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CBS-Flop «Doubt»: Heigls zweiter Strike

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Der Midseason-Start «Doubt» ging in den USA quotentechnisch völlig unter. Nach «State of Affairs» brachte seit 2015 also schon die zweite Serie mit Katherine Heigl einen Quotenflop.

Katherine Heigls Schauspielkarriere gleicht bislang einer Achterbahnfahrt. Derzeit befindet sich die Schauspielerin allerdings eher nahe des Bodens und ein erneuter Aufstieg scheint ungewiss. Durch ihre Rolle in der ABC-Serie «Grey’s Anatomy» erlangte Heigl einst Berühmtheit und wurde so zu einer der gefragtesten Darstellerinnen in Hollywood. Schon kurz danach ließ Heigl das Fernsehgeschäft hinter sich, um sich Kinoproduktionen zu widmen. Vor allem mit Romantic Comedies wie «Beim ersten Mal», «27 Dresses» oder «Die nackte Wahrheit» entwickelte sich die US-Amerikanerin zu einem echten A-Lister. Spätestens 2012 folgte der Bruch: Nachdem bereits ihre vorangegangenen Filme bei Kritikern nicht gut wegkamen, erhielt Heigl für ihre Performance in «Einmal ist keinmal» die Goldene Himbeere. Zwei weitere Nominierungen für diese unrühmliche Auszeichnung sollten folgen, hinzu kamen immer wieder Stimmen aus der Industrie selbst, wonach es schwierig sei, mit Heigl zu arbeiten.

Vom A-Lister zum Flop-Magnet?


Nachdem Heigl schon 2012 vergeblich bei den Produzenten von «Grey’s Anatomy» nach einem Comeback gefragt hatte, kehrte Heigl schließlich 2015 ins Fernsehgeschäft zurück. Zwar war der Ruf Heigls im Kinogeschäft zu diesem Zeitpunkt schon geschädigt, die Schauspielerin hatte jedoch noch immer viele Fans, sodass sie sehr wohl das Potenzial besaß, aus Sendersicht als Zugpferd eines Formats zu fungieren und so viele Zuschauer anzuziehen. Mit dem Spionage-Thriller «State of Affairs» kehrte Heigl dabei nicht nur in einer Hauptrolle zurück, sie stand auch als Executive Producer hinter dem Format. Die TV-Rückkehr verlief allerdings wenig erfolgreich. Innerhalb von acht Episoden sank die Reichweite der NBC-Serie von 8,69 Millionen auf 3,57 Millionen Live-Zuschauer und drei Prozent in der Zielgruppe, wonach sich die Serie nicht mehr deutlich aufraffen konnte und schon nach einer Staffel abgesetzt wurde.

Mit «Doubt» sollte Heigl eigentlich in diesem Jahr wieder zum Erfolg finden. Stattdessen könnte die Serie nun die Produktion darstellen, die Heigls Ruf nun auch im TV-Bereich nachhaltig beschädigt hat. Das Rechts-Drama zählte eigentlich zu den hoffnungsvolleren Starts in der Midseason, denn neben Heigl wartete die CBS Television-Produktion mit «Orange Is the New Black»-Star Laverne Cox sowie «The West Wing» und «Psych»-Schauspieler Dule Hill auf. Ursprünglich sollte das Format schon in der Saison 2015/2016 starten, doch CBS nahm danach noch einmal Änderungen am Cast vor, um der Serie mit bekannteren Namen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Stattdessen entwickelte sich «Doubt» zur schnellsten Absetzung in der TV-Saison 2016/2017. Was war passiert?

Die schnellste Absetzung der Saison


Facts zu «Doubt»

  • Genre: Rechts-Drama
  • Schöpfer: Tony Phelan & Joan Rater
  • Darsteller: Katherine Heigl, Dulé Hill, Laverne Cocx, Steven Pasquale u.w.
  • Episodenzahl: 13 (1 Staffel)
  • Produktionsstudios: Midwest Livestock, Timberman/Beverly Productions, CBS Television Studios
  • Premiere: 15. Februar 2017 (CBS)
13 Episoden wurden von CBS produziert, wobei die erste «Doubt»-Staffel schließlich als Midseason-Start am 15. Februar 2017 Premiere feierte. Auf dem 22 Uhr-Sendeplatz am Mittwochabend trat «Doubt» dabei gegen NBCs «Chicago PD» und das schwache «Match Game» auf ABC an. Lediglich 5,31 Millionen Zuschauer bedeuteten bereits insgesamt ein enttäuschendes Abschneiden für eine TV-Premiere dieser Größenordnung, eine noch schlechtere Figur machte der CBS-Neustart aber beim jungen Publikum zwischen 18 und 49 Jahren, wo «Doubt» auf gerade einmal drei Prozent kam. Damit schnitt das Format, um eine brillante Anwältin, die sich in einen ihrer Mandanten verliebt, unter dem Schnitt seines Sendeplatz-Vorgängers «Code Black» ab. Schon zum Start blieb «Doubt» also deutlich hinter den Erwartungen zurück, 2,34 Millionen zeitversetzte Sichtungen über DVR änderten daran nichts.

Doch auch in Ausgabe zwei stellte sich keine Besserung ein, im Gegenteil: Nur noch 4,03 Millionen Zuschauer lockte «Doubt» an, wobei die Serie in der Zielgruppe auf zwei Prozent abgab. Die schwachen Zahlen zwangen CBS zu einer Reaktion, die dieser Tage im Network-Fernsehen Seltenheitswert hat. «Doubt» erlitt ein sogenanntes „Burning Off“: CBS zog die Reißleine, setzte «Doubt ab», warf den ursprünglichen Sendeplan über den Haufen und verkündete «Doubt» zu einem späteren Zeitpunkt zu beenden, selbstverständlich zu einem deutlich weniger attraktiven Zeitpunkt. Eine derartige Vorgehensweise ist zwar im deutschen Fernsehen nicht unüblich, in den USA aber bei Formaten dieser Kaliber nur selten anzutreffen.

So kehrte «Doubt» erst am 1. Juli 2017 ins CBS-Programm zurück. Jeweils samstags zeigte CBS das Anwalts-Drama dann ab 20 Uhr, wobei Sendeplätze am Wochenende in den USA anders als in Deutschland zu den zuschauerschwächsten der Woche zählen und sich im heißen Sommer noch weniger Zuschauer sicher sein können. Die seitdem gezeigten sieben Ausgaben erreichten so lediglich zwischen 1,59 und 1,89 Millionen Zuschauer ab zwei Jahren. Bekommen Fans von Katherine Heigl schon bald nichts mehr von ihr zu sehen?

Der zweite Heigl-Flop im Fernsehen innerhalb von drei Jahren wird Produzenten mehrmals überlegen lassen, ehe sie die Schauspielerin für ein neues Projekt engagieren. Negativen Rezensionen, wonach Heigl schauspielerisch zu limitiert sei und auf die immer gleichen Rollen gebucht, wollte Heigl beispielsweise durch unkonventionellere Rollen wie beispielsweise im Erotik-Thriller «Unforgettable» ein Ende setzen, auch der erste „Wide Release“ im Kino mit Heigl seit drei Jahren zog jedoch in diesem Jahr nur mittelmäßige Kritiken nach sich. Derzeit sind weder im Kino noch im Fernsehen neue Produktionen mit Heigl angekündigt. Schon ein weiterer Flop könnte Heigls Stern auf Dauer nachhaltig untergehen lassen.

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