Einspielergebnisse

«Solo» stellt sich als derber Tiefflieger heraus

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Die «Star Wars»-Erfolgsgarantie scheint abzulaufen. «Solo: A Star Wars Story» erobert zwar in Deutschland wie auch in den USA die Spitzenposition, doch damit enden die guten Nachrichten für den Film bereits.

Die Disney-Geschäftsführung wird die nächsten Tage wohl einige Krisensitzungen abhalten. Denn die Marke «Star Wars» hat am Wochenende massiv an wirtschaftlicher Macht eingebüßt. Der neu gestartete Ableger der Weltallsaga, «Solo: A Star Wars Story» brach zahlreiche Gesetze des US-Kinomarktes und machte im Laufe seines Startwochenendes die gemeinhin ziemlich akkurate Wissenschaft der Einnahmenprognose zu einer deprimierenden Farce. Die mit einem Budget oberhalb der 250-Millionen-Dollar-Grenze ausgestattete Lucasfilm-Produktion startete mit sehr optimistischen Vorhersagen ins US-Feiertagswochenende und nahm mit seinen Donnerstagsvorpremieren 14,1 Millionen Dollar ein. Damit überbot «Solo: A Star Wars Story» erwartungsgemäß den Rekord von «Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt» für die einträglichste Vorpremiere am Memorial-Day-Wochenende.

Filmwirtschaftsexperten sahen sich somit in ihren Prognosen bestätigt, dass «Solo: A Star Wars Story» obendrein mühelos den seit elf Jahren geltenden Bestwert von «Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt» für das beste Memorial-Day-Startwochenende durchbrechen sollte. Gore Verbinskis Piratenepos spülte im Jahr 2007 von Donnerstagabend bis einschließlich Sonntag 127,97 Millionen Dollar in Disneys Schatztruhen, inklusive dem Memorial-Day-Montag erbeutete Käpt'n Jack Sparrow 153,04 Millionen Dollar. Kinoanalysten sahen «Solo» auf einem Kurs von 130 Millionen Dollar aufwärts (bis Sonntag) respektive 155 Millionen Dollar aufwärts (bis Montag). Doch bereits am Freitag brachen die Besucherzahlen der Ron-Howard-Regiearbeit brutal ein. Daraufhin wurden die Prognosen in hoher Taktung nach unten korrigiert – und «Solo» wusste stets, die immer stärker gedrosselten Erwartungen noch zu unterbieten. Letztlich generierte der «Star Wars»-Ableger von Donnerstag bis Sonntag nur noch 83,3 Millionen Dollar – über 45 Millionen Dollar weniger als vorhergesagt.

Somit gelang es «Solo: A Star Wars Story» zwar weiterhin, die Spitzenposition zu ergattern, jedoch ist der Sturzflug des Weltallabenteuers eine erstaunliche, denkwürdige Anomalie im Kinogeschäft. Im Ranking der Memorial-Day-Starts hat der vermeintliche Rekordanwärter «Solo» bloß das siebthöchste Bis-Sonntag-Ergebnis – dies zudem mit ordentlichem Abstand zu Platz sechs, «Hangover 2». Die räudige Komödie holte 2011 im selben Zeitrahmen wie «Solo» 117,56 Millionen Dollar.

«Star Wars»-Starttage in Frankreich

  • «Die dunkle Bedrohung»: 450.531 Ticketverkäufe
  • «Angriff der Klonkrieger»: 453.203 Ticketverkäufe
  • «Die Rache der Sith»: 641.799 Ticketverkäufe
  • «Das Erwachen der Macht»: 619.200 Ticketverkäufe
  • «Rogue One»: 271.502 Ticketverkäufe
  • «Die letzten Jedi»: 503.727 Ticketverkäufe
  • «Solo»: 89.338 Ticketverkäufe
Und auch in Deutschland war nichts von der üblichen «Star Wars»-Hitgarantie zu spüren: Mit rund 385.000 verkauften Eintrittskarten (oder Einnahmen von zirka 4,3 Millionen Dollar) wurden die Prognosen meilenweit unterboten. Zwar holte «Solo» in der Bundesrepublik die Nummer eins, allerdings gelang ihm nur der fünftbeste Start des bisherigen Jahres, womit er unter anderem hinter «Black Panther» und «Deadpool 2» landete – für die Marke «Star Wars» eine mittelgroße Blamage.

Dieses Bild zeichnete sich in diversen weiteren Märkten ab, die üblicherweise sehr «Star Wars»-affin sind. In Großbritannien wurden umgerechnet 10,3 Millionen Dollar umgesetzt (zum Vergleich: «Rogue One – A Star Wars Story» eröffnete mit 21 Millionen Dollar), in Frankreich startete «Solo» mit 3,9 Millionen Dollar auf Augenhöhe mit dem eine Woche zuvor angelaufenen «Deadpool 2». In Südkorea und Mexiko eröffnete «Solo» sogar unter dem zweiten «Deadpool 2»-Wochenende.

«Solo»-Startwochenende vs. zweites Wochenende «Deadpool 2» (in Dollar)

  • Großbritannien: 10,3 Mio. vs. 5,1 Mio.
  • Australien: 5 Mio. vs. 4,6 Mio.
  • Südkorea: 1,1 Mio. vs. 4,4 Mio.
  • Deutschland: 4,3 Mio. vs. 3,26 Mio.
  • Frankreich: 3,9 Mio. vs. 3,9 Mio.
  • Mexiko: 2,5 Mio. vs. 3,58 Mio.
Alles in allem wurden am Wochenende abseits der USA nur 65 Millionen Dollar eingefahren - «Avengers | Infinity War» beispielsweise nahm an seinem Startwochenende abseits der USA über 380 Millionen Dollar ein, «Rogue One: A Star Wars Story» 134,9 Millionen Dollar und das als Flop deklarierte DC-Crossover «Justice League» sogar 185,5 Millionen. Selbst der Abenteuerfilm «Tomb Raider» nahm dieses Frühjahr mit 84,5 Millionen Dollar an seinem Startwochenende außerhalb seines Heimatmarktes mehr ein als «Solo».

Zum Rest der deutschen Kinocharts: «Deadpool 2» ließ sich auf den Silberrang verdrängen und lockte rund 285.000 Menschen in die Kinos. Bronze ging laut 'Insidekino' unterdessen an «Avengers | Infinity War» mit zirka 75.000 losgelösten Eintrittskarten. Das Superheldenspektakel überholt unterm Strich «Fifty Shades of Grey – Befreite Lust» als meistbesuchter Film des bisherigen Jahres. Außerdem genossen die Marvel-Superhelden am Wochenende einen guten Abstand gegenüber Platz vier, «Wahrheit oder Pflicht». Der Horrorfilm zählte etwa 40.000 Interessenten, die Komödie «I Feel Pretty» schloss laut 'Insidekino' die Top Five mit rund 27.5000 verkauften Tickets ab.

Top 5 US-Startwochenenden 2018 (Stand: 28. Mai 2018)

  1. «Avengers | Infinity War» (257,69 Mio. Dollar)
  2. «Black Panther» (202 Mio. Dollar)
  3. «Deadpool 2» (125,50 Mio. Dollar)
  4. «Solo: A Star Wars Story» (83,32 Mio. Dollar)
  5. «A Quiet Place» (50,20 Mio. Dollar)
Um wieder auf den US-Markt zu blicken: Hinter «Solo» schlug sich «Deadpool 2» am besten und nahm 42,7 Millionen Dollar ein. Auf Rang drei befand sich Marvels Megaerfolg «Avengers | Infinity War»: Captain America, die Guardians of the Galaxy, Thor, Iron Man und Konsorten durften sich über weitere 16,49 Millionen Dollar auf dem Konto freuen. «Book Club» holte sich mit 9,45 Millionen Dollar den vierten Platz, gefolgt vom Thriller «Breaking In», der am Wochenende 4,05 Millionen Dollar eingefahren hat.

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