Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof: Pleiten, Pech und Remakes

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 61: Die erste deutsche Clipshow und deren zahlreiche Kopien.

Liebe Fernsehgemeinde. Heute gedenken wir einer Idee, die sooft kopiert wurde, wie kaum ein anderes Format in den vergangenen Jahren.

«Pleiten, Pech und Pannen» wurde am 30. März 1986 geboren und begann mit einer einmaligen Testsendung. Erstmals wurden dem deutschen Publikum private Videos von Amateurfilmern gezeigt, in denen witzige Missgeschicke zu sehen waren. Die stolpernden Kinder, hinfallenden Tänzer und ungeschickten Sportler trafen den Geschmack des Publikums, sodass die Show ab 25. Mai 1987 regelmäßig ausgestrahlt wurde.

Im Rahmen einer jeden Ausgabe wurde vom Studiopublikum aus einer vorgegebenen Auswahl "Deutschlands lustigster Videofilm der Woche" gewählt, der dann den "Goldenen Raben" und einen Geldpreis erhielt. Zusätzlich trat ein Prominenter auf, der von seinen persönlichen Missgeschicken bei der Arbeit erzählen musste. Untermalt wurde dieses Gespräch meist mit Outtakes aus den jeweiligen Sendungen des Gastes. Die 25-minütige Show wurde vom ehemaligen WDR-Hörfunk-Moderator Max Schautzer präsentiert.

Bis 2002 waren die abgeschlossenen Staffeln ein fester Bestandteil des ARD-Programms am Montag- bzw. Dienstagabend um 21.05 Uhr. Da sich die Show jedoch selbst kaum wandelte, nutzte sie sich irgendwann ab. Die Folge war eine monatliche Ausstrahlung und ab Mai 2003 eine Verlegung ins Programm des Bayrischen Rundfunks, wo sie klanglos im Nachmittagsprogramm verschwand. Der anfängliche Erfolg der Sendung führt allerdings zu zahlreichen Kopien in den vergangenen Jahren, von denen hier nur die wichtigsten erwähnt werden können.

Die erste Version legte der Sender Tele 5 mit «Bitte Lächeln» am 09. September 1990 vor. Mike Carl und Gundis Zámbó präsentierten die kleinen und großen Unglücke am Sonntagabend zur besten Sendezeit. Ab Januar 1993 wanderte sie auf den Samstagvorabend im DSF, bevor RTL II die Show ab Oktober 1993 täglich um kurz nach 18 Uhr ausstrahlte. Den weiblichen Part übernahm dann aber Martina Menningen. Ab 1997 unterzog man dem Klassiker eine Verjüngungskur und ersetzte die Moderatoren durch die VIVA-Gesichter Aleksandra Bechtel und Matthias Opdenhövel («Schlag den Raab»), die das Format bis zum Ende am 30. Oktober 1998 präsentierten. Ab Februar 1999 wurde ein Remake unter dem Titel «Schwupps» mit Mike Carl und Giulia Siegel bei tm3 versucht, aber nach anderthalb Jahren wieder eingestellt.

Sat.1 hob im Januar 1992 die Show «Klipp-Klapp, der Clip-Club» aus der Taufe, die von Dieter Hallervorden am Vorabend moderiert wurde. Im Januar 2006 versuchte RTL II mit der Sendung «Bitte Lachen» und der Berliner Radiomoderatorin Gerlinde Jänicke sein erneutes Glück mit dem Format, beendete den Versuch jedoch wieder nach ein paar Monaten.

Seit 24. August 2005 sorgt «Upps - Die Pannenshow» mit Dennie Klose am Donnerstagabend bei SuperRTL für hohe Einschaltquoten. Der Ableger «Upps - Die Superpannenshow» beim großen Bruder RTL mit Oliver Beerhenke und Andrea Göpel überbot diese Werte im Fahrwasser von «Deutschland sucht den Superstar» zeitweise sogar deutlich. Der Erfolg der Neuauflagen lag vor allem im stark erhöhten Tempo der Show, bei dem unter anderem in mehreren Collagen Unfälle im Sekundentakt gezeigt werden. Zudem bedienen sich beide Version hauptsächlich ausländischen Clips (z.B. von «Americas Funniest Home Videos»), wodurch sie über eine größere Auswahl verfügen.

«Pleiten, Pech und Pannen» wurde am 06. September 2003 beerdigt und erreichte ein Alter von etwas mehr als acht Jahren. Die Show hinterließ den Moderator Max Schautzer, der, nachdem er aufgrund seines zu hohen Alters seine Show «Immer wieder sonntags» verlor, ankündigte einen Sender ausschließlich für Senioren gründen zu wollen.

Möge die Show in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs erscheint am kommenden Donnerstag und widmet sich dann dem legendären interaktiven Computertroll von Kabel eins.

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