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Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof: Ballspiele

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 74: Die legendäre „Links! - Rechts!“-Kombination in Sat.1.

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir einer der ersten interaktiven Shows des deutschen Fernsehens.

«Superball» wurde im Jahr 1988 in Sat.1 geboren und entstand zu einer Zeit, als das Privatfernsehen noch in den Kinderschuhen steckte. Die beiden Kanäle RTL und Sat.1 waren gerade vier Jahre auf Sendung und begannen langsam ihrem Programm Profil und Struktur zu geben. Dabei kam den Verantwortlichen die Idee, den markanten Sat.1-Ball in ein interaktives Spiel einzubauen und auf diese Weise die Zuschauer an ihn und den Sender stärker emotional zu binden. Das entstandene Format wurde zu einem der langjährigsten im deutschen, kommerziellen Fernsehen.

Dabei hätte die Grundidee kaum simpler sein können. Der bunte Ball rollte über eine gerade Piste und musste, durch einen Kandidaten gesteuert, den entgegenkommenden Hindernissen ausweichen. Je länger er ohne Zusammenstoß durchhielt, desto schneller wurden die Objekte. Wer eine Minute unfallfrei überlebte, gewann einen Sach- oder Geldpreis. Das besondere dabei war, dass der Ball nicht von einem Spieler im Studio, sondern durch einen Zuschauer vor dem heimischen Bildschirm gesteuert wurde. Anders als beim späteren «Hugo» erfolgte dies mangels anderer Techniken durch die akustischen Kommandos „links“ und „rechts“, die der Spieler in das Telefon rufen musste. Die Anweisungen wurden dann vom Moderator im Studio mittels eines Joysticks ins Spiel umgesetzt. Durch diese akustische Steuerung erinnerte das Spiel sehr an das «ZDF Glückstelefon», das zur gleichen Zeit auf einem ähnlichen Prinzip basierte.

Dieses einfache, aber kultige Spielprinzip wurde bis zum Ende nicht verändert. Es gab lediglich mehrere optische Versionen des Spiels. Zu Beginn des Formates rollte der Ball noch eine Straße entlang und musste diversen LKWs ausweichen. Später wich diese Aufmachung einem abstrakten Gittermuster. Selbst in der Mitte des neuen Jahrtausends leiteten die Spieler den Ball mit hektischen Rufen. Mit der Digitalisierung des Fernsehens entstand allerdings teilweise eine derart große technische Verzögerung, dass selbst ein guter Spieler keine Chance mehr hatte zu gewinnen. Auch darin soll ein Grund für die Einstellung des Formates gelegen haben.

Trotz seiner großen Beliebtheit erhielt der bunte Ball nie eine eigene Sendung, sondern war während seiner gesamten Laufzeit wie auch der kultige «Morning Star» eine Rubrik im «Sat.1-Frühstücksfernsehen» (bzw. früher «Guten Morgen mit Sat.1»), die jedoch teilweise mehrfach pro Ausgabe auftauchte. Spielleiter waren daher die jeweiligen Moderatoren der morgendlichen Sendung. Der Reihe folgten die weniger beliebten Spiele «SuperZoom» und die Quizvarianten «2 Fragen – 3 Antworten» sowie «Jackpot 5».

«Superball» wurde im Jahr 2006 beerdigt und erreichte ein Alter von rund 18 Jahren. In dieser Laufzeit wurden insgesamt mehr als zwei Millionen Euro als Gewinne ausgespielt. Die Fernsehshow hinterließ eine Kaufversion des Spiels, die neben der klassischen Variante auch über einen abgewandelten Arcade-Mode mit 40 verschiedenen Levels verfügte.

Möge die Show in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs erscheint am kommenden Donnerstag und widmet sich dann einer starken Frau, die ihren Weg geht.

Kurz-URL: qmde.de/40144
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