Die Kritiker

«Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht»

von

Story


Der Lehrer Eric Klausmann verschwindet im Wald. Von ihm und seinem Auto fehlt jede Spur. Als sein Hund erschossen aufgefunden wird, müssen Kommissarin Lucas und ihr Team von einem Gewaltverbrechen ausgehen. Sie beginnen ihre Ermittlungen im privaten Umfeld des Lehrers. Schnell bröckelt das Bild von der familiären Idylle im Hause Klausmann.

Eric hatte im letzten Jahr ein Verhältnis mit seiner Kollegin Lisa Hübner, der besten Freundin seiner Frau Nele. Seit dieser Zeit ist das Eheleben der Klausmanns gestört und Klaus Hübner, Lisas Ehemann, wacht eifersüchtig über seine Frau. Auch mit seinem 16-jährigen Sohn Kevin gibt es schwere Pubertätsprobleme. Kevin droht wegen seiner Aufsässigkeit von der Schule zu fliegen und hat darüber hinaus ständig Streit mit seinem Vater. Als Lehrer schien Klausmann bei den Schülern allseits beliebt zu sein, während Vater und Sohn schon seit längerem nicht mehr miteinander sprachen.

Ellen und ihr Team forschen nach den Ursachen für das Verschwinden des Lehrers. Ihre Arbeit wird durch Nele behindert, die auf eigene Faust ermittelt und wichtiges Recherchematerial verschweigt. So auch eine Drohmail, die sie auf dem Computer ihres Mannes findet, in der nicht nur Klausmann massiv bedroht, sondern ein Attentat auf den Schulbetrieb angekündigt wird. Kann es sein, dass der beliebte Lehrer von seinen Schülern entführt oder sogar ihr Opfer wurde? Hat Kevin seinen eigenen Vater auf dem Gewissen? Oder steckt der Abiturient Konstanti dahinter, ein Schüler aus gutem Hause, Mitglied im ortsansässigen Schützenverein, der in seiner Freizeit mit Kevin Schießübungen im Wald veranstaltet? Kommissarin Lucas ist mit ihrem ganzen professionellen Können und psychologischen Feingespür gefordert, um ein weiteres Verbrechen an der Schule zu verhindern und Klausmann, von dem es ein Lebenszeichen gibt, noch lebend aufzuspüren.

Darsteller


Ulrike Kriener («Klimawechsel») ist Ellen Lucas
Florian Stetter («Der Seewolf») ist Leander Blohm
Michael Roll («Henri 4») ist Boris Noethen
Tilo Prückner («Scheidung für Fortgeschrittene») ist Max
Anke Engelke («Lippels Traum») ist Rike
Karoline Eichhorn («Der kleine Mann») ist Nele Klausmann
Liane Forestieri («Männerherzen») ist Lisa Hübner

Kritik


Das thematische Zentrum der neuen Folge von «Kommissarin Lucas» bildet nicht der Fall um das mysteriöse Verschwinden des Gymnasiallehrers Eric Klausmann, sondern die desaströsen Zustände um die Schule, an der er arbeitet. Obwohl sie nicht in einem sozialen Brennpunkt liegt und hauptsächlich von Jugendlichen aus gutem Hause besucht wird, scheint sich dort ein Amoklauf anzubahnen, in dessen Planungen Klausmanns Sohn Kevin maßgeblich verstrickt zu sein scheint. Die interpersonellen Konflikte in der Familie Klausmann werden dabei sehr differenziert dargestellt, während die polizeilichen Ermittlungsarbeiten von Ellen Lucas und ihrem Team zwar den dramaturgischen Spannungsbogen bilden, thematisch jedoch stellenweise deutlich ins Hintertreffen geraten. Das ist ein interessanter Ansatz für einen abendfüllenden Krimi, der auch funktioniert, sofern man auch als Zuschauer bereit ist, sich von dem engen dramatischen Korsett des Genres zu lösen. Die „Whodunnit“-Frage wird zwar vollständig befriedigend beantwortet, steht jedoch nicht im Zentrum der Folge.

Es sind vor allem die Figuren und ihre Darsteller, die «Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht» tragen. Bis auf Anke Engelke, die in dieser Episode glücklicherweise nur in einer Szene zu Beginn zu sehen ist und deren schauspielerisches Unvermögen daher nicht gar so stört, machen sämtliche Akteure ihre Arbeit ausgezeichnet. Allen voran ist selbstverständlich Ulrike Kriener zu erwähnen, die als Hauptdarstellerin stets völlig authentisch spielt, sowie Liane Forestieri in der Rolle der fremdgehenden Sportlehrerin Lisa Hübner, die es schafft, den Facettenreichtum ihrer Figur vollständig auszunutzen und darstellerisch äußerst nuancenreich umzusetzen.

Die neue Ausgabe der «Kommissarin Lucas»-Reihe von Regisseur Thomas Berger, der sich zusammen mit Georg Heinzen auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, bietet daher spannende und tief gehende Unterhaltung.

«Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht» ist am Samstag, den 5. Juni 2010, um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen.

Kurz-URL: qmde.de/42379
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