,3 und 7,9 Prozent bei 1,38 Millionen zu verweisen hatte.

Unterm Strich erreichten die neun frischen «Grill den Profi»-Einsätze eine gemittelte Zuschauerzahl von 1,27 Millionen, was einem Anteil von 4,8 Prozent am Gesamtmarkt entsprach. Damit lag die Show minimal unterhalb des VOX-Saisonschnitts von 4,9 Prozent, im direkten Vergleich mit der ersten Staffel ließen sich kaum statistisch bedeutsame Unterschiede ausmachen: Die Zuschauerzahl der Herbst-Ausgaben hatte noch bei leicht höheren 1,32 Millionen gelegen, der damit verbundene Marktanteil allerdings bei leicht schwächeren 4,5 Prozent. Im Grunde also wiederholte man sein enttäuschendes Resultat, nachdem sich «Grill den Henssler» zuvor noch mit schönen 6,6 Prozent bei 1,92 Millionen verabschiedet hatte.

Auf den ersten Blick nicht wirklich besser lesen sich die Werte in der werberelevanten Zielgruppe, wo mit 6,8 Prozent bei 0,62 Millionen ebenfalls ein knapp unterdurchschnittlicher Marktanteil verbucht wurde (VOX-Saisonschnitt: 7,1 Prozent) und man weit hinter der letzten Henssler-Staffel lag, die vor gut einem Jahr noch 9,2 Prozent bei 0,93 Millionen generiert hatte. Das kleine, aber feine Aber: Im vergangenen Herbst hatte man mit deutlich schwächeren 5,7 Prozent bei 0,60 Millionen vorliebnehmen müssen. Zudem muss aller berechtigten Enttäuschung ob der Tatsache, dass mit Henssler auch viele Zuschauer abgewandert sind, darauf hingewiesen werden, dass die Sendung auf dem härtesten Terrain beweisen muss, das es überhaupt im deutschen Fernsehen gibt: Am Sonntagabend gegen den «Tatort», gegen die ProSieben-Blockbuster und gegen Show-Alternativen wie «The Voice Kids» und «Team Ninja Warrior Germany». So schlecht war «Grill den Profi» also sicherlich nicht unterwegs - begeisternd allerdings auch nicht.

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