Dazwischen waren sogar noch der Ruhrpott (Schauspielschule) und Rheinhessen (Staatstheater Mainz). Dialekt-mäßig bin ich also schon gut rumgekommen. Und ich kann all den verschiedenen Einschlägen etwas abgewinnen. Nur, wenn jemand sehr, sehr breites Kölsch redet, dann wird es, auch nach fast 15 Jahren, immer noch schwer für mich mit der Verständlichkeit-aber zum Glück versteht man sich in Kölle auch ohne Worte ganz gut!
In der Episode besucht das Team sogar einen Sprachkurs für Kölsch. Wie schwer oder leicht fiel es Ihnen, sich auf diesen Dialekt einzulassen?
Schwer. Meine (Kölner) Frau konnte ich zuhause beim Üben kaum überzeugen. Zum Glück hatten wir dann eine sehr geduldige Kölsch-Coachin am Set, die auch mal ein Auge zugedrückt hat.
Sie kennen sich mit verschiedenen Dialekten aus – Bayern, Wien, Berlin. Was unterscheidet Kölsch für Sie im Klang und in der Haltung?
Wien und München können schon „g‘schert“, also ungehobelt und unverschämt klingen. Beim Kölsch schwingt, immer etwas mehr Liebe mit. So zumindest mein Eindruck. Was nicht heißt, dass es auch schön „asi“ klingen kann.
„Kölsch“ ist ja mehr als nur ein Dialekt – es ist Identität, Lebensgefühl, manchmal auch Abgrenzung. Spürt man das am Set oder in der Stadt?
Die Abgrenzung kann ich nicht bestätigen, außer natürlich zum rivalisierenden Landeshauptdorf. Das Lebensgefühl, die Identität, spürt man an jeder Ecke - und das hat mich auch gleich gepackt, als ich herkam. Weil es so unangestrengt und selbstironisch daherkommt.
Die Folge spielt mit Themen wie Klüngel und rheinischem Humor. Wie blickt man als „Nicht-Kölner“ auf diese Mentalität – eher mit Faszination oder Verwunderung?
Klüngel heißt in Bayern „Filz“, das kannte ich also. Dem Humor musste ich mich annähern, manchmal fremdele ich noch heute damit. Aber am Ende kriegt mich dann immer die Musikalität, die unter allem liegt. Melodie in der Sprache, der Singsang, der Rhythmus- und die Karnevals-Klassiker. Da sind Wehmut und Humor auch stets ganz nah beisammen…
Ihre Figur bewegt sich zwischen Ermittlungsarbeit und kulturellem Stolpern. War es reizvoll, diesen leichten Außenseiterblick mit einzubauen?
Naja, wir behaupten ja schon, dass Jonas Kölner ist. Aber natürlich nicht so tief ins Brauchtum eingetaucht. Vor allem ist er ja per se immer etwas am Rand, was zum einen an seinem Beruf- und zum anderen an seinen leicht autistischen Zügen liegt. Und das zu spielen macht, auch nach all den Jahren, große Freude…!
Dialekte transportieren oft Nähe oder Distanz. Glauben Sie, dass Sprache im Krimi auch Machtverhältnisse sichtbar machen kann?
Ich glaube, dass gerade Kölsch diesbezüglich sehr vielseitig ist. Es kann sowohl vom Kleinganoven als auch vom “Großkopferten”, korrupten Machtmenschen, also dem eigentlich größeren Verbrecher gesprochen werden. Vielleicht ist es sogar ganz reizvoll, wenn der Mörder uns mit scheinbar harmlosen Kölschem Singsang in Sicherheit wiegt.
Gab es am Set Momente, in denen Sie selbst gemerkt haben: Jetzt verrät mich meine Herkunft?
Ein “Servus” ist mir anfänglich sicher ein paar Mal rausgerutscht. Aber ich bin nur mit ganz leichtem Münchner Einschlag aufgewachsen, kann den “Preiss’n” also ganz gut mimen.
Köln gilt als besonders offen und herzlich – München und Berlin haben jeweils ihr eigenes Temperament. Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede?
Bei München und Köln fällt mir die Leidenschaft, verkleidet obergäriges Bier zu trinken und sich dabei singend in den Armen zu liegen ein. Berlin habe ich immer noch nicht ganz greifen können, wahrscheinlich weil jeder Bezirk eine Stadt für sich ist. Schimpfen auf die öffentlichen Verkehrsmittel können sie aber an Rhein und Spree gleichermaßen. An der Isar ist dies hingegen nicht nötig. Ach ja, die Münchner U-Bahn vermisse ich schon manchmal…
Danke für Ihre Zeit!
Die «SOKO Köln»-Folge „Kölsch für Imis“ wird am Dienstag, 10. März, ausgestrahlt. Die Folge ist seit 3. März online abrufbar.






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