Die Kritiker

«Bella Block – Hundskinder»

von

Hannelore Hoger als Bella Block ermittelt in ihrem 33. Fall und wird von Kindern als Geisel genommen. Zudem ist es der letzte Auftritt von Bellas Assistent Devid Striesow, der seit Januar als «Tatort»-Kommissar ermittelt.

Inhalt:


Hinter den Kulissen

  • Produktion: UFA Fernsehproduktion GmbH
  • Regie: Bodo Schwarz
  • Drehbuch: Conny Lens
  • Kamera: Christian Marohl
  • Producer: Norbert Sauer
In einem Waldgebiet nahe Hamburg wird die Leiche eines Mannes gefunden. Er wurde offenbar mit einem Jagdgewehr erschossen. Er hinterlässt in einem verwahrlosten Anwesen im Wald insgesamt vier Kinder, die zur Verwunderung der Polizei aber nicht wirklich um ihren Vater trauern. Wie Bella Block und ihr Kollege Martens herausfinden, ist vor einigen Jahren die Tante der Kinder spurlos verschwunden, woraufhin sich wiederum auch ihre Mutter nach Afrika abgesetzt hatte. Beide Kommissare vermuten, dass dieser Vorfall im Zusammenhang mit dem Mord an dem Vater steht.

Allein gelassen von der Mutter und vom Vater schlecht behandelt, leben die Kinder verwahrlost und auf sich allein gestellt in dem herunter gekommenden Anwesen im Wald. Selbst der Polizei schenken sie kein großes Vertrauen. Als Bella die Kinder zur ärztlichen Untersuchung mit ins Krankenhaus nehmen möchte, greifen sie zur Waffe und nehmen die Kommissarin als Geisel. Ihre Forderung: Sie wollen ihre Mutter zurück.

Darsteller:


Hannelore Hoger («Rossini») als Bella Block
Devid Striesow («Tatort») als Jan Martens
Hansjürgen Hürrig («Die Luftbrücke») als Klaus Dieter Mehlhorn
Peter Simonischek («Tod in Istanbul») als Carlo Lenz
Henry Stange («Die Sturmflut») als Lukas

Kritik:


Was als gewöhnlicher Krimi mit einer Leiche im Wald beginnt, entpuppt sich dann doch als etwas umfassender und brisanter als man zunächst vermuten mag. Als Zuschauer liegt das Augenmerk recht schnell auf den Kindern, von der Frage begleitet, was sie eigentlich so misstrauisch der Polizei gegenüber macht. Als sie dann auch noch Bella unter Waffengewalt als Geisel nehmen, verliert die Folge ganz schnell den Charme eines typischen Samstagabend-Krimis. Nicht weil man Geiselnahmen noch nie im Fernsehen gesehen hat, sondern viel eher deswegen, dass diesmal vier kleine Kinder die vermeintlichen Täter sind.

Ein Sondereinsatzkommando versucht fortan die Situation zu entschärfen, doch die Kinder sind besser vorbereitet als so manch anderer Geiselnehmer aus Hollywood-Produktionen. Teilweise grenzt es schon fast an Lächerlichkeit, dass dutzende Einsatzkräfte es nicht schaffen vier Kinder zum Aufgeben zu bewegen. Doch durch eine gute schauspielerische Leistung (allen voran Henry Stange als das älteste Kind Lukas) gerät dieser Gedanke schnell in den Hintergrund. Allerdings fallen das Finale sowie die Auflösung des Geheimnisses, dass die gesamte Familie umgibt, ein bisschen dürftig aus.

Dürftig ist auch der Abschied von Devid Striesow als Blocks Assistent Jan Martens. Eigentlich hätte man erwartet, dass er in seinem letzten Fall als Geisel genommen wird und somit einen dramatischen Abschied bekommt. Doch bei der Krimireihe standen ja die Belange von Blocks Assistenten noch nie wirklich im Mittelpunkt – so auch in diesem Fall. Außer am Ende fällt ein kleiner Abschiedssatz mit einem augenzwinkernden Kommentar zu seinem neuen Job im Bezug auf den «Tatort».

Alles in allem ist der neue «Bella Block»-Fall durchaus sehenswert, doch wer am Samstagabend besseres vor hat, muss sich nicht ärgern den Fall verpasst zu haben.

Das ZDF zeigt «Bella Block – Hundskinder» am Samstag, den 16. März, um 20.15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/62646
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