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«Ruhm und Risse» – Die vielen Gesichter der Gloria von Thurn und Taxis

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Mit «Ruhm und Risse» startet BR24 eine neue Podcast-Reihe über prominente und umstrittene Persönlichkeiten und widmet sich zum Auftakt einer Frau, die seit Jahrzehnten zwischen Adel, Medienrummel und politischer Kontroverse polarisiert: Gloria von Thurn und Taxis.

Prominente Menschen werden oft auf Schlagzeilen reduziert. Die neue BR24-Serie «Ruhm und Risse» möchte stattdessen hinter die öffentliche Fassade blicken. Jede Staffel soll sich einer bekannten Persönlichkeit aus Bayern widmen und dabei nicht nur deren Erfolgsgeschichte erzählen, sondern auch Widersprüche, Brüche und Kontroversen beleuchten. Den Anfang macht eine Frau, die seit den 1980er Jahren regelmäßig für Schlagzeilen sorgt: Gloria von Thurn und Taxis.

Host Bianca Taube nähert sich ihrer Protagonistin in drei Folgen aus unterschiedlichen Perspektiven. Die erste Episode zeichnet den Weg von der schillernden „Punk-Prinzessin“ zur gesellschaftlichen Institution nach. Exzessive Partys, ungewöhnliche Fernsehauftritte und der Jetset der Achtzigerjahre prägten lange ihr öffentliches Bild. Doch die Folge zeigt auch, dass diese Erzählung nur einen Teil der Geschichte ausmacht. Hinter der exzentrischen Fassade entwickelte sich eine Frau, die zunehmend politische und gesellschaftliche Positionen bezog und damit immer stärker polarisierte.

In der zweiten Episode rückt die politische Vernetzung der Fürstin in den Mittelpunkt. Die Recherche führt bis in die Vereinigten Staaten und untersucht ihre Verbindungen zu konservativen Netzwerken und religiösen Aktivisten. Besonders die Haltung von Gloria von Thurn und Taxis zu Themen wie Schwangerschaftsabbrüchen, Familienpolitik und gesellschaftlichem Wertewandel wird dabei ausführlich beleuchtet. Der Podcast zeichnet nach, wie sie zu einer der bekanntesten konservativen Stimmen Deutschlands wurde und warum sie gerade in diesen Debatten regelmäßig für Kontroversen sorgt.

Die dritte Folge beschäftigt sich schließlich mit ihrer heutigen Rolle im politischen und kulturellen Diskurs. Dabei geht es um neue rechte Netzwerke, gesellschaftliche Kulturkämpfe und die Frage, welchen Einfluss prominente Akteure außerhalb klassischer Politik tatsächlich besitzen. Der Podcast untersucht, warum Gloria von Thurn und Taxis für manche Menschen eine wichtige Stimme konservativer Werte darstellt, während andere sie als Symbol einer problematischen politischen Entwicklung betrachten.

Eine besondere Stärke von «Ruhm und Risse» liegt darin, dass die Serie weder als Hagiografie noch als Abrechnung angelegt ist. Stattdessen kommen Weggefährten, Freunde, Kritiker und Beobachter zu Wort. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Porträt einer Persönlichkeit, die sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder neu erfunden hat. Die Recherche reicht von den frühen Jahren im Rampenlicht bis zu aktuellen politischen Debatten und zeigt dabei auch, wie eng Medien, Prominenz und gesellschaftliche Macht miteinander verflochten sein können.

Gleichzeitig erzählt der Podcast nicht nur etwas über Gloria von Thurn und Taxis selbst. Er stellt immer wieder die Frage, warum bestimmte Persönlichkeiten faszinieren, provozieren oder spalten. So wird die Serie auch zu einer Betrachtung der deutschen Öffentlichkeit und ihrer politischen Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten. Mit einer Laufzeit von knapp 50 bis 55 Minuten pro Folge bietet «Ruhm und Risse» eine gründlich recherchierte und atmosphärisch erzählte Dokumentation. Wer sich für deutsche Zeitgeschichte, Medieninszenierungen und die Mechanismen gesellschaftlicher Polarisierung interessiert, findet hier weit mehr als ein klassisches Prominentenporträt.


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