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«RTL Fussball» schwächt den starken ZDF-Freitag?

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Was passiert, wenn RTL König Fußball im Programm hat? Dominiert der Krimi-Freitag im ZDF weiter? Wie schlagen sich die Satire-Formate am späteren Abend? Und hat Fußball damit überhaupt was zu tun?

Verliert der Krimi- und Satire-Freitag im Zweiten an Reichweite, wenn RTL den DFB zeigt? Kurzum: Ja. Ob jedoch wirklich «RTL Fußball» die Reichweiten beschneidet, oder, ob sich im ZDF ein Trend fortsetzt, ist eine andere Frage. Doch der Reihe nach. Bei RTL schalten am gestrigen Abend bis zu 7,12 Millionen Menschen zum DFB-Sieg gegen die Schweiz ein - was passiert zeitgleich mit der Primetime im ZDF, die sonst den Abschluss der Arbeitswoche dominiert? Für die Zeitspanne zwischen 20:15 Uhr und 21:15 Uhr passiert gar nicht so viel. Der vierte Fall der neuen Reihe «Mordufer» lieferte mit 4,36 Millionen Zuschauern recht stabil ab - zwischen 20:15 Uhr und 20:40 Uhr holte RTL 2,80 Millionen Zuschauer zu den Vorberichten, zwischen 20:40 Uhr und 20:45 Uhr waren es dann kurzzeitig gemessene 3,86 Millionen in Köln. Man könnte hier demnach sagen, dass die erste halbe Stunde der Primetime, trotz Fußball, an das ZDF geht - ab 20:40 Uhr und gerade mit dem Anpfiff um 20:45 Uhr ist RTL jedoch klarer Platzhirsch.

Soviel zum ZDF-RTL-Vergleich - doch wie schlägt sich «Mordufer» im internen Vergleich? Tatsächlich lassen die Reichweiten seit dem ersten Fall (5,20 Millionen Zuschauer) nach. Zuletzt schauten 4,78 Millionen in der Vorwoche rein, gestern eben 4,36 Millionen. Erstmals in der Reihe fiel der Marktanteil damit gestern mit 19,2 Prozent unter die 20-Prozent-Marke. Ob nun also die Reichweite in Richtung «RTL Fußball» verloren ging, oder, ob ZDF mit «Mordufer» einfach generell an Interesse einbüßt, bleibt fraglich. Bei den 14- bis 49-Jährigen verlor der Primetime-Krimi gleichermaßen an Boden, von zuletzt 0,28 Millionen Jüngeren verweilten gestern noch 0,21 Millionen im Zweiten. Die Quote damit von bisher stest über 7 Prozent auf 5,0 Prozent.

Ganz ähnlich entwickelte sich gestern «SOKO Leipzig», der Folge-Krimi nach der Primetime lief dann komplett zur Zeit, als beim Köln-Sender der Ball rollte. 3,29 Millionen Zuschauer im Schnitt insgesamt und nur 0,17 Millionen Jüngere liefern das schlechteste Ergebnis des laufenden Jahres ab - die Quoten von 14,3 und 3,6 Prozent retten hierbei im Kontext wenig. Dennoch ist auch hier der Frage, ob Fußball die große Rolle dabei spielte. Zuletzt veror die «SOKO» bereits von 4,26 auf 3,88 Millionen rund 400.000 Zuschauer - dieser Trend setzte sich gestern mit größerer Konkurrenz eben fort.

Und die Satire? Gerade die «heute-show» holt dem ZDF beinah jeden Freitag einen Platz in mindestens den Top-3 der jüngeren Reichweite. Das war gewissermaßen gestern auch der Fall. Während bei RTL beide Halbzeiten, die letzten Minuten der Vorberichte und die ersten Minuten nach dem Spiel mehr Reichweite in der Sparte abholte, ist dennoch das ZDF mit der «heute-show» und 0,80 Millionen 14- bis 49-Jährigen das erfolgreichste "Nicht-RTL-Format" am gestrigen Tag. Hier braucht sich Oliver Welke im internen Vergleich auch gar nicht verstecken, zuletzt schalteten am 20. März lediglich 0,71 Millionen ein. Hier muss jedoch auch erwähnt werden, dass die «heute-show» um 22:30 Uhr auf Sendung ging - da war der DFB-Kick bereits vorbei und es liefen nur noch Nachberichte und Highlights in Köln. Insgesamt sammelte Welke schöne 3,37 Millionen Zuschauer ein, das brachte 19,8 Prozent am Markt. DIe Quote der jungen Zuschauer lag bei 22,6 Prozent. Im Anschluss merkte Böhmermann mit seinem «ZDF Magazine Royale» vom Fußball augenscheinlich gar nichts mehr. Mit 1,46 Millionen Zuschauern ab drei Jahren und 0,61 Millionen 14- bis 49-Jährigen lief es "ganz normal". Der Blick auf die Quoten ist zudem lohnenswert - denn Böhmermann holt sich mit 23,0 Prozent beim jungen Publikum einen neuen Show-Rekord.

© AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, Marktstandard: TV. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
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