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«Circus HalliGalli»: Fünf Gründe fürs (Quoten-)Scheitern

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Diese Woche wird «Circus HalliGalli» zu Grabe getragen. Wir haben fünf Punkte, wieso die Sendung zuletzt nicht mehr überzeugte.

Nach rund viereinhalb Jahren verabschieden sich Joachim Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf aus dem wöchentlichen ProSieben-Programm. Ihre Mission, Stefan Raab alias König Lustig zu beerben, darf als gescheitert gelten. Nicht nur das Mutterformat «Circus HalliGalli» verlor zuletzt massiv Zuspruch, auch die Spin-Offs «Mein bester Feind», «Das Duell um die Geld» und «My Idiot Friend» scheiterten an den Quotenerwartungen.

1. Fehlende Glaubwürdigkeit
Als Joko von Klaas während der Hauptausgabe der ProSieben-«Newstime» angerufen wurde, war dies eine von Florida.TV groß vorbereitete Aktion, der somit die jugendliche Dynamik früherer Aktionen aus «MTV Home»- und «neoParadise»-Zeiten fehlte. Es folgte eine Flitzer-Mutprobe bei "Apassionata", bei welcher der "unvorhergesehene" Flitzer per Spot beleuchtet wurde. Diese Geschichten setzten sich mit Besuchen bei joiz und dem «Doppelpass» (einen Ersatzmann für Störenfried Klaas hatte man bei der Sportsendung schon parat) bei Sport1, einem abgesprochenen Auftritt bei HSE24 sowie einem "Zwischenfall" bei der «1 Live Krone» fort. Kurzum: Die Show «Circus HalliGalli» wurde so groß und bekannt, dass sich zahlreiche Aktionen nicht mit der gebührenden Spontaneität produzieren ließen. Der von Joko und Klaas gebotene Aufwand mag zwar Fans beeindrucken, doch Gelegenheitszuschauer und neue Fans ließen sich mit der "Größer, verworrener, aufwändiger"-Masche offensichtlich nicht gewinnen.

2. Unglücklich eingesetzte Sidekicks
Die «Circus HalliGalli»-Familie hat sich verkleinert – wie allein schon die Notwendigkeit für einen neuen Vorspann in späteren Staffeln zeigt, da der ursprüngliche ein regelmäßiges Wiedersehen mit Palina Rojinski und Olli Schulz suggerierte, obwohl diese kaum auftraten. Oma Violetta wiederum wurde durch Putzfrau Sabine ersetzt, jedoch beschränkte sich ihre Aufgabe darauf, durch mangelnde Englischkenntnisse aufzufallen. Das Einschaltargument früherer Jahre, dass man nie weiß, wer dieses Mal bei Joko und Klaas reinplatzt, fiel somit weg.

3. Die Specials, die keine sind
Seit einigen Jahren spielt man in verschiedenen Beiträgen "Aushalten - Nicht lachen" mit Zusätzen wie "Tag-Team Edition" (Gruppenspiel) oder "Worst Edition" und "Der verbotene Teil". All diese Einspieler zeigen dennoch das identische Spiel: Je einer der beiden Moderatoren muss lustige Dinge machen, während der zweite Teil des Duos nicht lachen darf. Lacht er dennoch, bekommt er dafür einen Minuspunkt.

Auch klassische Rubriken aus «MTV Home» und «neoParadise» wurden in der dritten Show der Beiden fortgeführt. "Wenn ich du wäre" lief insgesamt zwei Mal in der klassischen Version, danach reihten sich Specials an Specials: Ein "Spontan wenn ich du wäre" auf einem Sido-Konzert, dann ist man ganz spontan "wenn ich du wäre" bei joiz. Der Gag wurde dabei größer, blieb aber der alte.

4. Unflexible Aufteilung der Showelemente
Die Produktionsfirma hinter «Circus HallGalli» hat in den vergangenen Jahren kreative und abwechslungsreiche Ideen umgesetzt. Leider haperte es an der richtigen Zusammenstellung, denn die fertige Sendung wirkte dadurch vorhersehbar, dass die Einspieler zuweilen über mehrere Ausgaben gestreckt wurden. Eine Ausgabe "Aushalten - Nicht lachen" kann sich da auch mal über die halbe Staffel ausdehnen. In der Finalstaffel ließ man die Fans dann auch durch spröden Anarchismus wie Sabines Fake-Geburtstagsfeier stapfen, was, wie die Quoten zeigen, nur den harten Kern begeisterte.

5. «Circus HalliGalli» ist bereits die zweite Fortsetzung
Wie Joko und Klaas selber sagen, wenn sie behaupten, ihre Sendung nach acht Jahren aufzugeben: Das Konzept war vor seiner ProSieben-Zeit schon als «MTV Home» und «neoParadise» zu sehen und bringt es somit auf rund 300 Episoden. Selbst die besten Konzepte können nicht ewig überdauern, weshalb die Fernsehmacher auch bei «Wer wird Millionär?» oder «Deutschland sucht den Superstar» stetig Neuerungen einbringen. Der allwöchentliche Wahnsinn in der Manage hat es sich allerdings selber schwer gemacht, neuen Schwung zu erhalten – denn wie bringt man schon Innovation ins Chaos?

Die letzte Ausgabe «Circus HalliGalli» wird am Dienstag, den 20. Juni 2017, um 22.15 Uhr ausgestrahlt.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Burpie
19.06.2017 17:25 Uhr 1
«Circus HalliGalli»: Fünf Gründe fürs (Quoten-)Scheitern:
1.- 4 : Weil es möglicherweise einfach zu viel Schwachsinn war?
5. : Weil es eh schon den ganzen Tag die Scripted-Shice auf allen Kanälen gibt, muss man sich das dann auch noch abends von diesen beiden talentfreien Clowns reinziehen?
Aber keine Angst. Wie wir unlängst in einer Talkshow erleben durften, bleibt uns Herr Heufer-Umlauf als Experte und Mahner in Sachen Europa erhalten...

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