Wirtschaft

Kinojahr 2011: Der deutsche Film sorgt für Besucherplus

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Die FFA zieht ein Fazit: 2011 war „ein freundliches – aber noch kein sehr gutes Jahr" für die Filmwirtschaft. Deutsche Produktionen lockten sieben Millionen Besucher mehr ins Kino, als noch 2010.

Die Kino-Jahresbilanz wird traditionell erst im Februar gezogen: Die Academy of Motion Picture Arts & Sciences krönt die ihrer Meinung nach größten Errungenschaften des vorherigen Filmjahres, und die deutsche Filmförderanstalt zieht zu alljährlich ihr wirtschaftliches Fazit.

Nach einem sehr umsatzschwachen 2010 konnte sich der Markt wieder aufraffen: Mit insgesamt 129,6 Millionen Kinobesuchen verbuchte man vergangenes Jahr ein Plus von 2,3 Prozent. Der Umsatz stieg derweil sogar um 4,1 Prozent an: 958,1 Millionen Euro wurden in den hiesigen Lichtspielhäusern erwirtschaftet. Dies ist vor allem deutschen Produktionen zu verdanken: Filme wie Til Schweigers «Kokowääh»  (Bild), «Rubbeldiekatz»  und «What a Man»  mit Matthias Schweighöfer oder das deutsch-türkische Drama «Almanya» sorgten für sieben Millionen gelöste Eintrittskarten mehr, als noch 2010. Unterm Strich besuchten 27,9 Millionen Menschen Kinovorstellungen deutscher Filme.

Das Interesse an US-Produktionen ließ 2011, trotz Blockbuster wie «Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten» oder «Hangover 2» , deutlich nach: Hollywoodfilme lockten im vergangenen Kinojahr 77,2 Millionen Leute in deutsche Kinos – ein Rückgang von 5,1 Millionen gegenüber dem Vorjahr. An der viel beschrieenen Preisschraube wurde 2011 derweil nicht gedreht: Der durchschnittliche Preis einer Kinokarte lag bei 7,39 Euro. Dies ist eine Steigerung von 1,7 Prozent gegenüber 2010 und liegt somit unterhalb der allgemeinen Inflationsrate in Deutschland.

Gute Zahlen, die deutlich besser sein könnten


Der FFA-Vorstand Peter Dinges zog vor diesem Hintergrund folgende Bilanz für die deutsche Film- und Kinowirtschaft: „Nach einem starken Rückgang der Besucherzahlen im Jahr davor ist dies unter dem Strich ein freundliches – aber noch kein sehr gutes Jahr." Und tatsächlich hat die hiesige Kinolandschaft noch viel Luft nach oben: 2011 wurde zwar aus wirtschaftlicher Sicht das zweitbeste Ergebnis der letzten fünf Jahre erzielt, allerdings ist man sehr weit vom Boom zu Anfang der vergangenen Dekade entfernt. 2001, im Kinospitzenjahr der jüngeren Vergangenheit, wurden noch 177,9 Millionen Kinogänge generiert. Seither musste ein Besucherminus von derben 27 Prozent hingenommen werden.

Bei 1,58 Kinobesuchen pro Einwohner der Bundesrepublik wurden 2011 pro Kopf 11,72 Euro Umsatz gemacht. Im Spitzenjahr 2011 ging der Durchschnittsdeutsche noch 2,16 Mal ins Kino und sorgte dort für einen Umsatz von zwölf Euro. Das seit Jahren beklagte Sterben von Spielstätten nahm 2011 dem Besucherplus zum Trotz erneut keinen Abbruch: Die Anzahl der Kinos sank von 1.714 im Jahr 2010 auf 1.671, die Anzahl der Standorte sank sogar von 954 auf 926.

Kein 3D-Sterben


Im Gegensatz zu den USA, wo sich 2011 eine 3D-Müdigkeit abzeichnete (mehr dazu), war in den letzten Kinomonaten nicht zu erkennen, dass der Boom in Deutschland ein Ende nehmen könnte. 3D-Tickets machten 22,8 Prozent aller in Deutschland verkauften Eintrittskarten aus – ein Plus von 2,4 Prozentpunkten gegenüber 2010. Zu den am meisten gefragten der insgesamt 46 in 3D gezeigten Produktionen zählten mit «Wickie auf großer Fahrt» und Paul W.S. Andersons «Die drei Musketiere» (Bild) auch zwei mit deutschen Geldern finanzierte Projekte.

In reellen Zahlen ausgedrückt kamen 3D-Vorstellungen auf 29,3 Millionen Kinobesucher – 3,9 Millionen mehr, als noch im Vorjahr. Dinges bezeichnet die positive Besucherentwicklung in Sachen 3D als folgerichtig, da „unsere Filmindustrie ihre Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis stellt", indem sie mehr 3D-Produktionen in den Kinoprogrammen anbietet, als jedes andere Land mit Ausnahme der USA.

Kurz-URL: qmde.de/54846
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